

"Maßgeschneiderte neue Materialien und ihre Integration in technische Produkte bestimmen heute den Fortschritt in Naturwissenschaft und Technik. Visionen sind Autos, die bei höherer Sicherheit nur halb soviel Kraftstoff verbrauchen oder Solarzellen, die Sonnenstrahlung für eine wirtschaftliche Energiegewinnung nutzen. Verwirklicht werden können diese Visionen nur durch Durchbrüche im Bereich Materialien und Verfahrenstechnik: Metallische Schaumstrukturen mit hoher Festigkeit und geringem Gewicht, neue Kohlenstoffmaterialien für Solarzellen zur effizienten Umwandlung von Licht in elektrischen Strom oder medizinische Implantate aus ideal auf den Körper angepassten Materialien.
|
|
Neue Materialien sind ein Schlüssel für die Lösung drängender globaler Herausforderungen wie Ressourcenknappheit, Klimaschutz, Energie, Umwelt und Gesundheit. Eine große Rolle spielt dabei die Nanotechnologie, die neue Hochleistungsmaterialien gezielt aus kleinen Bausteinen, den Nanopartikeln zusammensetzt. Deren Herstellung und Verarbeitung stellen die Herausforderung und die Chance für den "Werkstoff Zukunft" dar.
Das Kompetenzfeld Neue Materialien ist fest in Nürnberg, Fürth und Erlangen verankert; das Städtedreieck gilt als Werkstoffzentrum Bayerns und ist in diesem Kompetenzfeld sogar als europäischer Spitzenstandort einzustufen. Diese Bedeutung wird auch durch die Universität Erlangen-Nürnberg verdeutlicht: insgesamt acht Departments beschäftigen sich dort mit innovativen Werkstoffen. Das Department Werkstoffwissenschaften ist eines der größten aller deutschen Universitäten. Der Exzellenzcluster "Engineering of Advanced Materials", der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt Materialien mit maßgeschneiderten elektrischen, optischen, katalytischen und mechanischen Eigenschaften in der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen sieben Fachrichtungen, außeruniversitären Einrichtungen und der Industrie. Wissen und Technologie rund um "Werkstoff Zukunft" entstehen aber auch in den zahlreichen Forschungsinstituten und forschenden Unternehmen in Nürnberg, Fürth und Erlangen, darunter unter anderen die Fraunhofer Institute für Integrierte Schaltungen und Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie."
Diese Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Nürnberg-Fürth-Erlangen stammt von Prof. Dr. Wolfgang Peukert, Lehrstuhl für Feststoff- und Grenzflächenverfahrenstechnik, der zugleich Koordinator des Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist. Wenn Sie herausfinden möchten, wie Schülerinnen und Schüler aus dem Treffpunkt mit der Forschungsfrage umgegangen sind, dann erfahren Sie hier mehr. Unsere Studenten haben unter anderem einen Selbstversucht zum Thema gewagt.
"Wir sind ein Volk – das war eine der zentralen Botschaften im Herbst 1989. Sie knüpfte an den Ruf "Wir sind das Volk" an – und verankerte die deutsche Revolution von 1989/90 tief in der deutschen Geschichte. Denn sie griff auf die zentralen Forderungen der Moderne seit dem 19. Jahrhundert zurück: Volkssouveränität und Demokratie, Freiheit und nationale Einheit.
Nachdem die staatliche Einheit hergestellt war, zeigte sich freilich, dass es mit der inneren Einheit keineswegs so einfach war – wie man ein Volk wird, nach vierzig Jahren der Teilung und der unterschiedlichen Entwicklung, ist eine der zentralen Fragen des vereinigten Deutschland geblieben. Dazu gehört, dass die Deutschen in Ost und West, jung und alt, mehr voneinander wissen.
Die Geschichtswissenschaft setzt sich mit Personen, Ereignissen und Entwicklungen auseinander und erforscht diese Zusammenhänge sowohl beschreibend als auch kritisch mit schriftlichen und mündlichen Quellen. Die historische Analyse der Deutschen Einheit wird dem Bereich der Neuesten Geschichte zugeordnet. Geschichte ist ein zentraler Fachbereich der Mainzer Johannes Gutenberg Universität. Der Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften behandelt Themen von der Antike bis zur modernen Zeitgeschichte und bezieht sowohl die byzantinische als auch die osteuropäische Geschichte mit ein. Eine der aktuellen Fragen des Fachbereichs stellt zum Beispiel "Die Wiedervereinigung Deutschlands 1989/90" dar, die auch im Sinne einer aktuellen Positionsbestimmung Deutschlands diskutiert wird.
