

Teamportrait
Lösung: Migration
Lösung: Meine Stadt im Geburtsjahr der Bundesrepublik
Lösung: Identität
Lösung: Persönlichkeiten
Lösung: Zeitreise
Lösung: Archiv
Vom 30. Juni bis zum 3. Juli 2009 nahm eine Projektgruppe der neunten Jahrgangsstufe des Goethe-Gymnasiums in Germersheim an der "Forschungsexpedition Stadt – Geschichte" in Speyer teil. Einen Überblick auf ihr Team wie auch einen Abriss ihrer Forschungsarbeit geben die Jungforscherinnen und -forscher selbst:
"Hallo, wir sind die Projektgruppe aller neunten Klassen am GGG!
Wir sind Corinna, Ines, Viktoria, Nina, Adam, Dominik, Kai, Sebastian, Michael, Justin, Jakob, Simon, Jeanette, Melanie, Felix und Larissa. Zusammen mit Frau Semmet haben wir uns in den vier Projekttagen mit den Aufgaben, die wir uns aus der "Forschungsexpedition Stadt – Geschichte" ausgesucht hatten, beschäftigt.
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Das Projektteam des Goethe-Gymnasiums Germersheim |
Chronologie der "FES – Geschichte" in Speyer
Dienstag, 30. Juni:
Heute hatten wir uns erstmal auf 6 Stationen geeinigt und den Vormittag für unsere vorbereitende Internet-Recherche genutzt, um zu entscheiden, wie und wo wir diese Aufgaben am besten lösen könnten. Dabei haben wir beschlossen, unsere Expedition in unserer Nachbarstadt Speyer durchzuführen.
Mittwoch, 1. Juli:
Nach einer Pause ging es weiter zum Stadtarchiv Speyer, wo wir gleich drei Stationen bearbeiten konnten: zum Thema Archiv (9), zur Frage nach dem Stadtnamen und –wappen (8), und zu unserer Stadt im Geburtsjahr der Bundesrepublik (14).
Zunächst gab uns Frau Menrath, die Leiterin des Stadtarchivs, einen Einblick in die Aufgaben eines Archivs.
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Das Projektteam im Stadtarchiv Speyer zusammen mit dessen Leiterin Frau Menrath |
Nach einem Rundgang durch das Archiv, widmeten wir uns unseren jeweiligen Aufgaben.
Donnerstag, 2. Juli:
Den heutigen Tag nutzten wir angesichts der Tatsache, dass uns das Feuerbachhaus in Speyer leider nicht empfangen konnte, um unsere Stellwand für den Präsentationstag zu bestücken, die jeweiligen Poster fertigzustellen und für eine weitere Internetrecherche zu dem Speyerer Maler Anselm Feuerbach.
Freitag, 3. Juli:
Heute ging es wieder nach Speyer in das Historische Museum der Pfalz. Hier wurden wir von Frau Stocker von der Museumspädagogik in der Dauerausstellung darüber informiert, was "in unserer Region vor über 1700 Jahren geschah".
Samstag, 4. Juli:
Dieser Tag war der Präsentationstag unserer Projekttage. Wir hatten unsere Ergebnisse in Form von Postern auf unserer Stellwand im Foyer der Schule ausgestellt und beantworteten den Besuchern ihre Fragen.
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Das Projektteam präsentiert auf einer Stellwand die Ergebnisse ihrer Forschungsexpedition |
Frage: Haben demographische Entwicklungen eure Stadt und ihre Geschichte in besonderer Weise geprägt? Wann und aus welchen Gründen hat es solche Entwicklungen gegeben (z. B. durch Flucht, Vertreibung oder Arbeitsmigration)? Sucht nach Zeugnissen oder nach Zeugen solcher Entwicklungen und dokumentiert eure Ergebnisse.
