Expedition vor Ort: Die "Treffpunkte der Wissenschaft"

Zehn Städte, zehn Fragen - viele Antworten! Die Treffpunkte der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2009

Begonnen hat alles mit zehn Fragen in zehn Städten: Die im Wissenschaftsjahr 2009 ausgerufenen zehn "Treffpunkte der Wissenschaft" stellen jeweils eine Forschungsfrage, die von überregionaler Bedeutung ist. Von "Muss Bremen umziehen?" bis hin zu "Hat Gesundheit Zukunft?" hinterfragen die Treffpunkte nicht nur Themen, die die Wissenschaft und Forschung beschäftigen, sondern gerade auch das alltägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger betreffen. Noch bis Ende des Jahres sind die Treffpunkte in Aktion – doch schon im Herbst kann man ein erstes positives Resümee ziehen.

600 Treffpunkt-Veranstaltungen: Highlights

Die zehn Treffpunkte haben insgesamt rund 600 thematische Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit auf die Beine gestellt. Ein Highlight war die Aachener Aktionswoche zum Thema "Energie Leben", in der eine Ausstellung mit Experimentierstationen sowie verschiedene Vorträge und Workshops angeboten wurden. "Muss Bremen umziehen?", diese folgenreiche Thematik hat der Treffpunkt unter anderem mit Hilfe einer gleichnamigen Ausstellung im Haus der Wissenschaft erörtert.

Ausstellung Bremen

Das Ausstellungspublikum in Bremen informiert sich zum Thema Klimawandel

In Darmstadt haben Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute auf der "Innovative 2009" ihre Produkte und Forschungsergebnisse präsentiert und so vermittelt, wie das "Unternehmen Wissenschaft" funktioniert. In Dresden stand eine Woche ganz im Zeichen der Biodiversität, wobei Vorträge, Ausstellungen, Wanderungen und Konzerte die vielen Facetten des Themas erlebbar machten. Wie Kommunikation (gleich mehrere) Wirklichkeiten schafft, das konnte Göttingen mit Theaterstücken, Vorträen, Lesungen und Diskussionen erklären.

Goettingen Treffpunkt

Auftakt des Göttinger Treffpunkts mit den Referenten Prof. Dr. Ingo Warnke (Bern) und PD Dr. Ulrike Gerhard (Würzburg)

Nichts Geringeres als das "Wunder Mensch" wurde am Treffpunkt der Wissenschaft Heidelberg erforscht – mit Tagen der offenen Tür wurde insbesondere Kindern und Jugendlichen ein Blick hinter die Kulissen der Medizin ermöglicht.

Heidelberg OP

"So cool ist Medizin" - das Motto beim Tag der offenen Tür am Treffpunkt Heidelberg

Mit einer interaktiven Präsentation im Planetarium hat der Treffpunkt Jena eine Lösung für die Forschungsfrage "Wie wird aus Licht Zukunft?" mit Jungforscherinnen und Jungforschen gesucht und gefunden. Ein Kunstwahlkampf und eine in dessen Folge demokratisch gewählte Ausstellung ist in Karlsruhe durchgeführt worden, um zu erfahren, ob Demokratie gerecht ist. In Mainz begaben sich Forscherkids auf Zeitreise, um im Rahmen einer Kinderuni zu erfahren, wie man ein Volk wird bzw. warum 1+1=1 sein kann. Das Städtetrio Nürnberg-Fürth-Erlangen widmet seine Lange Nacht der Wissenschaften unter anderem dem Schwerpunkt "Werkstoff Zukunft" und veranschaulicht so, welche neue Materialien der Mensch braucht.

PK Nuernberg-Fuerth-Erlangen

Pressekonferenz zur Eröffnung des Treffpunkttrios Nürnberg-Fürth-Erlangen

Jenseits der genannten Highlights und zahlreichen ganzjährigen Veranstaltungen wird die Forschungsfrage an jedem Treffpunkt von drei Gruppen beantwortet. Die drei Gruppen unterscheiden sich vor allem durch ihr Alter: Sowohl Kinder und Jugendliche, als auch Studierende und schließlich Erwachsene haben sich auf der Suche nach einer Antwort begeben.