Eine Frage nach der Verbindung von Geschichte und Gegenwart wird auch am Institut für Europäische Geschichte und an den zahlreichen Forschungsstellen innerhalb der Mainzer Museumslandschaft und besonders im Zusammenschluss aller wissenschaftlich forschenden Einrichtungen zur Mainzer Wissenschaftsallianz deutlich. Als Ort der Revolutionen, an dem sich überall Geschichte mit Gegenwart/Zukunft verbindet, scheint Mainz ideal, um sich auf "Zeit Reise" zu begeben."
Diese Experten-Antwort auf die Mainzer Forschungsfrage stammt von Prof. Dr. Andreas Rödder, Johannes Gutenberg-Universität, Historisches Seminar IV: Neueste Geschichte. Wie Schülerinnen die Frage des Treffpunkts Mainz im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbs beantwortet haben, finden Sie hier, unsere Studierenden haben wiederum andere Mittel und Wege gewählt, um die Frage "Wie wird man ein Volk?" beantworten zu können.
"Seit der Antike ist Demokratie eine Herausforderung. Von der Philosophie über die Politischen Wissenschaften bis hin zu den Sozialwissenschaften setzt sich die Forschung auch heute mit den Themen Staat, Gerechtigkeit, Wahl und Recht auseinander. Jeder dieser Bereiche beeinflusst den Lebensalltag des Bürgers immens, dennoch scheint sich das Volk in der Volksherrschaft kaum als Machtträger, sprich als Einflussnehmender, auf die politische Praxis wahrzunehmen.
|
|
Die moderne Gesellschaft hat verstanden, dass man zur erfolgreichen Machtausübung nicht Druck benötigt, sondern Zug. Man motiviert den anderen durch Einsicht und Anreiz, durch Inspiration und Attraktion. Motivation ist verinnerlichte Macht. Durch sie wird der Zwang unsichtbar und in eigenen Antrieb verwandelt. Versteht man den Staat zudem als eine Benutzeroberfläche wie bei einem Computer, muss der Bürger, als User demokratischer Dienste, nicht wissen, wie ein Rechnungshof, ein Auswärtiges Amt, ein Verteidigungsministerium funktioniert. Die Intransparenz dieser Systeme allein macht Demokratie überhaupt möglich.
Da wir – und so weder Wissenschaft noch politische Praxis – nicht wissen, was die Zukunft bringt, sind wir dazu verdammt, aufgrund von Wahrscheinlichkeitsberechnungen zu handeln. Die Lücke zwischen Wahrscheinlichkeit und Gewissheit lässt sich niemals schließen, dennoch müssen wir handeln – folglich: ins Handeln springen. Springen bedeutet: trotz unvermeidlicher Untermotivation und Unterinformation eine Entscheidung treffen und diese in die Tat umsetzen. Wir wissen nie genug, um sicher zu sein, dass richtig ist, was wir tun – dennoch tun wir, was wir tun.
Bei diesem Springen ins Handeln der Bürger und auch des Staates entstehen zwangsläufig Fehler, Unstimmigkeiten und Widersprüche. Um diese vernünftig und gerecht regeln zu können, braucht die Gesellschaft Rechtssprechung und Gerichte. Karlsruhe wird "Residenz des Rechts" genannt, da hier – neben den ersten Beiträgen zur demokratischen Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert – mit dem Bundesverfassungsgericht, der Bundesanwaltschaft und dem Großteil des Bundesgerichtshofes die wichtigsten Rechtssprechungseinrichtungen der Bundesrepublik beheimatet sind."
Diese Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Karlsruher Treffpunkts stammt von Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Rektor der HfG | Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Sie wollen wissen, was Studierende und Schüler über die Gerechtigkeit von Demokratie herausgefunden haben?
"Neue Lichtquellen erlauben eine Vielzahl innovativer Anwendungen in der Beleuchtung, in der Medizin und auch in der Sicherheitstechnik. Die Verwendung effizienter LED-Lichtquellen für die Allgemeinbeleuchtung beispielsweise erlaubt Energieeinsparungen um 50% und damit eine beträchtliche Reduktion des CO2-Austoßes. Organische Leuchtdioden, die OLED, lassen als Leuchttapeten je nach Tageszeit den Raum in anderem Licht erscheinen.