Die Lösung der Aufgabe Migration begingen die Germersheimer Jungforscherinnen und -forscher mit einem Besuch des Judenhofes (vormals Synagoge und seit Ende des 20. Jahrhunderts Zentrum der Archäologie) in Speyer. Ihre dabei ermittelten Ergebnisse stützen sich auf einen Vortrag des Mitarbeiters Herr Kleiner:
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Das Projektteam verfolgt den Vortrag Herr Kleiners im ehemaligen Zentrum des jüdischen Viertels in Speyer |
"Die Juden in Speyer
321 n. Chr.: Die ersten Juden kommen über die
Alpen nach Deutschland
1084: Die ersten Juden in Speyer werden schriftlich
erwähnt. Sie wurden vom Speyerer Bischof Rüdiger Huzmann eingeladen, um einen wirtschaftlichen und geistlichen Aufschwung zu bewirken. Sie erhielten Privilegien (Vorrechte) wie z. B. Zollfreiheit, Wohnungen und Lehremöglichkeiten bei den besten Gelehrten. Außerdem durften sie sich um Geld kümmern und für Darlehen Zinsen verlangen. Allerdings durften sie keine handwerklichen Berufe ausüben, außer z. B. jenem des Metzgers, um koschere Lebensmittel herzustellen.
1090: Dank Heinrich IV. gelten die Judenprivilegien im
ganzen "Heiligen Römischen Reich".
1096: Kreuzfahrer wüten in Speyer und bringen nahezu alle
Juden um.
1348: Die Pest bricht in Deutschland aus, wofür Juden
verantwortlich gemacht und
umgebracht werden.
1534: Es sind keine Juden mehr in Speyer
verzeichnet.
Die Kommunikation zwischen den Städten:
1084 entsteht der "SCHUM" Verband (Schum = hebr. für Knoblauch), bestehend aus den Gemeinden Speyer (Schpira), Mainz (Magenza) und Worms (Uarmaisia)."
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Der Judenhof in Speyer |
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Innenansichten |
Frage: Im Jahr 2009 wird die Bundesrepublik 60 Jahre alt. Wie sah eure Stadt im Jahre 1949 aus? Wie haben die Menschen damals gelebt? Welche Sorgen und Erwartungen hatten sie? – Befragt Zeitzeugen und sucht im Archiv oder bei Zeitungsredaktionen nach Quellen und Zeugnissen, die über eure Stadt und ihre Menschen im Jahr 1949 Auskunft geben.
Die Dokumentation der Forschungs- ergebnisse des Germersheimer Projektteams bezüglich der Forschungs- frage Meine Stadt im Geburtsjahr der Bundesrepublik verdanken wir den Jungforscherinnen Ines, Victoria, Corinna und Nina (links im Bild bei ihrer Arbeit im Stadtarchiv):
"Speyer – 1949
Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges war Speyer eine Stadt voller Armut.
Viele Kinder lebten ohne ihre Eltern, da sie diese im Krieg verloren hatten und die Frauen warteten sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer Männer aus der Sowjetunion.
Die Wohnungslage in Speyer war 1949 katastrophal. Tausend Speyerer suchten vergeblich eine Wohnung. Und da sich viele Bürger kein Brennholz und keine Lebensmittel leisten konnten, kam es oft zu Diebstählen und Schwarzhandel. Die Preise, die die Verkäufer verlangten, waren überteuert und so kam es zu vielen Anzeigen wegen Preisüberhöhung. Ein Ei wurde z. B. für 1 DM, die Glühbirne für 4 DM verkauft. Die Berufschancen für Mädchen und Frauen waren sehr schlecht. Sie waren für den Haushalt und ihre Kinder verantwortlich.
Trotz all dieser negativen Punkte des Jahres 1949 war die Stimmung nicht am Tiefpunkt. (1)
Ein Beispiel dafür war das Speyerer Brezelfest (2), das nach zehn Jahren Pause, aufgrund des 2. Weltkrieges, am 10. Juli 1949 erstmals wieder stattgefunden hat. Es war weitaus bescheidener als heute, da es keine großen Fahrgeschäfte oder gar ein Riesenrad gab, trotzdem erschienen zahlreiche Besucher. Heute ist das Brezelfest das größte Volksfest am Oberrhein."
