

Teamportrait
Lösung: LESElust
Lösung: GESCHICHTEerzählen
Lösung: ZEITreise
Lösung: DENKmal!
Die 10 Forschungskinder der Montessori Grundschule Grünheide (OT Hangelsberg) gehen auf die "Forschungsexpedition Stadt" und stellen sich vor:
Hallo, wir sind die Forschungskinder der Montessori Grundschule Hangelsberg, bei Fürstenwalde. Wir besuchen die 4. bis 6. Klasse und gehen auf eine spannende Zeitreise, zum Beispiel in den Museumspark Rüdersdorf oder besuchen die Stadtbibliothek Fürstenwalde. Der Fürstenwalder Dom bleibt auch nicht unbesucht. Wir hoffen, Ihnen hat unsere Kurzvorstellung gefallen.
|
|
Die Montessori-Kinder. |
Bei eurer spannenden Zeitreise wünscht euch das Projektbüro "Städte im Wissenschaftsjahr 2009" viel Spaß.
Am 29. September 2009 besuchten die Forschungskinder der Montessori Grundschule Hangelsberg die Stadtbibliothek Fürstenwalde, um die Aufgabe LESElust
in Angriff zu nehmen. Ihre Ergebnisse haben sie in einem Forschungsbericht für uns dokumentiert:
"Wir fuhren am 29. September 2009 nach Fürstenwalde, um uns über das Leben und Werk des Buchillustrators Gerhard Goßmann zu informieren. Dazu besuchten wir die historische Stadtbibliothek neben dem Museum in der Kulturfabrik. Eine Bibliothekarin nahm sich Zeit für uns, erzählte uns über die wichtigen Stationen aus ihrem Leben und zeigte uns eine Menge toll illustrierter Buchumschläge.
Gerhard Goßmann wurde 1912 in Guben geboren. Als er 4 Jahre alt war, zog die Familie nach Fürstenwalde. Dort war sein Vater Schlosser und seine Mutter Buchhalterin. Die Familie war sehr arm. Gerhard bewunderte seinen 17-jährigen Bruder, weil der so kräftig und sportlich war.
Damals besuchten die Mädchen und Jungen getrennte Schulen. Da er so künstlerisch begabt war, bekam er eine Kunstmappe und Einzelunterricht. Sein Lehrer sagte, dass er Lithograph werden sollte (jemand, der Steinschrift schreibt).
Er ging in seiner Freizeit oft ins Museum und malte. Später ging er auf die höhere grafische Fachhochschule. Seine Vorbilder waren Käthe Kollwitz, Otto Dix und Heinrich Zille.
Er malte nicht nur Bilder von der schönen heilen Welt, sondern viele über arme Menschen.
Georg Salder, ein Künstler, überredete ihn dann, Buchillustrator zu werden. Ein Illustrator ist jemand, der für Bücher passende Bilder malt und Buchumschläge gestaltet. Er verdiente mit einem Buchumschlag ungefähr 120 Mark. Er fand eine Stelle als Buchillustrator. Das bekannteste illustrierte Buch war "Vom Winde verweht" – es war die erste deutsche Ausgabe dieses Buches.
Gerhard Goßmann wurde im Krieg eingezogen, überlebte aber. Von 1945 bis 1955 war er Kunst- und Geschichtslehrer. Er reiste unglaublich viel z. B. nach China, Russland, Kuba und Vietnam.
Er bekam 16 mal den Preis für das schönste Buch der DDR und 1982 wurde ihm der Nationalpreis der DDR verliehen. 1986 erhielt er den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR: Insgesamt gestaltete er ca. 250 Bücher und wurde auch Ehrenbürger der Stadt Fürstenwalde.
Kurz bevor er starb, schenkte er alle seine Bücher der Bibliothek. Ab 1991 gab es Ausstellungen von ihm. Es gibt in Fürstenwalde eine Schule, die nach ihm benannt wurde, und ein Denkmal.
Zuletzt möchten wir noch einige bekannte Bücher aufzählen, die Gerhard Goßmann illustrierte:
"Die schwarze Flagge"
"Robinson Crusoe"
"Don Quijote"
"Der Teufel als Spielmann"
Dieser Vormittag in der Bibliothek war sehr interessant. Zum Abschluss unserer Exkursion besuchten wir noch die Bilderausstellung im Museum, wo sehr schöne Arbeiten von Gerhard Goßmann zu sehen waren."