Die Heilung der Alterssichtigkeit wird mithilfe gezielter ultrakurzer Laserpulse,
die in speziellen photonischen Kristallfasern erzeugt werden, möglich sein
und die Sicherheitskontrollen an Flughäfen könnten durch die Entwicklung
bildgebender Terahertz-Verfahren erleichtert werden. So hilft Licht unterschiedlicher
Wellenlängen, das über verschiedene Mechanismen erzeugt und zugeschnitten
auf die spezielle Anwendung geformt und manipuliert wird, Zukunftsaufgaben zu lösen.
Forscher und Entwickler in Instituten und Unternehmen in Jena arbeiten an diesen und vielen
anderen Themen rund um das Licht.
Dabei hat das Thema Licht in Jena bereits lange Tradition: So ist es dem Zusammentreffen des wissenschaftlich-wirtschaftlichen Dreigestirns Carl Zeiss, Otto Schott und Ernst Abbe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu verdanken, dass sich Jena zur Industriestadt und Wiege der modernen Optik entwickelt. Durch ihre Zusammenarbeit entstanden die Zeisswerke und das Jenaer Glaswerk Schott und Genossen und wurde die Grundlage dafür gelegt, dass Jena seitdem weltweit als Synonym für innovative Optiktechnologien steht. Die effektive Kooperation zwischen Forschungsinstituten und Wirtschaftsunternehmen hat sich bis heute bewährt und begründet Jenas außerordentlichen Ruf als Hochtechnologiestandort."
Diese Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Jena stammt von Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF/Jena Institut für angewandte Physik der FSU Jena. Wie Schülerinnen und Schüler das Thema "Zukunft Licht" erforschen, kann man hier nachverfolgen. Unsere Studenten haben ebenfalls Licht ins Dunkel der Jenaer Forschungsfrage gebracht.
Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. (...) Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung. (...) Für die Erreichung des besten Gesundheitszustandes ist es von besonderer Bedeutung, dass die Erkenntnisse der medizinischen, psychologischen und verwandten Wissenschaften allen Völkern zugänglich sind. Eine aufgeklärte öffentliche Meinung und eine tätige Mitarbeit der Bevölkerung sind für die Verbesserung der Gesundheit der Völker von höchster Wichtigkeit. Die Regierungen tragen die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Völker; sie können diese nur auf sich nehmen, wenn sie die geeigneten hygienischen und sozialen Vorkehren treffen.
"Dieser Auszug aus der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht
es deutlich: Gesundheit geht alle an - und kann nur durch die Zusammenarbeit von
Wissenschaft, Politik und Bürgerinnen und Bürgern erreicht werden. Die
medizinische Forschung der letzten Jahre hat die Möglichkeiten, kranke Menschen
zu heilen, weiter verbessert - zugleich sind die Herausforderungen an die Gesundheit
in einer globalisierten Welt hoch.
Hat Gesundheit Zukunft? - diese Forschungsfrage fordert die biomedizinischen Heidelberger Forschungsinstitute und Kliniken auf, ihren Beitrag zur Gesundheit zu definieren. Gesundheit zu bewahren oder wieder herzustellen, hat in Heidelberg seit Jahrhunderten Tradition. Heute ist Heidelberg eines der führenden Zentren der medizinischen Grundlagenforschung in Deutschland. Die Verbindungen der Ruprecht-Karls-Universität zu international anerkannten Heidelberger Forschungszentren wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) sind eng. Das Universitätsklinikum ist ein wichtiger Partner für die rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Behandlung von Patienten."
Diese Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Heidelberg stammt von Dr. Annette Tuffs, Leiterin der Pressestelle des Universitätsklinikum Heidelberg. Was wohl unsere Studierenden über die Zukunft der Medizin herausgefunden haben?
"Sprache ist nicht nur ein Medium zur Mitteilung von Gedanken über Gegenstände und Sachverhalte, sondern auch an der Erfahrung der Welt als Wirklichkeit beteiligt. Da Erfahrungen subjektiver Natur sind, bezieht sich die Göttinger Forschungsfrage auch auf Wirklichkeiten. Der Plural soll auf den komplexen Zusammenhang zwischen Sprache, Wahrnehmung und Wirklichkeit verweisen.
|
|
Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten? |
Sprache spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Informationen. Mit ihr bauen wir im Gedächtnis und Denken Strukturen auf, die es uns möglich machen, in einer Gesprächssituation zu reagieren. Das Beispiel einer Konfliktsituation zeigt es deutlich: Oft werden gleiche Sachverhalte unterschiedlich bewertet. Was wir wahrnehmen, wie wir es bewerten und gewichten, hängt im Wesentlichen davon ab, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Der wahrgenommene Eindruck wird durch verschiedene Prozesse mit unseren vorhandenen Denkstrukturen abgeglichen und in diese eingeordnet.