Fußnoten:
(1) Speyerer Vierteljahreshefte, Quartalsschrift zu Kultur und Stadtgeschichte,
40. Jahrgang, Heft , Sommer 2000
(2) Die Rheinpfalz, 12. Juli 1949
Frage: Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Namen eurer Stadt? Was sagt das Wappen aus? Welche Wahrzeichen gibt es? Sucht in der Stadtverwaltung, im Archiv, in Bibliotheken oder bei Lokalhistorikern nach Informationen und dokumentiert eure Ergebnisse.
Über eine etymologische Herleitung des Stadtnamens näherte sich das Germersheimer Expeditionsteam dem Fachgebiet der Heraldik und bestimmte Ursprung und Herkunft des Stadtwappens von Speyer. Ihre Ergebnisse haben sie für uns zusammengefasst:
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Das Expeditionsteam bei der Wappenkunde im Stadtarchiv |
"Spira – Spire – Speyer
Die Herkunft des Stadtnamens "Speyer" ist nicht genau bekannt. Fest steht jedoch, dass die Stadt im Jahre 940 n. Chr. "Spira" genannt wurde. Im Laufe der Zeit änderte sich der Name und wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts zu "Spire". Der Name änderte sich weiterhin und im Jahre 1527 wurde die Stadt das erste Mal als "Speyer" erwähnt.
(Quelle: Prof. Dr. Erich Keyser: Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland, 1964)
Das Speyrer Stadtwappen
Im 11. Jahrhundert begannen die Kreuzzügler je nach Familie ein bestimmtes Wappen zu tragen. Es diente zur gegenseitigen Identifikation. Dieser Brauch weitete sich auf Städte und Länder aus. So entwarf auch Speyer sein eigenes Wappen.
Das erste Stadtwappen zeigte die Nordansicht des Doms, mit der wachsenden Madonna mit Kind im Vierpass. Ab 1846 jedoch verwendete man die Westansicht des Doms, da man sie als empfehlenswerter und ehrwürdiger ansah. Dieses neue Wappen wurde vom damaligen Reichsherold entworfen. Es wurde am 06. Mai 1846 von König Ludwig I. von Bayern genehmigt."
Das Wappen:
In Silber ein rotes Kirchengebäude mit blau bedachten und mit goldenen Kreuzen besteckten Türmen und drei offenen Türen.
Quelle: Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz, Neustadt 1988
Bildnachweis: http://www.wissen.de
Frage: Ist eure Stadt der Geburtsort von Frauen oder Männern, die in Politik oder Wirtschaft, Wissenschaft oder Technik, Kunst, Kultur oder Sport prägend waren? Sammelt (z. B. in einem Archiv, einer Forschungseinrichtung oder bei Privatpersonen) zu einer in Frage kommenden Person interessante Informationen. Befragt, sofern möglich, Menschen, die diese Person gekannt haben. Dokumentiert eure Ergebnisse.
Trotz des misslichen Umstandes, dass das Feuerbachhaus in Speyer das Expeditionsteam am 2. Juli leider nicht empfangen konnte, erzielten die Jungforscherinnen und Jungforscher eine Fülle an Forschungsergebnissen zu "ihrer" Persönlichkeit Anselm Feuerbach und hielten diese für uns fest:
Zur Person
Anselms Familie:
- Mutter: Amalie Feuerbach, geb. Keerl, starb am 1. März 1830 an Lungentuberkulose.
- Vater: Joseph Anselm Feuerbach, Archäologe, heiratete die Pfarrerstochter Henriette
Heydenreich
Amseln und seine Schwester Emilie Feuerbach, wohnten vier Jahre bei den Großeltern in
Ansbach.
Heutige Nachkommen Feuerbachs:
Direkte Nachkommen der Familie Feuerbach gibt es heute nicht mehr, da es in einer Ehe nach Anselms Zeit nur Töchter gab und diese die Nachnamen ihrer Männer übernommen hatten.