Von wem sich die Forschungskinder aus Grünheide GESCHICHTEerzählen ließen, sollen sie uns selbst berichten:
Die Mauer
"Die Mauer trennte die BRD und die DDR von 1961 bis 1989. Sie wurde gebaut, weil nach der Niederlage im 2. Weltkrieg Deutschland von Russen, Engländern, Franzosen und Amerikanern besetzt war. Damit aus dem ehemaligen russischen Sektor, der ab 1945 die DDR war, die Menschen nicht alle abhauten, baute man eine Mauer, und Deutschland war geteilt.
Die BRD war ein Staat wie das heutige Deutschland.
In der DDR war es ein bisschen brutaler, es wurden z. B. Menschen erschossen, wenn sie über die Mauer wollten. Einige bauten sich auch Tunnel, um zu entkommen. In der DDR gab es die Stasi (Staatssicherheitsdienst), die Menschen ausspionierten, die anders dachten als die Partei.
Im Herbst 1989 ließen sich die Menschen das alles nicht mehr gefallen und sorgten für eine sogenannte friedliche Revolution. Es gab in allen deutschen Großstädten riesige Demonstrationen, bis die Mauer geöffnet werden musste. Ab dem 9. November konnte man sich dann einen Stempel für seinen Ausweis im Polizeirevier abholen. Damit durfte man dann über die Grenze fahren. Drüben bekam man 100 Mark als Begrüßungsgeschenk. Seitdem gibt es in Deutschland keine Mauer mehr und seit dem 3. Oktober 1990 nur noch die BRD.
Es gibt noch viele Denkmale über diese Ereignisse, z. B. Mauermuseen, Teile der Mauer in Berlin, aber das wäre schon wieder eine neue Expedition.
Gesprächsrunde mit Pfarrer Haupt in der Montessori Grundschule Hangelsberg
Wir, Forscher aus Hangelsberg, luden den Pfarrer des Doms in Fürstenwalde zu einer Gesprächsrunde über den Tag des Mauerfalls zu uns in Schule ein. Er berichtete über die Missstände, die letztendlich zum Mauerfall führten, und darüber, welche Rolle die Kirche in der DDR gespielt hatte.
|
|
Die Montessori-Kinder zusammen mit ihrem Zeitzeugen Pfarrer Haupt im Gespräch über den Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 |
Gerade er als Kirchenmann und seine Familie wurden in vielen Dingen benachteiligt.
Er erzählte aber auch einige Geschichten zum Schmunzeln. Vieles ist für uns schwer vorstellbar, weil wir in dieser Zeit noch gar nicht auf der Welt waren, für uns selbstverständliche Dinge. Man musste in manchen Orten die Milch bestellen, sonst gab es keine, und hatte man die bestellt, durfte man die leeren Flaschen nicht vergessen.
Aber nun zu den Ereignissen am 9. November 1989. Der Pfarrer fuhr an diesem Abend durch Fürstenwalde, als er von der Polizei angehalten wurde. Die Polizei verlangte die Papiere und er gab sie ihnen. Als die Polizei ihm sagte, dass er aussteigen sollte, wunderte er sich ein wenig, weil das bei normalen Verkehrskontrollen nicht so war. Die Polizisten zeigten auf seinen Oberarm, dort war die Flagge von der BRD. Der Polizist sagte: "Entweder Sie ziehen die Jacke aus oder Sie schneiden das raus." Natürlich zog er die Jacke aus.
Als er nach Hause kam, schliefen seine Kinder und die Frau schon. Er machte den Fernseher an, um Nachrichten zu schauen. In den Nachrichten kam, dass die Mauer offen wäre und dass man sich ein Visum in den Pass stempeln lassen musste, um über die Grenze zu gelangen.
Am nächsten Morgen erzählte er sofort seiner Frau davon und dann fuhr er nach Berlin. Als er ankam, ging er zu einem Haus vor dem eine lange Menschenschlange stand, er stellte sich an und es ging auch recht schnell voran. Als er dann endlich im Gebäude war, sah er, dass es noch zwei Etagen gab bis man oben war und dann endlich den Stempel bekam. Nach langem Anstehen, kam er in einen Raum, in dem Tische in U-Form standen. Auf der einen Seite musste man seinen Ausweis abgeben, auf der anderen Seite bekam man ihn mit dem Stempel zurück. Dabei wurde man ausgerufen, ganz schön umständlich, aber man hatte dann die Ausreisegenehmigung.