Göttingen kann als Universitätsstadt nicht nur mit den Brüdern Jakob und Wilhelm Grimm eine lange Tradition in der Forschung zum Thema Sprache aufweisen. In verschiedenen Philologien werden in Göttingen Sprache und ihr Zusammenhang mit dem menschlichen Denken und Handeln erforscht und in der Lehre nicht nur an Studenten vermittelt. Die Universitätsstadt hat im Wissenschaftsjahr neben der erfolgreichen Vernetzung vor Ort beispielsweise in der Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, auch auf nationaler und internationaler Ebene Kooperationen aufbauen können. So konnte auf nationaler Ebene das Forschungsnetzwerk "Sprache und Wissen" der Universität Heidelberg und internationaler Ebene das Center for the Studys of Language and Society (CSLS) der Universität Bern gewonnen werden."
Diese Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Göttingen stammt von Prof. Dr. Ingo Warnke, Institut für Germanistik - Center for the Study of Language and Society (CSLS) der Universität Bern. Wenn Sie sich für die Antwort aus der Perspektive von Göttinger Schülerinnen und Schülern interessieren, dann erfahren Sie hier mehr. Wie Kommunikation Wirklichkeiten schafft, hat sich nicht zuletzt auch unser studentisches Expeditionsteam gefragt.
"Biodiversität – oder Biologische
Vielfalt – meint die Vielfalt der Gene, der Arten und der Lebensräume. Sie ist eine
der zentralen Säulen des menschlichen Wohlergehens, da sie dafür sorgt, dass
der "Kreislauf des Lebens" aufrecht erhalten wird. Biologische Vielfalt
hängt direkt vom Umgang des Menschen mit der Fläche ab. Durch die immer
intensivere Landwirtschaft, die Rodung von Wäldern und den Straßen- und
Siedlungsbau ist in den letzten Jahren ein alarmierender Rückgang von Lebensräumen
und Arten zu beobachten – nicht nur in den Tropen, sondern auch in Deutschland. Von der
"Festplatte des Lebens" werden täglich durch das Wirken des Menschen
Daten unwiederbringlich gelöscht.
Ziele der Forschung zur biologischen Vielfalt sind die Dokumentation von Arten und ökosystemen und die Untersuchung von Wirkungsbeziehungen. Gefährdungen werden aufgezeigt und Strategien entwickelt, wie vielfältige Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanze nachhaltig gesichert und die biologische Vielfalt nachhaltig genutzt werden können.
Das Dresdner Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) ist eine der führenden raumwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Deutschland. Mit seiner Forschung will das IÖR dazu beitragen, dass sich Städte, Regionen und Landschaften umweltgerecht entwickeln. Dazu untersuchen Wissenschaftler des Instituts die komplexen Zusammenhänge zwischen unserer natürlichen, gebauten und sozialen Umwelt – sowohl im nationalen, als auch im europäischen und internationalen Kontext.
Eine weitere zentrale Einrichtung Dresdens, die sich mit dem Thema Biodiversität auseinandersetzt, sind die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), die phylogentisch-systematische sowie taxonomische Forschung an fossilen, aquatischen und terrestrische Ökosystemen betreibt. Umfassende biologische Forschungssammlungen, einschließlich DNA- und Gewebebanken, dienen als Grundlage für moderne Artenschutz- und Biodiversitätsforschung."
Die Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Dresden stammt von Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Müller, Direktor des Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung. Und wie beantworten Studierende die Frage nach dem NaturRaum des Menschen?
"Am 9. November 1989 ist die Berliner Mauer gefallen und hat zur deutschen Wiedervereinigung geführt. Das war vor 20 Jahren - also, vor eurer Geburt. Um diesen Meilenstein unserer Geschichte kennenzulernen, befragt Zeitzeugen, wie sie diesen Tag erlebt haben!". So lautet eine der elf Aufgaben der "Forschungsexpedition Stadt" in diesem Wissenschaftsjahr.
