21 Aug 2009

Ist Demokratie gerecht? - Die Antwort aus Karlsruhe

Hier kommt das Video, das man als kleine Antwort auf die große Frage „Ist Demokratie gerecht?“ betrachten kann. Ihr seht darin Ausschnitte aus der Expertendebatte in Karlsruhe mit den Rednern Prof. Dr. Hans Vorländer, Ursula Engelen-Kefer sowie Andrew B. Denison, sowie Ausschnitte aus dem Interview mit Caroline Robertson-von Trotha, Leiterin des ZAK – Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaften der Universität Karlsruhe.

 

Außerdem seht ihr Eindrücke aus Karlsruhe. Meine Reise nach Karlsruhe in Bildern könnt ihr auch in den Fotogalerien begutachten: Eine davon habe ich dem Platz der Grundrechte gewidmet, der zwischen Marktplatz und Schloss Zitate zum Thema Recht ausstellt. Ein weiteres Album zeigt Schnapschüsse vom Science Express in Karlsruhe beim Besuch des Ministerpräsidenten. Dazu gibts Bilder vom Streifzug durch die Straßen der Badischen Hauptstadt

17:03 — Tatjana
Dieser Beitrag ist abgelegt unter:
Ist Demokratie gerecht?KarlsruheVerschiedenes

11 Aug 2009

Medien Kunst und Demokratie

Im letzten Beitrag ging es um die Rolle der Medien in der modernen Demokratie. Und wie die Comments zeigen, hat dieses Thema sogar die Gemüter in der Neuen Welt zu einem Beitrag bewegt. Für diese werten Leser, und natürlich für all die anderen, die stumm zuschauen, bin ich der Frage weiter auf den Grund gegangen. Bei einem Besuch in Karlsruhe hatte ich die Gelegenheit, den Vorstand des ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) zu interviewen. Wer sich jetzt fragt:

Was hat denn Kunst mit Demokratie zu tun?

schaut sich einfach mal das Interview an. Da gibt es einige Parallelen, die Herr Weibel sichtbar gemacht hat. Er  ist ein sehr interessanter Gesprächspartner (hier findet ihr seine Vita), das Interview mit ihm hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Seine  bereichernden Ansichten könnt ihr im folgenden Video sehen:

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich die interaktive Kunst im ZKM anzuschauen: zum 20. Jubiläum ist der Eintritt noch den ganzen August frei! Ganz umsonst! In der Collector’s Choice Ausstellung könnt ihr die von Herrn Weibel beschriebenen Op Art und Kinetik erleben. Nichts wie hin kann ich nur empfehlen! –> Homepage des ZKM mit Öffnungszeiten und aktuellen Ausstellungen

14:15 — Tatjana
Dieser Beitrag ist abgelegt unter:
Ist Demokratie gerecht?KarlsruheVerschiedenes

04 Aug 2009

gewaltig

In meinem letzten Eintrag ging es um die dritte Gewalt im Staat. Die dritte Gewalt… dann gibt es also auf jeden Fall schon mal drei. Erinnern wir uns an den Gemeinschaftskundeunterricht: Montesquieu hat im 18. Jahrhundert mit seiner Lehre von der Gewaltenteilung von der Gesetzgebenden, der Ausübenden und der rechtsprechenden Gewalt gesprochen, Legislative, der Exekutive und der Judikative.

Doch … ists mit den drei Gewalten getan? Die Rede ist von einer vierten Gewalt, welche die Politik maßgeblich mit beeinflusst. Die Rede ist von den Medien. Ahhhh…. Die Medien… Damit kann man jedem Politiker drohen, nicht zu unrecht wird auf die macht der großen Medien gescholten, die Vermengung von Medien und Politik in einer Person, wie sie ein Beispiel in Berlusconi findet, findet allgemeinen Anstoß. Wenn das Staatoberhaupt, wie jüngst der venezolanische Präsident Hugo Chávez, die Schließung von Radio- und Fernsehsendern verkündet (hier mehr dazu), wird das als Angriff auf die Meinungsfreiheit und als klarer Schritt weg von einer demokratischen Ordnung hin zum Despotismus gesehen.

