

In Hamm begaben sich am 7. November 2009 im Rahmen des Aktionstages "Wissenschaft am Ort" rund 150 Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Schulen auf die "Forschungsexpedition Stadt". Unter der Federführung der Volkshochschule Hamm führten die wissbegierigen Jungforscherinnen und –forscher des Marie–Curie–Gymnasiums, der Friedensschule, der Konrad–Adenauer–Realschule, des Märkischen Gymnasiums, der Schule im grünen Winkel, der Johannesschule, des Freiherr–vom–Stein–Gymnasiums und der Realschule Hessen das Expeditionsprojekt durch und lösten dabei verschiedene Aufgaben rund um die Wissenschaft in ihrer Stadt und Region.
Ihre Erkundungen im Rahmen der "Forschungsexpedition Stadt" stellten die Expeditionsteams aus Hamm entlang von fünf Forschungsfragen zu folgenden Themenbereichen an:
Nutzenergie aus Licht, Wärme und Wasser(–stoff): Wie wird aus Licht Nutzenergie gewonnen? Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in die entsprechenden Berufsfelder und den Studiengang "Energietechnik– und Ressourcenoptimierung" an der Hochschule Hamm–Lippstadt bekommen.
Mechatronik: Warum kippt ein Segway nicht um? Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur das neue Fortbewegungsmittel unter die Lupe nehmen und viele spannende Details über dessen Konstruktion in Erfahrung bringen, sondern sich auch ein umfassendes Bild über den Studiengang "Mechatronik" an der Hochschule Hamm (HSHL) machen.
Technische Logistik: Was ist Logistik? An der Fachhochschule Hamm (SRH) konnten die Expeditionsteams eine Einführung in das Fach und eine Schnuppervorlesung "Lager– und Fördertechnik" verfolgen sowie an einer Laborbesichtigung teilnehmen.
Chemie: Was hat Milch mit Chemie zu tun? Im "Maxilab", einem Mitmach– und Experimentierlabor im Maxipark, konnten die Jungforscherinnen und –forscher Naturwissenschaften hautnah erleben und selbst experimentieren.
Medizinische Labortechnik und Pflegeberufe: Bei einem Besuch des St. Marien–Hospitals Hamm konnten die Expeditionsteams sich mit verschiedenen labortechnischen Untersuchungen, wie Blut, Gewebeproben, Bakterien und Viren vertraut machen, über den CT informieren und spannende Einblicke in die Pflegeforschung erhalten.
Die beiden Organisatoren der "Forschungsexpedition Stadt" in Hamm, Nadine Reuter und Bernd Lammers, haben die ersten Ergebnisse für uns in einem Bericht zusammengefasst:
"Nach einem langen Planungsvorlauf war es Samstag endlich so weit: Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2009 fand der Projekttag "Wissenschaft im Ort" in der Volkshochschule statt. Zu Beginn des ersten Teils der Veranstaltung, der "Forschungsexpedition Stadt", die von der Robert–Bosch–Stiftung gefördert und von der Volkshochschule organisiert wurde, trafen sich um 9.45 Uhr etwa 200 interessierte Schülerinnen und Schüler im Foyer der Volkshochschule. Nach einer kurzen Begrüßung und der erfolgreichen Bewältigung der logistischen Herausforderung, jedes Kind mit einem Lunchpaket und einem Expeditionspass auszustatten und zum richtigen Bus zu geleiten, starteten vier Busse zu verschiedenen Forschungsstationen in Hamm: der SRH Fachhochschule, der neuen Hochschule–Hamm–Lippstadt (HSHL), dem St. Marienhospital und dem Maxipark. Das Ziel war es hierbei, Forschungsinstitutionen kennenzulernen und eine von sieben vorab gestellten Forschungsfragen vor Ort zu beantworten.
Nach der Rückkehr der Schülerinnen und Schüler folgten zunächst Grußworte von VHS–Direktorin Regina Schumacher–Goldner, Bürgermeisterin Ulrike Wäsche und den Organisatoren Bernd Lammers (stellvertretender Leiter der VHS) und Monika Schwarze (Lehrerin am Marie–Curie–Gymnasium) im Foyer der Volkshochschule. Dann gab es einen moderierten Informationssaustausch zu den Forschungsfragen. Der oben erwähnte Expeditionspass, in den die Schülerinnen und Schüler jeweils schon unter Forschungsstation Nr. 1 ihr Expeditionsziel und ihre Entdeckungen eingetragen hatten, konnte durch die Berichte der jeweils anderen Reisenden auf diese Weise vervollständigt werden.