Expeditionsteams aus über 30 Städten aus Ost und West stellten sich dieser Herausforderung und begaben sich in ihren Heimatstädten auf die Spurensuche zum Thema Wiedervereinigung. Sie interviewten Zeigzeugen, befragten berühmte Persönlichkeiten ihrer Stadt, aber auch Passanten sowie ihre Verwandten und Bekannten nach ihren Erinnerungen und Erlebnissen an diesem historischen Tag. Ergänzend zur Befragung recherchierten viele Teams im Stadtarchiv, in einer Bibliothek oder Universität.
|
|
Links: Das Team die 7 Forscher aus Braunschweig recherchieren in der Bibliothek nach den Büchern über die Berliner Mauer |
Interessante und bewegende Geschichten aus der Sicht der ehemaligen und regierenden (Ober-)Bürgermeister konnten beispielsweise die Jungforscherinnen und -forscher aus Düren, Eschenburg, Löhne, Osnabrück und Saarbrücken dokumentieren. Die Berliner "Gutzi-Forscher" besichtigten die Reste der Berliner Mauer, die Teams aus Bad Frankenhausen und Dortmund sprachen mit ihren Geschichtslehrern, die Jugendlichen aus Grünheide und Magdeburg befragten den Pfarrer aus ihrer Gemeinde, die Expeditionsteams aus Stuttgart und Braunschweig interviewten Passanten auf der Straße.
|
|
Links: Die Montessori-Kinder aus Grünheide zusammen mit ihrem Zeitzeugen Pfarrer Haupt im Gespräch über den Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 |
Eine spannende Zeitreise in die 1980er-Jahre unternahm das Team aus Ebern, das der Geschichte eines ehemaligen Polizisten gefolgt ist. Die Gruppe "Kinder forschen" führte ein Gespräch mit dem Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem Pressesprecher der Landeshauptstadt. Die Schülerinnen und Schüler der Kieler Freiherr-vom-Stein-Schule konzipierten eine eigene Webseite zum Thema.
"Wie werden aus Erkenntnissen der Forschung marktfähige Produkte? Wie entstehen neues Wissen und neue Technologien? Wie kann man das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Wirtschaft so gestalten, dass aus dem Wissen der Forscher Wertschöpfung wird? Dies sind einige der Fragen, die sich hinter der Forschungsfrage "Wohin wandert Wissen?" und dem Themenfeld Wissens- und Technologietransfer verbergen. Als Wissens- und Technologietransfer bezeichnet man die Übertragung von neuen Technologien und Wissen z. B. Forschungs- und Entwicklungsergebnissen mit dem Ziel der wirtschaftlichen Nutzbarmachung.
Der Transfer findet zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen oder innerhalb der Organisationen statt. In erfolgreichem Wissens- und Technologietransfer liegt der Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum. Strategische Kooperationen, Spin-offs, Auftragsforschung, Personaltransfer - die Methoden des Transfers sind vielfältig. Das Wissen wandert sowohl von der Wissenschaft in die Wirtschaft als auch umgekehrt. So haben nicht nur wissenschaftliche Institute, die sich mit Grundlagenforschung oder angewandter Forschung beschäftigen, Einfluss auf die Forschungslandschaft, sondern auch Unternehmen mit ihren Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Ohne Wissens- und Technologietransfer gäbe es so manche Entwicklung nicht, die heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist; z. B. das MP3-Format oder Polytetrafluorethylen, besser bekannt als Teflon.
Die Region Darmstadt Rhein Main Neckar steht für ingenieurwissenschaftliche Kompetenz, hochqualifizierte Arbeitskräfte und Spitzenqualität in Forschung und Ausbildung. Wissen und neue Technologien entstehen hier an allen Ecken und Enden: Ob in der Technischen Universität oder Hochschule Darmstadt, Forschungsinstituten wie dem Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, dem Fraunhofer Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit, dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) oder auch in der Europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (Eumetsat) sowie den zahlreichen forschenden Unternehmen."
Diese Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Darmstadt gab Dr. Kristina Sinemus, Geschäftsführerin der Genius GmbH und Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar. Sie wollen wissen, welche Antwort unsere vier Studenten auf die Frage gefunden haben?