Anselms Tätigkeiten:
Anselm war schon als kleiner Junge begeisterter Maler. Im Laufe der Jahre ging er an verschiedene Schulen und lernte bei den großen Meistern. Mit der Zeit entwickelte er seinen eigenen Stil und wurde ein freier Maler.
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Selbstporträt Anselm Feuerbachs (Bildnachweis: www.wikipedia.de) |
Lebensdaten:
1829 Geburt in Speyer
1836 Berufung des Vaters an die Universität Freiburg
1843 Anselm erhält systematischen Zeichenunterricht.
1845 Reise nach Düsseldorf, er wird Schüler von Schadow.
1846 Das erste größere Gemälde entsteht: Flötender Silen
1848 Verlassen der Akademie Düsseldorf.
1849 Eintritt in das Atelier München von Karl Rahl
1851 In Paris studiert und kopiert er alte Meister im Louvre, sein Vater stirbt am 1. September
(Sein zweites größeres Gemälde entsteht)
1854 Er ist nun freier Künstler
1856 Er bricht nach Florenz auf.
1857 Mitglied des Deutschen Künstlervereins Rom
1860 Er lernt Anna Risi kennen
1863 Feuerbach bekommt erste Bestellungen von Schack
1866 Nach den Studien in Anzio lernt er Lucia Brunacci kennen
1870 Ausstellung der Medea in Karlsruhe, im September geht er nach Rom
(Ursache: Deutsch-Französischer Krieg)
1873 Seine Schwester Emilie stirbt
1874 Ausstellung in Bern der Amazonenschlacht
1875 Feuerbach pendelt zwischen Rom und Wien
1876 Er hat eine Lungenentzündung
1877 bis 1879 Feuerbach pendelt zwischen Venedig und Nürnberg
1880 Feuerbach erliegt am 4. Januar in Venedig einem Herzschlag.
Lebensbedingungen zur Zeit Anselm Feuerbachs:
- 19 Jahrhundert ist länger als andere Jahrhunderte
- Beginn: 1789 (fr. Revolution); Ende: Ende des 1. Weltkrieges( 1918)
- Im 19. Jahrhundert Beginn der Industrialisierung und die kapitalistische Wirtschaftsweise setzt sich durch
- Mit dem Imperialismus erreicht die Dominanz in Europa ihren Höhepunkt
- Inneralb der sich industrialisierenden Gesellschaften veränderten sich mache Lebensweisen dramatisch
- sozialer Wandel zerstörte Verhaltens- und Denkweisen
- Suche nach Arbeit erhöht Mobilität
- Arbeiterbewegungen und Sozialismus waren zentrale Begriffe in der zweiten Hälfte des
19. Jh.
Qelle: http://www.wikipedia.org
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Der Verein Feuerbachhaus e. V. in Speyer (Bildnachweis: www.feuerbachhaus.de) |
Frage: Was geschah in eurer Region vor 200, 400, 1000 oder 2000 Jahren? Besucht ein Naturkundemuseum oder ein Heimatmuseum und findet es heraus! Versetzt euch in die Rolle eurer Vorfahren und beschreibt aus deren Sicht ein Beispiel (Wohnen, Arbeit/Werkzeuge, Essen...) aus dem damaligen Leben!
Frage: Besucht das Archiv eurer Stadt und informiert euch dort über die Zielsetzung und die Arbeitsbereiche der Einrichtung sowie über die Tätigkeiten der Mitarbeiter.
Dokumentation Zeitreise und ArchivIhre Ergebnisse zu den Forschungsfragen Zeitreise (3) (Der "Barbarenschatz") und Archiv (9) hielten die Jungforscherinnen und -forscher aus Germersheim für im Rahmen einer Präsentation am 4. Juli einzig in analoger Form auf einer Stellwand fest, weshalb sich uns ein Einblick in diese leider verschließt, deshalb an dieser Stelle abschließend noch ein paar Eindrücke von der "Forschungsexpedition Stadt – Geschichte" in Speyer:
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