Die Gesprächsrunde war interessant. Wir haben viel geredet über die Zeit von 1961 bis 1989 und erhielten den Rat, viel mit unseren Eltern und Großeltern über die Geschehnisse und die Hindergründe zu reden.
|
|
Die Montessori-Kinder und ihre Lehrerin. |
Damit endet unsere Expedition. Es war sehr spannend. Wir haben viel gesehen, erlebt und gelernt. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre eine intensivere Auseinandersetzung mit bestimmten Themen möglich gewesen. Der Zeitrahmen war sehr eng, finden wir. Aber trotzdem eine interessante Erfahrung.
Die Forschungskinder der Montessori Grundschule Hangelsberg besuchten den Museumspark Rüdersdorf. Bei ihrer ZEITreise erforschten die Schülerinnen und Schüler, wie dort vor 200 Jahren Kalk abgebaut wurde. Ihre spannenden Ergebnisse stellen sie in ihrem Expeditionsbericht vor:
Unsere Forschungsreise in den Museumspark Rüdersdorf unweit von Berlin
"Der Rüdersdorfer Tagebau ist eines der größten Freiluftmuseen Deutschlands, in dem heute noch Kalk zur Zementherstellung abgebaut wird. Seit 800 Jahren baute man den Kalkstein ab, früher durch Mönche, die den Kalk als Baumaterial nutzten. Heute wird der Kalk zur Zementherstellung genutzt.
Auf unserer Expedition wollten wir folgendes herausfinden:
1. Wie war das Leben der Arbeiter vor knapp 200 Jahren?
2. Unter welchen Bedingungen musste damals der Kalk abgebaut werden?
3. Was sind und wie funktionieren Rumfordöfen
|
|
Unser Forschercamp im Museumspark Rüdersdorf |
Der heutige Rüdersdorfer Tagebau ist 4000 m lang und 1000 m breit und etwa 100 m tief. Kalk zur Zementherstellung wird heute noch abgebaut, aber unter viel einfacheren Bedingungen als früher vor 800 Jahren. Früher, als es dort noch die Mönche gab, wurde der Kalk von Hand herausgeholt. Eine dicke Eisenstange wurde in den Felsen getrieben. Dann stellten sich 8 Männer auf die Stange und haben sozusagen darauf gewippt bis der Stein abbrach. Kalk wurde in dieser Zeit als Baumaterial verwendet. Man baute damit Häuser und große Mauern.
|
|
Blick in den Rüdersdorfer Tagebau |
Seit ungefähr 200 Jahren brennt man den Kalk und benutzt den gebrannten Kalk als Grundlage für Zementherstellung. Das ist dann ein Baustoff, also Mörtel, wenn man ihn mit Wasser mischt.
Die Bezeichnung Zement geht auf die alten Römer zurück. Sie nannten ein betonartiges Mauerwerk aus Bruchsteinen, Ziegelmehl sowie Sand mit gebranntem Kalk "Opus Caementitium". Später wurden mit "Caemetum" die feinen Zementstoffe wie Ziegelmehl und vulkanischer Tuff bezeichnet, die man gebranntem Kalk zusetzte, um ein hydraulisches (unter Wasser erhärtetes) Bindemittel zu erhalten. 1801 wurden in Rüdersdorf die Rumfordüfen gebaut, die bis ungefähr 1920 in Betrieb waren. In einem Kalkbrennofen gibt es drei Schächte, einen Trichter, einen Gang und einen Kalkeinwurf.
|
|
Führung durch eine Museumspädagogin im Haus der Steine |
Der Kalkbrennschacht ist der Hauptschacht. Hier wird der Kalk oben hineingeworfen. Der Ofen heizt den Kalk auf über 1000 Grad Celsius auf. Der Kalk wird dabei kleiner und fällt durch ein Gitter in den Trichter. Der Brennstoff ist unten Kohle und oben Torf. Wenn der Kalk, der jetzt seinen Sauerstoff verloren hat, in den Trichter fällt, wird er durch mehrere Seitengänge in Fässer geleitet. Ungefähr 5 Arbeiter passten bei 60 Grad Celsius auf, dass alles gut geht und wechselten die Fässer. Der gebrannte Kalk wird später auf der Baustelle mit Wasser vermischt, fertig ist der Mörtel. Mörtel ist ein wichtiger Baustoff, er wird als Kleber für Steine benutzt.