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Zwei Jungforscher Berichten von ihren Entdeckungen |
Wie Tristan Backhaus zu erklären wusste, bedeutet Logistik "die richtige Sache zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu haben". "Milch mischt man mit Essig und dann wird Plastik daraus" war die richtige Antwort von Jill Stührenberg auf eine weitere Forschungsfrage. Danny Steiner war vom Segway begeistert und nennt als Erklärung dafür, dass der "motorisierte Stehroller" nicht umkippt, den "Kippbewegungen ausgleichenden Computer". Die Kinder waren sehr engagiert bei der Sache und erklärten außerdem, wie Radioaktivität zur Untersuchung von Organen eingesetzt werden kann, wie Sonnenenergie in Strom umgewandelt wird, dass es sich bei einem Dekubitus um ein Druckgeschwür handelt und dass man Bakterien und Viren durch spezielle Blutuntersuchungsverfahren bestimmen kann.
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Die Jungforscherinnen und –forscher lauschen den Berichten ihrer Kolleginnen und Kollegen |
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Eines der Forscherteams erklärt, wie Radioaktivität zur Untersuchung von Organen eingesetzt wird |
Zum weiteren Veranstaltungsprogramm gehörte unter anderem die anschauliche Beantwortung von Kinderfragen durch ZEIT–Redakteur Dr. Christoph Drösser und die Experiment–Show "Hecker’s Hexenküche" mit Joachim Hecker, bei der unter anderem Kunstschnee hergestellt wurde, den die Kinder mit nach Hause nehmen durften.
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Die Experiment–Show "Hecker’s Hexenküche" |
Zusätzlich informierten sich Interessierte an zahlreichen Ständen im Foyer der VHS u. a. über die beiden Hammer Hochschulen, das Chemische Untersuchungsamt oder die Ruhrkohle AG. Außerdem erfuhr man, wie das Foucault‘sche Pendel funktioniert, ein Segway fährt und ein von Schülern der Friedensschule entwickelter Roboter seinen Lauf über die Seilbahn eines Raumes nahm.
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Das Foucault‘sche Pendel und der Roboter der Friedensschule |
Ein Highlight der Veranstaltung waren sicher die drei Auftritte der Physikanten, dem bekanntesten Wissenschaftsshowakt Deutschlands, die das Publikum mit einer spektakulären und amüsanten Auswahl ihres Programms begeisterten."
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Die Physikanten |
Das Maxilab
"Das Maxilab ist ein Mitmachlabor, in dem Experimente von Wissenschaftlern durchgeführt werden. Aber es können auch Schüler oder andere Personen mitmachen. Unser Kamerateam, Luca, Joschua und Jan–Eric waren kürzlich dort und haben etwas über das Maxilab herausgefunden. Zum Beispiel, dass die Personen, welche dort arbeiten, dort auch Geburtstagsfeiern organisieren. Das machen sie, damit noch mehr Besucher zu ihnen kommen und sie ihre Experimente vorführen können. Natürlich werden die Wissenschaftler dafür auch bezahlt.
Unser Kamerateam konnte am 7. November 2009 beobachten, wie aus Milch Kunststoff hergestellt wird. Dieser Vorgang wurde von unserem Kamerateam aufgezeichnet. Das Experiment, aus Milch Kunststoff zu gewinnen, wurde von den Schülerinnen und Schülern selbst durchgeführt. Für die Gewinnung von Kunststoff braucht man Milch, Essig, eine Mikrowelle, Krepppapier, ein Sieb und Farbe. Es gab verschiedene Möglichkeiten diese Art von Kunststoff herzustellen, aber alles führte zum gleichen Ergebnis.
Unser Kamerateam konnte sehen, wie interessant es ist, sich auch mal von Wissenschaftlern zeigen zu lassen, was sie jeden Tag ausprobieren.
Pressestimme des Westfälischen Anzeigers vom 8. November 2009 zur "Forschungsexpedition Stadt" in Hamm: www.wa-online.de