Mainzer Expertendebatte

"Wie wird man ein Volk?" - die Expertendebatte im Mainzer Ratssaal

Die "erwachsenen" Expertinnen und Experten haben vor Ort im Rahmen einer öffentlichen Debatte die möglichen Antworten auf die Forschungsfrage diskutiert.

Darmstadt Expertendebatte

"Wohin wandert Wissen?" Expertendebatte am Treffpunkt Darmstadt mit
Prof. Dr. Karlheinz Langanke (GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung), Dr. Holger Zinke (Vorstand B.R.A.I.N. AG), Moderator (v.l.n.r.)

Selbstversuche und schwebende Züge: Die Expeditionstagebücher

Die Gruppe der Nachwuchswissenschaftler besteht aus vier Studierenden, die seit April als rasende Reporter im Dienste der Wissenschaft auf Expedition durch die Treffpunkte reisen. Im Rahmen ihrer Recherche, die bis Ende Oktober andauert, haben sie bislang 130 Beiträge verfasst und mit Videos, Texten und Fotos ihre Ergebnisse festgehalten. Tatjana Boos hat beispielsweise als Kulturwissenschaftlerin einen Selbstversuch gewagt und auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage "Welche neuen Materialien braucht der Mensch?" an einer Vorlesung der Werkstoffwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg teilgenommen (zum Video). Darüber hinaus wollte sie von den Referenten der Göttinger Expertendebatte wissen "Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten?" (zum Video). Das Thema "Zukunft Licht" hat die VWL-Studentin Helena Hensch nach Jena geführt. Ihre Ausbeute umfasst eine Umfrage unter Studierenden, der Besuch des Jenaer Planetariums sowie eine kleine Stadtführung (zum Video) und nicht zuletzt ein Interview mit dem Bürgermeister (zum Video). Keine Scheu vor fachfremden Fragen hatte auch Natalie Zimmer: Die Psychologie-Studentin war vor Ort in Aachen und hat nicht nur erfahren, warum Züge schweben können (zum Video), sondern auch mit einem Professor die Frage "Genug LebensEnergie für alle?" diskutiert (zum Video). Wie ein Maschinenbau-Student aus Berlin die Frage "Wohin wandert Wissen?" lösen kann, hat Ridha Azaiz bei seinem Besuch in Darmstadt und einem Gespräch mit dem juForum e. V., dem Jungforschernetzwerk, gezeigt (zum Video). Aber hat er auch herausgefunden, ob Bremen umziehen muss? (zum Video).

Schreiben, filmen, mixen: Die Schülerrecherchen

Nicht zuletzt haben unsere "Jüngsten" vor Ort die Forschungsfragen unter die Lupe genommen: Schülerinnen und Schüler haben sich ganz verschiedene Wege ausgedacht, um ihre jeweilige Treffpunkt-Frage zu lösen. In Aachen entsteht beispielsweise eine Sonderausgabe der Schülerzeitung "Yippie!" zum Thema "Genug LebensEnergie für alle?" – darin werden nicht nur Texte zu lesen sein, sondern auch eigens entwickelte Spiele angeboten (mehr Informationen).

Yippie Aachen

Die Titelseite der Sonderausgabe der Aachener Schülerzeitung "Yippie!"

In Mainz wurde in Kooperation mit dem Geschichtslehrerverband Rheinland-Pfalz gleich ein ganzer Schülerwettbewerb zur Forschungsfrage "Wie wird man ein Volk?" ausgerufen. Aufgrund der Qualität der eingesendeten (Text)Arbeiten wurden zwei erste Preise vergeben, in der Kategorie "Wiedervereinigung – was wissen wir heute noch von der DDR" und in der Kategorie "Die DDR im Film" (mehr Informationen).

