Planspiel Energie in Berlin-Tegel

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Vorhaben
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Forschungstagebuch

Forschungstagebuch

Die Energieforscher und -forscherinnen stellen ihr Konzept für ihren Stadtteil vor:

Planspiel Energie - Schaffen wir die Energiestadt der Zukunft? Die Energiezukunft von unserem Stadtteil Berlin-Tegel mit nachhaltigen Energiequellen bis 2030

Am Freitag, also dem letzten Tag der Projektwoche, wurden die Ergebnisse der vorherigen Tage zusammengefasst und die neu erworbenen Kenntnisse wurden genutzt um eine Vision von der Energiestadt der Zukunft zu erstellen. Im konkreten Fall ging es dabei um die Frage, ob das für die Insel entwickelte Energiegewinnungskonzept so auf Berlin Tegel, den Ort unserer Schule, übertragbar ist.

Das Planspielteam "Klimaretter" aus Berlin-Tegel bei der Arbeit

Die erste Aufgabe des Tages war, dass die „Klimaretter“ das Ergebnis des letzten Tages reflektieren sollten. Dafür sollten sie in Gruppen mit drei bis vier Leuten arbeitsteilig die Entwicklung bei der Energieversorgung auf der Insel erklären, begründen und noch einmal auf Vorteile und Nachteile der verschiedenen Energiegewinnungsformen eingehen. Die bei dieser Aufgabe entstandenen Plakate werden für eine Ausstellung im Rahmen des Reinickendorfer Umwelttages und dem Tag der Energie verwendet werden.

Nachdem das neugelernte Wissen auf diese Weise reaktiviert worden war, sollten sich die Schüler nun wiederum in Gruppen Gedanken darüber machen, ob die Situation auf der Insel auf Tegel übertragbar ist und ein eigenes Konzept für die Zukunft der Energie in Tegel erstellen. Über die verschiedenen entwickelten Konzepte sollte später mit der ganzen Gruppe diskutiert werden. Dabei sollte ein gemeinsames Konzept für Tegel entwickelt werden.

Konzept für die Zukunft der Energie des Planspielteams aus Berlin-Tegel

Die Schüler diskutierten über die Energiegewinnungsformen. Es war sehr interessant zu sehen, dass sich die Schüler dabei fast ausschließlich mit regenerativen Energien auseinandersetzten. Sie wogen Vor- und Nachteile gegeneinander ab, dachten über die größtmögliche Nähe der Kraftwerke zu Tegel, die Grundlastfähigkeit und mögliche Ergänzungsformen und die Finanzierbarkeit der Anlagen nach. Letztendlich einigten sich die Klimaretter auf einen Energiemix aus Biomasse, Wind- und Solarenergie.

Das Planspielteam "Klimaretter" aus Berlin-Tegel bei der Diskussion

Ihre Entscheidung für Biomasse hing mit dem Wissen um ein bereits bestehendes Fernwärmekraftwerk im Märkischen Viertel, das die Gruppe am Mittwoch besucht hatte, zusammen. Dieses Kraftwerk wurde gerade zum Teil auf Biomasse umgestellt. Die Schüler beschlossen in ihrem Konzept diesen Anteil noch zu erhöhen. Die dafür benötigten Energiewälder sollen in Brandenburg gepflanzt werden. Außerdem soll auf möglichst vielen Dächern, vor allem aber auf Dächern die eine lange Zeit des Tages über Sonneneinstrahlung verfügen, eine Solaranlage errichtet werden. Für die weitere Absicherung des Stadtteils mit Energie wurde auch die Möglichkeit von Windkraftanlagen diskutiert. Allerdings war man sich hier nicht sicher, ob Tegel über die benötigten Freiflächen verfügt, um Windräder in ausreichender Anzahl zu errichten. Dabei kam die Idee auf, Windräder auf die Dächer von Häusern zu verlagern. Über die Möglichkeit der Umsetzung dieses Vorschlags war man sich aber nicht sicher.

Nach dieser anstrengenden Denkarbeit war der Tag auch schon vorbei und die Klimaretter machten sich auf nach draußen, um nun ihre eigenen Energiereserven von der Sonne auffüllen zu lassen.