"Wie entwickelt sich das globale und regionale Klima? Welche Rolle spielt dabei der Mensch? Was können wir tun, um den Klimawandel zu mindern? Wie entwickelt sich der Meeresspiegel? Sind unsere Deiche sicher? Wie entwickelt sich das Meereis in der Arktis?
|
|
All das sind Aspekte, die mit Forschungsfrage "Muss Bremen umziehen?" verknüpft sind und somit die Bedeutung und Auswirkungen der globalen Klimaveränderung auf Bremen untersuchen. Nicht zuletzt spielt in diesem Zusammenhang auch die Frage eine Rolle, ob ein weiterer Meeresspiegelanstieg der Stadt gefährlich werden kann und schließlich, inwiefern die Bremer Forschung Lösungsansätze für diese Herausforderungen bietet.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimageschehen werden ausgehend von der Vergangenheit über die heutige Situation bis zu vorsichtigen Abschätzungen zur zukünftigen Entwicklung gewonnen. Klimaforschung bildet eine gesellschaftlich relevante Vorsorge. Trotz immenser Fortschritte sind Szenarien der zukünftigen Klimaentwicklung mit großen Unsicherheiten behaftet. Sie setzen einerseits ein sehr gutes Verständnis der grundlegenden Prozesse des Klimasystems voraus und benötigen zudem komplexe Klimamodelle. Geowissenschaftlich gewonnene Rekonstruktionen von Klimavariationen in der Erdgeschichte ermöglichen es, natürliche Klimaschwankungen vor der Einflussnahme des Menschen abzuschätzen.
Im Raum Bremen/Bremerhaven ist im letzten Jahrzehnt durch eine enge Kooperation zwischen Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen ein international anerkanntes Forschungsumfeld zum Themenkreis "System Erde" entstanden: das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, die Bremischen Deichverbände, die Hochschule Bremerhaven, das Institut für Umweltphysik, die Jacobs University, das Leibniz Institut für Marine Tropenökologie, das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, die Universität Bremen und schließlich das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften."
Diese Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Brmen gab Prof. Dr. Gerold Wefer, Direktor des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften. Sie wollen wissen, wie Studierende die Frage beantworten?
"Die Weltbevölkerung wächst und in vielen, gerade bevölkerungsreichen Ländern steigt der Lebensstandard stetig an. Allein diese beiden Faktoren werden in naher Zukunft zu einem wesentlich höheren Energiebedarf führen. Fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas und Erdöl werden die steigende Nachfrage nicht mehr lange decken können. Neben der Begrenztheit der Ressourcen sind es vor allem die gravierenden Einflüsse auf Klima und Umwelt, die ein Umdenken in der Energiegewinnung und -nutzung erforderlich machen, sprich wir brauchen einen deutlichen Kurswechsel im politischen, gesellschaftlichen und auch persönlichen Bereich.
Zukünftig werden nachhaltige Energiequellen wie Wind, Biomasse und vor allem Sonne eine immer stärkere Rolle spielen. Bereits in 15 Jahren könnte unsere Sonne die fossilen Brennstoffe als führenden globalen Energielieferanten abgelöst haben. Dabei können unsere technologischen Fortschritte allein jedoch nur wenig Veränderung bewirken. Der wesentliche Einflussfaktor ist das Verhalten der Menschen: So ist ein verantwortlicherer Umgang mit Energie, der sich z. B. in Änderungen unseres Mobilitäts– und Konsumverhaltens niederschlägt, unumgänglich. Nur dann können wir ein Aufzehren unserer eigenen Lebensgrundlagen vermeiden.
Im ersten Europäischen Wissenschaftsparlament, das Aachen im Jahr 2008 realisiert hat, diskutierten Bürger, Wissenschaftler und Jugendliche die Frage "Europa unter Strom – geht 2050 das Licht aus?". Die dabei erarbeiteten Ergebnisse wurden in Form der "Aachener Erklärung" den EU-Gremien zur Empfehlung überreicht. Auch die Forschungslandschaft Aachen setzt sich umfassend mit dem Thema Energie auseinander: Mit dem Exzellenzcluster "Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse" an der RWTH Aachen wird die Endlichkeit fossiler Energiereserven als Herausforderung begriffen. Das benachbarte Forschungszentrum Jülich mit seinem Institut für Energieforschung liefert hierzu einen wichtigen Beitrag und Kooperationspartner."
Diese Experten-Antwort auf die Forschungsfrage des Treffpunkts Aachen gab Prof. Dr.-Ing. Andreas Pfennig von der RWTH Aachen University, Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik. Sie wollen wissen, wie Schüler oder Studierende die Frage beantworten?
Hier geht es zu den Nachrichten aus dem Vormonat.
