

Teamportrait
Lösung: ER(d)probe!
Lösung: GESCHICHTEerzählen
Lösung: ZUGeschaut!
Lösung: DENKmal!
Lösung: ZAHLENspiel
Lösung: LESElust
Lösung: ZEITreise
Presseberichte
"Wir freuen uns, dass wir an der Forschungsexpedition Stadt teilnehmen können, weil es sicher viel Spaß macht, als Forscher tätig zu sein, wir mehr über die Besonderheiten unserer Stadt und deren Umgebung erfahren, eine Menge dabei lernen, mit vielen Menschen Kontakt aufnehmen und ins Gespräch kommen und eine Klassenfahrt gewinnen können. Neben den üblichen Hobbys wie Fahrrad fahren (11), Fußball (12) und Karten spielen (14), Bücher (17) und Comics (6) lesen, haben wir auch einige außergewöhnliche Hobbys wie Go-Kart, Einrad, Traktor oder mit dem LKW des Vaters mit/fahren, Blockhütten bauen, tanzen, Trampolin springen und sich um die vielen Haustiere (Meerschweinchen, Zwerghasen, Katzen, Hunde und auf dem Bauernhof Kühe und Schweine) kümmern.
Zudem spielen einige Musikinstrumente: Blockflöte, Tenorhorn, Euphonium, Schlagzeug und Posaune, Gitarre und Trompete oder singen mit Begeisterung im Chor mit. Wir wollen am Donnerstag, 30. April 2009 mit der ZEITreise und dem Besuch der Ausstellung zur "Schule früher" des Heimatmuseums beginnen, anschließend planen wir die Erkundung eines DENKmals (Synagoge und Judenfriedhof) am 6. Mai 2009 und begeben uns auf die Spurensuche von Friedrich Rückert (LESElust)."
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Das Expeditionsteam der 5b |
Beeindruckt von soviel Engagement freut sich das Projektbüro "Städte im Wissenschaftsjahr 2009" sehr über eure Teilnahme und wünscht euch viel Erfolg.
Die Jungforscherinnen und –forscher haben rund um ihr Schulgebäude mehrere Bodenproben genommen, dafür wurden an 12 verschiedenen Stellen Erde aus 20 cm Tiefe entnommen. Die Bodenproben hat das Forscherteam beim Amt für Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt analysieren lassen.
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Das Forscherteam nimmt Bodenproben |
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Das Team aus Ebern traf sich mit Reinhold Albert, der in den 1980er-Jahren als Grenzpolizist tätig war. Was die Jungforscherinnen und -forscher im Gespräch mit Herrn Albert über die deutsch-deutsche Geschichte erfuhren, fassten sie im folgenden Interview zusammen.
Mauerfall 1989 nach 28 Jahren, Bericht von Marianne
"Reinhold Albert, der Kreisheimatpfleger aus dem Landkreis Rhö-Grabfeld besuchte am 1. Oktober 2009 die Hauptschule Ebern und die Klasse 6b und berichtete über seine Erlebnisse bis zum Fall des Eisernen Vorhangs. Reinhold Albert wuchs im Grenzdorf Sternberg auf und war bis zur Öffnung der DDR-Grenze bei der Bayerischen Grenzpolizei an der innerdeutschen Grenze.
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Der Kreisheimatpfleger Reinhold Albert berichtet dem Forscherteam vom Fall der Mauer |
Welche Beziehungen bestanden zwischen Thüringen und Bayern?
Das Henneberger Land wurde 1354 aufgeteilt. Davon zeugen Überreste
der sächsischen Landwehr (Wall–Grenzbefestigung) zwischen Pflege
Coburg und Grafschaft Henneberg 1353 bei Dürrenried bis
Bobenhausen. Der Rennsteig markierte im Mittelalter die Grenze des Herzogtums
Franken zur Grafschaft Thüringen. In Thüringen waren die meisten Bewohner evangelisch und sprachen
einen fränkischen Dialekt. Es bestanden viele verwandtschaftliche
Beziehungen zwischen den evangelischen Bürgern auf beiden Seiten
der Grenze.
Grabfeld/Hassberge ist ein fruchtbares Land und versorgte die
Bewohner des Thüringer Waldes mit landwirtschaftlichen Produkten.
Geschickte und tüchtige Thüringer Zimmerleute waren in Bayern beim
Hausbau angesehene Handwerker.
Welche Kontakte gab es nach 1945, als die Grenze noch offen war?
Nach 1945 tauschten die Thüringer Huckelweiber Christbaumkugeln
aus Lauscha und Spielzeug gegen Lebensmittel, denn die Hungersnot
war groß. In der Nachkriegszeit konnten auch die Felder vom Westen aus in der
DDR noch bewirtschaftet werden, wobei man einen Passierschein
benötigte.
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Die Jungforscherinnen und –forscher hören dem Kreisheimatpfleger gespannt zu |
Wie kam es zum Auftakt für den Eisernen Vorhang?