Das Planspielteam aus Berlin-Tegel setzt seine Arbeit fort:

Auswertung der Schnitzeljagd

Das mit der Schnitzeljagd gesammelte Wissen sollte den Grundstein legen für das eigentliche Planspiel, das wir selbst entworfen haben. Idee des Planspiels war es, einen fiktiven Inselstaat ausreichend mit Energie zu versorgen, sodass dieser sich vom Weltmarkt abkoppeln kann. Die Teilnehmer wurden so bestimmten Rollen zugewiesen, deren Profil sie sich jeweils einprägen und auch danach handeln sollten. Es gab Regierungsmitglieder (Regierungschef, Finanzminister, Umweltminister) und die Bevölkerung (Arbeiter, Landwirte, Industrielle). Vorhanden waren zur Energiegewinnung auf der Insel bereits ein Staudamm und ein Kohlekraftwerk. Obwohl nur die Regierung Geld hatte, um den Bau von Kohle-, Wasser-, Atom-, Biomasse- und Windkraftwerken oder Solaranlagen zu veranlassen, musste sie auch auf Wünsche der Bevölkerung eingehen, da es sogenannte „Aktionskarten“ gab, die wir als Spielleiter jederzeit einsetzen konnten, um den Spielverlauf zu lenken. So konnte jedoch nicht nur die Regierung wegen Unzufriedenheit in der Bevölkerung abgewählt werden, sondern auch Naturkatastrophen wie Waldbrände oder Abrutschen von Küstenteilen entstehen. Entstandene Schäden bzw. Verhinderungs- oder Sicherheitsmaßnahmen musste die Regierung auch aus ihrem Budget bezahlen.

Das Planspielteam "Klimaretter" aus Berlin-Tegel bei der Arbeit

Im Laufe des Planspiels wurden unsere Erwartungen, dass die Energieversorgung größtenteils regenerativ und „grün“ sein würde, erfüllt. Es wurden Biomasse- sowie Geothermiekraftwerke und Windkraft- und Solaranlagen gebaut, während das Kohlekraftwerk sogar abgerissen wurde. Später jedoch wurde ein neues errichtet, da die Regierung, die finanziell durch Naturkatastrophen geschwächt war, erkannte, dass Energiegewinnung mit Kohle billiger und gleichzeitig ertragsreicher als alternative Energiegewinnung ist.

Der fiktive Inselstaat des Planspielteams "Klimaretter" aus Berlin-Tegel

Insgesamt bewerten wir als Spielleiter den Verlauf des Planspiels positiv. Gründe hierfür sind besonders die intensive und ernste Auseinandersetzung der Teilnehmer mit den Themen Energie und Klima, sowie deren Fähigkeit, über gewisse Aspekte zu diskutieren, um einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden. Als negativ bewerteten die Teilnehmer, dass nur die Regierung Geld besaß und die Bevölkerung kein wirkliches Mitspracherecht bei Entscheidungen hatte. Dem entgegenzusetzen ist, dass die Regierung tatsächlich ständig versuchte, Abstimmungen durchzuführen, dies jedoch an zeitweiser Unkonzentriertheit Anderer scheiterte. Weiterhin lässt sich eine Parallele zur Realität ziehen, da auch wir heutzutage nur bedingt mitbestimmen können, welche Energiegewinnungsformen verwendet werden. Trotzdem lernten die Teilnehmer laut eigener Angabe, dass Entscheidungsfindungen schwierig sind und oft Kompromisse vonnöten sind. Weiterhin war es für einige Teilnehmer schwierig, sich mit ihrem spezifischen Rollenprofil zu identifizieren, da sie beispielsweise strikte Atomkraftgegner waren, während der ihnen zugewiesene Charakter ein starker Befürworter war. Wir als Spielleiter denken insgesamt, dass die Teilnehmer besonders durch die Umsetzung ihres Wissens im Planspiel viel gelernt und verankert haben.

Das Planspielteam "Klimaretter" aus Berlin-Tegel bei einer intensiven Debatte

Das Planspielteam aus Berlin-Tegel erläutert den Ablauf ihrer Schnitzeljagd:

Die Schnitzeljagd

Am Dienstag, dem 29. Juni 2010, began der Projekttag zu allererst mit einem kleinen Brainstorming. Wir, die Praktikantinnen, wollten zusammen mit dem Forscherteam eine Mindmap zum Thema Energie und Klima erstellen. Dadurch wollten wir herausfinden, wie viel die Teilnehmer/innen schon wussten und/oder was sie besonders interessiert. Anfangs trauten sich nur wenige an die Tafel, entweder aus Scheu oder aus Unsicherheit, was genau jetzt gefragt war. Durch die Exkursion des Vortages an das Meteorologische Institut der Freien Universität Berlin war generell mehr zum Teilthema Klima bekannt als zum Teilthema Energie. Fachbegriffe wie Inlandeis, Treibhauseffekt, Kohlenstoffdioxid und globale Erwärmung waren gut bekannte Dinge, aber der Zusammenhang zwischen Energie und Klima war dem Forscherteam noch nicht bewusst. Außerdem war die Mindmap am Ende eher ein unverzweigtes und simples Sonnengebilde und wir hatten das Gefühl, dass das Forscherteam den Sinn dieses Brainstorming nicht ganz verstanden hatte und daher nur oberflächlich einzelne Wörter einfielen. Daher ließen wir das Forscherteam die angeschriebenen Wörter sortieren und den beiden Teilthemen Energie und Klima unterordnen. Anschließend erklärten wir den Zusammenhang beider Teilthemen anhand eines Beispiels.