|
|
Historischer Rumfordofen von 1920: Im Inneren befindet sich eine Wohnung, sowie im unterem Bereich eine Kalkbrandanlage |
Ab 1920 wurden die Rumfordofen nicht mehr zum Brennen, sondern bis in die 70er-Jahre als Wohnungen benutzt. In der Wohnung war eine kleine Küche, die sich zwei Familien teilten. In den Zimmern waren 1 Schrank, 1 Ehebett, 1 Kinderbett und 1 Tisch mit 2 Stühlen vorhanden. Eine Familie arbeitete im Tagebau, die anderen waren Beamte. Sie hatten die schönere Wohnung. Die Arbeiterfamilie hatte weniger zu essen als die Beamtenfamilie und auch wenig Platz zum Spielen. Die Familie, die jeden Tag hart arbeiten musste, hatte weniger Geld als die Beamten. Sie musste, um in die Küche zu kommen, aus der Wohnung rausgehen, dann eine Treppe hinunter und auf der anderen Seite wieder hoch in die Wohnung. Das war ganz schön umständlich.
|
|
Im Inneren des Rumfordofens: Rost der Kalkbrandanlage |
Wir fanden das Thema und die Exkursion sehr interessant. Im Tagebau haben wir nach Fossilien gegraben, denn der Kalk ist 240 000 000 Jahre alt. Was wir dabei gefunden haben und was wir mit den Funden gemacht haben, erfahrt Ihr in unserem nächsten Bericht. Die nächste Exkursion führt uns nämlich in ein ganz berühmtes Museum.
|
|
Wohnung im historischen Rumfordofen: Küche, die sich zwei Familien teilten |
Am zweiten Tag unserer Expedition wollten wir unsere gefundenen Fossilien untersuchen und fuhren deshalb nach Berlin in das Naturkundemuseum.
Das Expeditionsteam auf seinem Weg in das Naturkundemuseum Berlin im Schnelldurchlauf:
Um ungefähr 9.00 Uhr fuhren wir im Museumspark los. Um 10.00 Uhr kamen wir im Naturkundemuseum an. Dort wurden wir von einer Mitarbeiterin des Museums empfangen. Wir gingen weiter in die Räumlichkeiten der Humboldt-Universität. Dort wurden wir von Herrn Peter Fox empfangen (nicht der Sänger Peter Fox).
|
|
Empfang der Jungforscher im Naturkundemuseum Berlin durch Herrn Fox |
Wir bauten einen Fossilienkasten, in dem wir die in Rüdersdorf gefundenen Fossilien aufbewahren konnten. Der Kasten war aus Holz und hatte 2-10 Zwischenwände. Nachdem wir den Kasten fertig hatten, gingen wir in die Kantine der Charité. Es gab Nudeln mit Tomatensoße.
Ausführliche Videodokumentation der Jungforscher beim Bau eines Fossilienkastens:
Anschließend bekamen wir eine Führung durch das Archiv des Museums. Da kommen normale Besucher des Museums nicht rein. Wir lernten, dass nur die Hälfte der Knochen des Riesendinos in der großen Halle echt ist – er würde sonst auch zusammenstürzen. Viele Knochen liegen im Archiv des Museums. Die Geologin zeigte uns, wie die Mengen von Fundstücken archiviert werden und wie sie in Schränken und Schubladen aufbewahrt werden.
Das Expeditionsteam aus Grünheide im Archiv des Naturkundemuseums Berlin:
Danach gingen wir zu den Mikroskopen. Wir schauten uns die Fossilien aus unserem Kasten unter dem Mikroskop an und teilten sie in Arten ein. Dann ordneten wir die entsprechenden Namen zu. Jeder von uns hatte nun einen selbstgebauten Kasten für seine 240 000 000 Jahre alten Fossilien samt zugehörigem Namen.
Die Jungforscher bei der Zuordnung ihrer gefundenen Fossilien:
Nach unserer wissenschaftlichen Forscherarbeit durften wir noch eine halbe Stunde alleine durch das Museum gehen.
Im Naturkundemuseum steht das größte Dinoskelett der Welt
– schon gewusst?"
