"Forschungsexpedition Stadt" in Wunsiedel

Teamportrait
Lösung: "Auf Jean Pauls Spuren"

Die Klasse 9d des Luisenburg–Gymnasium Wunsiedel stellt ihre "Forschungsexpedition Stadt" unter das Thema "Auf Jean Pauls Spuren". In fächerübergreifender Projektarbeit sollen sich die Jungforscherinnen und –forscher literarisch, historisch und bildnerisch mit dem 1763 in Wunsiedel geborenen Schriftsteller Johann Paul Friedrich Richter auseinandersetzen. Die 14 Schülerinnen und 9 Schüler planen dazu die Wirkungsstätten des Dichters in Joditz–Hof, Weimar und Bayreuth zu besuchen.

Saalfeld

Das Expeditionsteam des Luisenburg – Gymnasium Wunsiedel

Wir begrüßen das Forschungsteam aus Wunsiedel und freuen uns auf spannende Berichte über Jean Paul und seine Spuren.

Lösung: "Auf Jean Pauls Spuren"

"Unsere Forschungsreise in die Geschichte unserer Stadt ist, wie schon das Wort "Expedition" erahnen lässt, erst einmal ein Stück vom geplanten Pfad abgekommen.

Durch ein geflügeltes Wort Jean Pauls fühlen wir uns dennoch auf dem richtigen Kurs: "Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist."

Wir haben das Ziel unserer Unternehmung nicht aufgegeben, sondern lediglich unsere Navigation auf neue nicht erwartete Stationen und Herausforderungen ausgerichtet.

Zur Erklärung der Situation:
Die Großen Ferien in Bayern fangen spät an und das neue Schuljahr begann erst am 15. September 2009. Bald nach unserer Bewerbung im Frühjahr stellte sich heraus, dass der Geschichtslehrer der ausgewählten Klasse unsere Schule verlassen würde. Daher war es ratsam, die Vorbereitungen voran zu bringen und das Projekt im neuen Schuljahr zu starten. Stundenplanverschiebungen, neue Klassenverteilung und weitere Veränderungen führten schließlich dazu, dass sich nun eine Parallelklasse, die 9b und einige Schülerinnen und Schüler aus Wahlkursen mit dem Thema befassten.

Wir haben ein Zitat unseres Dichters Jean Paul über seine Geburtsstadt voran gesetzt: "Ich bin gern in Dir geboren, die kleine aber gute lichte Stadt."

Als sich bei unseren Recherchen heraus stellte, dass Wunsiedel neun Jahre nach dem Tod Jean Pauls in einem verheerenden Stadtbrand fast völlig niederbrannte und in den Folgejahren in gänzlich anderer, klassizistischer Form wieder aufgebaut wurde, sahen wir uns veranlasst, darauf bei unserer Forschungsexpedition einzugehen.

Da sich dieser Stadtbrand von 1834 am 24. Oktober zum 175. Male jährte, beschlossen wir, zwölf damals abgebrannte und abgerissene Häuser auf dem heutigen Marktplatz wieder sichtbar werden zu lassen.

Wunsiedel

Das Expeditionsteam vermisst zusammen mit zwei Architekten die Grundrisse der verschwundenen Häuser

Zusammen mit dem Stadtarchivar und zwei Architekten wurden alte Stadtpläne mit den neuen überlagert, die Fundamente eingemessen und anschließend auf Platz und Straßenpflaster gekennzeichnet.

Das Ganze geschah mit Unterstützung der Stadt und des Runden Tisches, der sich mit urbaner Kultur und Stadtgeschichte befasst.

Auch dazu wieder ein Spruch Jean Pauls: "Der schönste, reichste, beste und wahrste Roman, den ich je gelesen, ist die Geschichte."

Wunsiedel

Die Jungforscherinnen und –forscher malen die Hausfundamente auf den Boden

In weiteren Recherchen der Klasse im Stadtarchiv und im Bauamt konnten spätmittelalterliche Keller ausfindig gemacht werden, die heute unter neueren Häusern liegen oder unter Straßen und Plätzen verborgen sind. In zwei Expeditionen wurden die Zugänge gefunden und mehrere Keller im Schein von Fackeln untersucht.

Wunsiedel

Das Expeditionsteam in den spätmittelalterlichen Kellern

In den folgenden Unterrichtsschritten werden in den kommenden Wochen und den ersten Monaten im Jahr 2010 die dokumentierten Erkenntnisse in einer Ausstellung in der Wunsiedler Stadtgalerie gezeigt.

Darüber hinaus wollen wir uns weiter mit dem literarischen Vermächtnis Jean Paul beschäftigen: Wir planen, zum Geburtstag des Dichters am 21. März 2010 sein Geburtshaus und den Platz und sein Denkmal davor durch textile Objekte mit Zitaten und einer Auswahl seiner Aphorismen zu gestalten."

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