Das Planspielteam "Klimaretter" aus Berlin-Tegel bei der Gruppenarbeit

Es war das Stichwort Strom gefallen und stand nun unter dem Überpunkt Energie. Das Forscherteam ging nun näher darauf ein und verstand, dass durch konventionelle Stromgewinnung Unmengen vor allem an Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, welches den Treibhauseffekt und damit die globale Erwärmung beschleunigt. Genau mithilfe dieses Beispiels leiteten wir unsere zweite Aktion des Tages ein. Diese war eine Schnitzeljagd mit sieben verschiedenen Stationen, die auf dem ganzen Schulgelände - von Kellerraum bis zweiter Stock bis hin zum Nebengebäude - verstreut waren. An jeder Station befand sich ein von den Praktikantinnen selbstverfasster Text über einen bestimmten Energieträger sowie die Methode/n, wie daraus elektrische Energie erzeugt wird. Dabei wurde vor allem die Website des Online-Energiespiels „Energetika“ (www.energetika.de) als Quelle genommen. Insgesamt wurden die Energieträger Solarthermie und Photovoltaik,Kohlekraft, Atomkraft, Biomasse, Geothermie, Windkraft sowie Wasserkraft behandelt. Zu jeder Station gab es einen passenden Arbeitsbogen, auf dem entweder Fragen, Kreuzworträtsel, Zahlenrätsel oder Lückentexte standen. Mithilfe dieser Fragebögen sollte jede/r Teilnehmer/in die wichtigsten Stichpunkte über den Energieträger und dessen Stromerzeugung festhalten.

Die drei Gruppen arbeiteten sehr individuell: Die Teilnehmer/innen der einen Gruppe lasen den Text und beantwortete die Fragebögen in absoluter Stillarbeit; die andere Gruppe las sich gegenseitig die Texte vor, diskutierte und beantwortete gemeinsam die Fragen auf den Arbeitsbögen und die dritte Gruppe wechselte zwischen beiden Methoden je nach Länge der Texte und Art der Arbeitsbögen. Insgesamt waren alle Teilnehmer/innen konzentriert und sehr interessiert daran, die Fragebögen auszufüllen und in der Schnitzeljagd weiterzukommen. Das Besondere war, dass erst nach richtigem Ausfüllen der Arbeitsbögen das Forscherteam weiterkam, da die Lösungen die jeweiligen Räume der nächsten Station verriet. Dies, sowie die spielerische Abwechslung der Arbeitsblätter, und das Laufen zwischen den Stationen steigerte die Konzentrationfähigkeit der Teilnehmer/innen, sodass alle drei Gruppen fast gleichzeitig fertig waren, kaum Pausen brauchten und insgesamt sehr zielstrebig waren. Später wurde gesagt, dass die Schnitzeljagd den Teilnehmer/innen viel Spaß gemacht hatte, doch einige waren enttäuscht, dass es keinen Endpreis gegeben hat. Vielleicht hätte dies auch die Konzentrationsfähigkeit noch weiter gehoben.

Das Planspielteam "Klimaretter" aus Berlin-Tegel bei der Auswertung

Nach dieser Schnitzeljagd wurde gemeinsam eine Vor- und Nachteiletabelle über alle sieben eben behandelte Energieträger angefertigt. Dabei wurde nicht nur eben gesammeltes Wissen wie auch die Fragebögen zu Rate gezogen, sondern auch neue Vorschläge eingebracht. Anschließend wurde die am Morgen angefertigte Mindmap wieder behandelt: Die Teilnehmer/innen sollten jeder eine eigene Mindmap anfertigen, die die schon aufgeschriebenen wie auch neugewonnene Ideen beinhalten sollte. Dabei fiel jedoch auf, dass die Jüngeren des Forscherteams aus der 5. und 6. Klassenstufe nicht recht wussten, wie eine Mindmap aussehen sollte. Statt eine Mindmap mit Unter- und Übergruppen/worten und vielen Verzweigungen zu machen, erstellten sie wieder ein simples Sonnengeflecht und gruppierten die Ideen nicht. Gemeinsam wurde dann auf einem weiteren großen Plakat die Ideen niedergeschrieben und nach Über- und Untergruppen geordnet. Dabei wurde ein ganz neues Teilthema aufgeworfen, nämlich der Klimaschutz, der am nächsten Tag näher behandelt werden sollte.

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