Die Medienlandschaft hat sich in der Zeit gewandelt. Hatte im 19 Jahrhundert das „J’accuse“ des Emile Zola die Dreyfus-Affaire noch von der Titelseite einer Zeitung anstoßen müssen, so sind es heute die Twitternachrichten und mit Handycams aufgenommenen Youtube-Videos, die uns bewegen, wie jüngst bei den Protesten im Iran. Das Internet hat eine neue Öffentlichkeit geschaffen, in der die Meinung der Oppositionellen im Iran einen Platz findet, während sie in den öffentlichen Medien vor Ort im Land keine Chance auf Gehör haben.

Karikatur Quelle: http://images.google.com/imgres?imgurl=http://mp4i.files.wordpress.com/2009/07/4899_96035695969_731835969_1924814_5432543_n.jpg&imgrefurl=http://mp4i.wordpress.com/2009/07/11/karikatur-iran-und-twitter/&usg=__2YcBkVlQxdYGmK6tNgCszqArQ9A=&h=480&w=600&sz=74&hl=de&start=1&tbnid=eXgy31B8YWR7vM:&tbnh=108&tbnw=135&prev=/images%3Fq%3Dkarikatur%2Btwitter%26gbv%3D2%26hl%3Dde%26sa%3DG

Die Macht des Internets zeigt sich auch im Falle der Blogs. Yoani Sánchez berichtet seit 2003 auf Ihrem Blog Generación Y (hier der Blog in deutscher Übersetzung) vom ganz normalen Leben auf Kuba, mit all den Mangelerscheinungen und Missständen, die das Regime leugnet und um keinen Preis nach außen dringen lassen will. weiter…

12:43 — Tatjana
Dieser Beitrag ist abgelegt unter:
Ist Demokratie gerecht?Karlsruhe

28 Jul 2009

Im Zentrum der Macht

Die höchste Instanz der Rechtsprechenden Gewalt sitzt weit weg von Berlin, im grünen Herzen der badischen Hauptstadt, zwischen Botanischem Garten und Schlosspark, mitten in Karlsruhe. Hier hat man das letzte Wort. Zumindest wenn man der These von der “Karlsruher Republik” glauben kann.

dsci0066

Klickt auf das Bild um Fotos von meinem Besuch beim BVerG zu sehen.

Hier sitzen die 16 Obersten Hüter über die Verfassung, die Verfassungsrichter, in einem transparenten Bau, der durchlässig bleiben soll für die Bürger. Kein hoher Zaun, der Neugierige zurückhält. Bei der Führung durch das Gebäude erfährt man, dass sich der Architekt besonders darum bemüht hat, Einblicke zu gewähren und „den Eindruck demokratischer Transparenz“ zu vermitteln. Öffentliche Führungen gibt aber trotzdem nur für angemeldete Gruppen, und so rief ich drei Tage vorher bei der Pressestelle an und konnte mich einer 11. Klasse aus Neuenbürg anschließen, die mit ihrem Gemeinschaftskundelehrer einen Ausflug nach Karlsruhe organisiert hatte, nachdem sie im Unterricht die NPD und das Parteiverbotsverfahren und die Entscheidung des BVerG dazu diskutiert hatten.

Im Eingangsbereich finden sich die Portraits aller Verfassungsrichter, die es seit der Gründung des Bundesverfassungsgerichtes 1949 gegeben hat. Viele alte Männer und wenige Frauen blicken einen aus den Portraits, teils in Roben gekleidet, entgegen, einige bekannte Gesichter kann man erkennen: Peter Kirchhoff, zum Beispiel, oder Roman Herzog, Jutta Limbach, die als erste Frau dem Bundesverfassungsgericht bis 2002 vorstand.

Zwei Stockwerke höher befindet sich der Sitzungssaal, den wir alle aus dem Fernsehen kennen, mit den karamellfarbenen Ledersesseln und dem imposanten aus Holz geschnitztem Adler an der Wand. Zu den beiden Seiten sieht man aus den voll verglasten Fronten links (von den Sesseln der Richter aus gesehen) das Karlsruher Schloss, rechts die Städtische Galerie, dazwischen viel Grün. Vor dem Eingang sieht man die deutsche und die Europäische Fahne wehen. Ich konnte nicht widerstehen und habe für euch rasch ein Foto geschossen. Hier also, wurde vor einigen Wochen das viel beachtete Lissabon-Urteil verkündet.