Entlang der Grenze zu Schleswig–Holstein, Niedersachsen, Hessen und
Bayern entstand seit 1952 auf dem Gebiet der DDR ein "Sperrgebiet"
(offiziell seit 1954), das zunächst aus einem 10 m breiten, (gepflügten)
Kontrollstreifen (Todesstreifen) bestand. Es gab den Schussbefehl, an
dem sich anfangs wenige hielten. Der Aufbau der DDR–Grenze erfolgte
in drei Abschnitten.
1. Aktion Ungeziefer – 1. Zwangsumsiedlung 1952
Bereits kurz nach Kriegsende wurden in Streufdorf Bürger verhaftet,
verschleppt und größere Betriebe enteignet. Bauern hatten sich gewehrt
und Straßensperren aufgebaut. Landwirtschaftliche und handwerkliche
Unternehmen mussten ihre Eigenständigkeit aufgeben und wurden in
Genossenschaften zusammen geschlossen. Im Zuge der Aktion
"Ungeziefer" kam es am 5. Juni 1952 zu Zwangsaussiedlungen.
Zahlreiche Familien mussten das Dorf verlassen. Dabei wurden unter
anderem ein Schneider, ein Tischler und ein Landwirt zu Haftstrafen
zwischen vier und acht Jahren verurteilt.
Das ganze Dorf Einöd flieht. Frauen und Kinder werden nach Ostberlin in die Straßenbahn gesetzt, Männer kehren in ihr Dorf zurück und fliehen mit Leiterwagen nach Dürrenried.
2. Aktion Kornblume – 2. Zwangsumsiedlung 1961
Das Gebiet wurde abgeholzt. Ein 250 m breiter Schutzstreifen wurde
mit Stacheldraht gesichert und nach und nach von Bebauung und
Bewuchs geräumt. Streufdorf, das verurteilte
Dorf war auch hier wieder von der großen Zwangsumsiedlungsaktion
der DDR betroffen. Über 40 Weiler/Dörfer wurden allein im Bezirk
Suhl zerstört, also dem Erdboden gleich gemacht, weil sie zu nahe an
der Grenze waren.
Billmuthausen wurde 1340 das erste Mal erwähnt. Am 1. September 1978 muss die letzte dort lebende Familie aufgeben und ihr Heim für immer verlassen haben. Begonnen hatte das Sterben des Ortes, als er am 25. Februar 1952 in die 5–Kilometer–Sperrzone geraten war. Die Schikanen für die Bewohner begannen. 1952 flüchteten sieben Familien mit 34 Personen über die Grenze nach Bayern, da sie das Leben an der Grenze nicht weiter ertragen konnten. 1961 wurden zwei Familien zwangsausgesiedelt. Andere Höfe mussten folgen. 1965 wurde die Kirche abgerissen. 1973 fand das letzte Begräbnis auf dem Dorffriedhof statt. Als 1976 die ersten, der noch in Billmuthausen lebenden Familien verzweifelt aufgeben und sich den Schikanen und dem Nervenkrieg von Partei (SED) und Staat beugen, werden ihre Höfe sofort nach ihrem Weggang zerstört und dem Erdboden gleich gemacht. Die Mühle verschwand 1977. Da die Angehörigen die Exhumierung der Toten auf dem Friedhof verweigern, bleibt dieser Ort der Erinnerung erhalten. In Billmuthausen durfte der Friedhof zu DDR–Zeiten nicht mehr besucht werden.
Von Historikern wird davon ausgegangen, dass bei den Aktionen "Ungeziefer" und "Kornblume" etwa 12.000 Menschen umgesiedelt wurden und ca. 3.000 Menschen sich dieser Maßnahme durch Republikflucht entzogen. Für Aufsehen sorgte die gemeinsame Flucht von 53 Bewohnern aus Böseckendorf (Thüringen) im Oktober 1961 Die Bauern protestierten in den 1960er-Jahren vor dem Konvoi von Herbert Wehner in Starnberg, denn es kam zu Abwanderungen in den Grenzdörfern. Es wurde der Bayernturm bei Zimmerau an der Zonengrenze errichtet, der den Thüringer Blick bis zur Veste Heldburg ermöglichte. An der Wegsperre Zimmerau schlugen wir Buben als Mutprobe Purzelbäume.
3. Aktion in den 1970er – Moderne Grenze
Ein 3,60 m hoher Metallgitterzaun, der 50 cm tief in den Boden ragte und mit Stachel-
und Signaldraht bespannt war, wurde aufgestellt. Es gab streckenweise
Hundelaufanlagen, Kraftfahrzeugsperrgräben und Panzersperren, einen
Kolonnenweg und eine Lichtertrasse, Signalanlagen auf dem Boden
lösten bei Berührung Alarm aus.