Das Medium Interview und Audioschnitt haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Karlsruhe ausgesucht: "Ist Demokratie gerecht?" fragte die Gruppe die Karlsruher und mixte aus den Antworten verschiedene MP3-Interviews, die anschließend in der Karlsruher Innenstadt an "Hör-Säulen" zur Diskussion gestellt wurden (weitere Informationen).

Karslruhe Schuelerrecherche

Karlsruher Bürger lauschen den Demokratie-Interviews an Hör-Sälen in der Innenstadt

In Jena wagen die Jungforscherinnen und Jungforscher passend zum Thema Licht den Blick durch die Kamera: "Wie wird aus Licht Zukunft?" lautet die Frage und die Antwort wird mit Hilfe von Videos gegeben (mehr Informationen).

Jena Schuelerrecherche

Die Webseite der Jenaer Gruppe: www.zukunft-licht.de

In Kürze werden auch die Ergebnisse der Schülerrecherche aus dem Treffpunkt Dresden zum Thema Artenvielfalt (hier), der Radiogruppe aus Nürnberg über den "Werkstoff Zukunft" (hier) und dem Deutschleistungskurs in Göttingen zur Frage "Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten?" präsentiert (hier).

Dresden Schuelerrecherche

Das Dresdner Schülerprojekt zum Thema Biodiversität

Die zehn Treffpunkte der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2009: Zehn Fragen - viele Antworten!

Hintergrund

Die von der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag realisierten "Treffpunkte der Wissenschaft" stehen für zentrale Forschungsthemen von überregionaler Bedeutung.

Download Pressemitteilung 25.02.2009 (PDF)
Download Presseinformationen 25.02.2009 (PDF)

Mit vielfältigen Veranstaltungen und Aktivitäten werden die Bürgerinnen und Bürger vor Ort über Problemstel- lungen, Ergebnisse und Perspektiven der jeweiligen Forschungsdisziplin informiert und wagen entlang einer Forschungsfrage zum Thema eine gemeinsame Forschungsexpedition durch den jeweiligen "Treffpunkt der Wissenschaft".

Forschungsexpedition und Forschungsfrage

Erkenntnisleitend für die Expedition durch die "Treffpunkte der Wissenschaft" ist jeweils eine Forschungsfrage. Die Beantwortung der Frage erfolgt auf drei Wegen:

  • Schülerinnen und Schüler recherchieren zum Thema der Frage und stellen ihre Ergebnisse medial dar

  • ein Team aus vier Studenten bereist die "Treffpunkte der Wissenschaft" und dokumentiert seine Forschungsergebnisse in einem Online-Reisetagebuch auf www.staedte-im-wissenschaftsjahr.de.

  • Wissenschaftler und Experten gehen in einer öffentlichen Debatte der jeweiligen Frage nach

Folgende Städte und Themen werden sich auf der "Forschungsexpedition Deutschland" als "Treffpunkte der Wissenschaft" präsentieren:

Stadt

Thema

Forschungsfrage

AachenEnergie LebenGenug LebensEnergie für alle?
Bremen
System Erde
Muss Bremen umziehen?
Darmstadt
Unternehmen Wissen-
schaft
Wohin wandert Wissen?
Dresden
Vielfalt Leben
Welchen NaturRaum braucht der Mensch?
Göttingen
Perspektive Sprache
Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten?
Heidelberg
Wunder Mensch
Hat Gesundheit Zukunft?
Jena
Zukunft Licht
Wie wird aus Licht Zukunft?
Karlsruhe
Herausforderung Demokratie
Ist Demokratie gerecht?
Mainz
Zeit Reise
Wie wird man ein Volk?
Nürnberg/Fürth/
Erlangen
Werkstoff Zukunft
Welche neuen Materialien braucht der Mensch?