Ausgearbeitet wurde es woanders: die 11b und ich werden in den Richterblock geführt, wo die Büros der 16 Verfassungsrichter um einen Innenhof mit gläsernem Durchgang auf zwei Etagen angeordnet sind, auf der einen der erste Senat auf der anderen der zweite. Jeder Richter hat sein eigenes Büro, plus Sekretärin plus einen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Die restlichen drei Mitarbeiter, die jedem der Richter zur Seite stehen, haben ihre Büros in einem anderen Takt. Stetig ist das Gericht gewachsen, so dass neune Büros angebaut werden mussten, die den Blick auf den Botanischen Garten schließlich verdeckten. Tatsächlich hat man vom Botanischen Garten aus, einem herrlichen mediterran anmutenden grünen Paradies, einen von Bäumen umrahmten Blick auf das Gebäude. Keine Wachmänner sind zu sehen, kein Zaun. Regelmäßig treten Neugierige über die im Boden eingebaute Sicherheitssystem, das dann Polizisten auf den Plan ruft, die einen freundlich und dezent darauf hinweisen, dass man sich dem Gebäude nicht weiter nähren darf. Ein Schild oder Zaun wäre sicher einfacher und effizienter gewesen. Aber man will um keinen Preis abschrecken. Das Bundesverfassungsgericht ist für seine Bürger da.

Es ist die höchste Stelle, an der man sein verfassungsmäßiges Recht reklamieren kann. Jeder Bürger kann eine Verfassungsbeschwerde einlegen. Seit 1969 ist die Verfassungsbeschwerde auch im Grundgesetz festgeschrieben. Und wird in anderen Ländern beneidet. Nicht überall haben die Bürger die Möglichkeit, einen Verstoss gegen das Grundgesetz direkt zum obersten Gericht zu beanstanden.

Nur 2,5% der Verfassungsbeschwerden waren bisher erfolgreich, ein Großteil wurde gar nicht zum Verfahren zugelassen. Trotzdem will das Gericht keine Quoten und Auflagen für die Verfassungsbeschwere. Jeder kann eine einreichen. Und die Entscheidung kann weit über den Einzelfall hinausreichende Folgen haben.

Und hier noch ein paar Links zum Thema:

Die offizielle Seite des Bundesverfassungsgerichts, mit Informationen zu den Richtern und einem Archiv der Entscheidungen und Pressemitteilungen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung zum Bundesverfassungsgericht:

Kurzdefinition

Ausführlicher Artikel zu den Aufgaben des BVerG

Beitrag zum NPD-Parteiverbot

Artikel zum Lissabon-Urteil

Ein ausführlicher Artikel zur “heimlichen” Macht des Bundesverfassungsgerichts in der ZEIT

18:06 — Tatjana
Dieser Beitrag ist abgelegt unter:
Ist Demokratie gerecht?KarlsruheVerschiedenes

04 Jul 2009

Was meinen Sie dazu, Herr Ministerpräsident?

Am Treffpunkt in Karlsruhe dreht sich alles um das Thema Demokratie. Die Frage lautet dabei: Ist Demokratie gerecht? Nicht so einfach zu beantworten, gibt es doch zunächst verschiedene Herangehensweisen und unzählige Formen von Gerechtigkeit. Bevor wir also einen tieferen Blick wagen, könnte man doch jemanden fragen, der sich damit auskennt. Vielleicht einer, den das Volk gewählt hat und der es bei wichtigen Entscheidungen repräsentiert. Einen Abgeordneten könnte man fragen, ja. Oder wie wärs mit einem Ministerpräsidenten?

 

In Karlsruhe hatte ich das Glück, Günther M. Öttinger kennenzulernen. Und ich wäre keine Video-Bloggerin, wenn ich dabei nicht die Kamera gezückt hätte.

 

Der Ministerpräsident kam gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Heinz Fenrich. Der kann natürlich auch was sagen zu den Herausforderungen der Demokratie heute. Aber schaut selbst mal hin.

 

 

Die beiden verweisen auf Probleme, mit denen ich mich noch ausführlicher befassen möchte:

Die Alternativen zur Demokratie, niedrige Wahlbeteiligungen, politische Bildung und Information als Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie, die Rolle der Medien und der Öffentlichkeit.

 

Man darf gespannt sein :)

22:49 — Tatjana
Dieser Beitrag ist abgelegt unter:
Fragen über FragenIst Demokratie gerecht?Karlsruhe