Weltrekord: Das höchste Dinosaurierskelett der Welt:
Auf der Suche nach der Lösung der Aufgabe DENKmal! hat das Team aus Grünheide den Fürstenwalder Dom besucht. Die Jungforscherinnen und -forscher haben nicht nur sehr detailliert die Geschichte des Domes recherchiert und dokumentiert, sondern auch sich mit dessen Innenarchitektur und den überlieferten Legenden befasst:
|
|
Die Jungforscher vor dem Fürstenwalder Dom |
"Der Fürstenwalder Dom heißt eigentlich "Sankt Marien Dom" und wurde von der katholischen Kirche im Jahr 1300 erbaut, damit die Christen dort ihren Gottesdienst machen konnten. Er ist fast so alt wie die Stadt Fürstenwalde, die ca. 1250 gegründet wurde. Heute jedoch ist der Eigentümer des Doms die evangelische Gemeinde. Auch während der Kriege kümmerte sich die evangelische Gemeinde um den Dom.
|
|
Links: Tafel mit der Entstehungsgeschichte des Domes |
Anders als früher, hat der Dom heute ein Kreuzgewölbe, das man sehen kann, wenn man sich den Dom von innen ansieht. Was man noch sehen kann, ist eine riesengroße Orgel rechts hinter dem Altar und ein Sakramentshaus (in einem Sakramentshaus liegen Sakramente, die während des Gottesdienstes benutzt werden).
An der Innenwand des Doms sieht man Fundstücke, die man früher in den Trümmern des Doms gefunden hatte, sowie alte Grabsteine. Die meisten dieser Grabsteine sind von Kindern unter 10 Jahren, was darauf hinweist, dass damals viele Menschen im jungen Kindesalter gestorben sind.
Der Dom hat lange Fenster, die nach oben spitz zulaufen, und bestand früher nur aus Feldsteinen, die man damals in eine quadratische Form schliff, bevor man sie verbaute.
Später wurden sie einfach benutzt, man schliff sie nicht mehr quadratisch. Jetzt besteht der Dom aus Feldsteinen und Ziegeln. Einer dieser Feldsteine, die noch zu sehen sind, birgt ein Geheimnis: An einer Seite des Doms befindet sich ein gemauerter Torbogen, dessen einer Stein - ganz rechts unten - ein Karomuster hat. Wissenschaftler forschen schon lange über die karogemusterten Feldsteine und man hat herausgefunden, dass sie nur an Kirchen auftreten. Aber warum, weiß man nicht.
|
|
Feldstein mit Schachbrettmuster |
An einer anderen Seite des Doms sieht man kleine runde Einkerbungen in der Steinwand, die man als Teufelslöcher oder Teufelskrallen bezeichnet. Sie entstanden dadurch, dass Leute mit Löffeln oder sonstigen metallenen Gegenständen kleine Löcher in die Steine ritzten, um das Pulver, das dabei entstand, mit Wasser zu mischen. Dieses wurde den Kranken zur Heilung gegeben. Da die Leute damals abergläubisch waren, dachten sie, Pulver vom Haus Gottes könnte heilen.
|
|
Teufelsloch im Mauerwerk |
Seit 1385 war der Dom noch eine Kathedrale des Bistums Lebus.
47 Jahre später wurde diese Kathedrale durch die Hussiten (Anhänger von Jan Hus) zerstört.
1446-1470 wurde sie unter Bischof Johann XII von Deher als Dom neu erbaut.
1528 wurde der Dom durch Nickel von Minckwitz geplündert. 29 Jahre später (11.04.1657) fand dann der erste evangelische Gottesdienst im Dom statt. Weitere wichtige Daten sind:
28.04.1576 großer Brand
15.09.1631 Plünderung durch die Kroaten
1731 Einsturz des Turms
1771 und 1821 abermalige Beschädigung durch Blitzschlag
1908-1910 gründliche Wiederherstellung
1925 wurde die im ersten Weltkrieg geopferte Glocke ersetzt. ( Im ersten Weltkrieg mussten viele Dome und Kathedralen ihre Glocken opfern, damit man aus den geschmolzenen Glocken Kanonenkugeln herstellen konnte.
1933-1937 Neugestaltung der Domkapelle, Turmhalle und Turmstube.
1945 völlige Zerstörung (das Einzige, was nicht zerstört wurde, war der Altarbereich).
1952 -1965 1. Abschnitt des Wiederaufbaus
1988 Gründung der Dombauhütte
1988.1995 2. Abschnitt des Wiederaufbaus
31.10.1995 Wiedereinweihung des Doms
Neben dem Dom war früher die Bischofsburg, die im 16. Jahrhundert aufgegeben und weggesprengt wurde, um eine Bierbrauerei zu bauen. Jetzt allerdings sieht man nur noch die Reste der Bierbrauerei. Wenn man um den Dom herumgeht, sieht man einen Grabstein auf dem Boden liegen. Von 1250-1822 diente der Platz um den Dom als Friedhof. Reiche Leute ließen sich aber im Inneren der Kathedrale beisetzen. Viele dieser Grabplatten kann man heute im Inneren des Doms noch sehen."