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Bau der "Modernen Grenze" |
Der Boden wurde immer wieder geeggt, um evtl. Spuren von Flüchtlingen sichtbar zu machen. DDR-Grenzsoldaten kehrten mit Besen hinter sich nach, um eigene Spuren zu verwischen. Die Sowjet-;Militärmission fuhr auch bei uns im Westen herum. 1989 waren 11.500 Soldaten für den "Schutz" der Grenze zu West-Berlin zuständig, es standen 567 Schützenpanzerwägen zur Verfügung und 992 Hunde. Die Kosten der Mauer betrugen von 1961 – 1964 1,822 Mrd. Mark, davon entfielen 400 Mio. Mark auf die Berliner Mauer. Im Frühjahr 1989 wurde ein neuer Grenzsignalzaun errichtet, wobei ein Kilometer eine halbe Mio. Mark kostete. Zwischen 1945 und 1962 (Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961) flohen etwa 2 Mio. Bürger. Von 18 Mio. Einwohnern der DDR flohen insgesamt dreieinhalb Mio. Offiziell geht man von 872 Todesopfern an der innerdeutschen Grenze aus.
Können Sie sich an ein besonders dramatisches Ereignis erinnern?
Am 7. April 1983 brannte die Veste Heldburg. Die DDR Feuerwehr
konnte den Brand nicht löschen, da sie nicht durch das Tor fahren
konnten. Feuerwehren von Coburg und Grab–Rhönfeld standen bereit,
durften aber nicht helfen. Es wurden durch das Feuer der Französische
Bau und die Inneneinrichtung zerstört. An den Wiederaufbau der Ruine
Heldburg wurde nicht gedacht. Die Renovierung der Veste Heldburg
war schließlich ein thüringisch–bayrisches Gemeinschaftswerk. 2012
wird dort das deutsche Burgenmuseum eröffnet.
Gab es überhaupt keine Kontakte mehr zwischen den Grenzdörfern?
Käßlitzer Waldbesitz befand sich in Bayern und durfte nicht von den
eigenen Bürgern bewirtschaftet werden. Dies übernahm die
Bundesvermögensverwaltung. Die Käßlitzer wünschten sich einen
Kronleuchter für ihre Kirche, der ihnen von den Bürgern aus
Ermershausen gespendet wurde. Der Waldbesitz wurde 1990
zurückgegeben.
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Die Schülerinnen und Schüler der 5b hören Herrn Albert zu |
Was erlebten Sie während dieser Zeit bei der Bayerischen Grenzpolizei?
Die Flucht von Sven Marsny 1986, einem 19 Jahre alten Gefreiten. Er
hatte seine Zeugnisse und Papiere in die Hose eingenäht. Bei Schweickershausen
schob er am 1. Mai Wache. Der Feldwebel Quicken legte seine Waffe
nieder. Sven M. sagte, dass er jetzt abhaut und schoss dem Feldwebel
dreimal in die Beine. Die Flucht glückte. Bei der Verhandlung in Bamberg wurde Marsny des
versuchten Totschlags angeklagt. Am Prozess nahmen viele Stasileute
als Beobachter teil. Marsny wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Ein "Kundschafter des Friedens" (östlicher Agent) flog 1988 an der Fuchsenmühle auf. Ein Wanderer kam an Erich Herold, einem Pensionisten vorbei und erzählte ihm, dass er aus der Pfalz käme, wobei er verdächtig sächselte. Erich Herold rief in Maroldsweisach die Polizei an und teilte seine Beobachtung mit. Diese nahm kurz darauf den Verdächtigen fest, der die Schuhgröße 29,5 hatte, eine Schnapsflasche mit dem Aufdruck VEB (volkseigener Betrieb) mit sich trug und erzählte, dass er zwei Kinder habe.
Nachforschungen ergaben, dass der tatsächliche Mann aus Landau in der Pfalz zu Hause sitzt und in der Zwischenzeit Vater von einem dritten Kind geworden ist, (vor einem halben Jahr wurde das Kind geboren, von dem der Spion noch nichts wusste). Er wurde ei halbes Jahr eingesperrt, danach wurde ihm ein Job vermittelt. Er blieb aber nicht lange in der BRD, sondern verschwand kurz darauf wieder in der DDR. Eine Klappe im eMgZ (einreihiger Metallgitterzaun) ermöglichte das Reinschmuggeln dieser Ostspione, wobei die Grenzsoldaten abgezogen wurden und ein "Bautrupp" kam.
Welche Ereignisse gab es bei uns bis zur Grenzöffnung?
Die friedlichen Demonstrationen in der DDR, dabei auch in Meiningen,
Montagsgebete in Hildburghausen, führten schließlich zur
Grenzöffnung im November 1989 – das schönste Erlebnis.
Der Westen war total unvorbereitet. Es gab eine Demonstration am 11. November 1989 in Heldburg und am 2. Dezember 1989
eine Demonstration in Hellingen. In Allertshausen wird die Grenzöffnung erzwungen und sechs Soldaten öffnen den Zaun.
Am 24. Dezember 1989 begegnen sich die Bürger aus Ermershausen. Am
26. Januar 1990 kommt es zum Besuch zwischen Allertshausen und
Hellingen.
Am 16. Juli 1990 war die DDR-Grenze Vergangenheit, Bewachung und
Grenzkotrollen gab es nicht mehr.
Woran dachten Sie, als Sie die Nachbardörfer in Thüringen besuchten?
Für mich war der Besuch in Thüringen eine Reise in die Kindheit.
Es wurde dort immer noch Bier gebraut, gekeltert und Brot gebacken
im Dorfbackhaus.
Es gab noch Gemeinschaftsgefriertruhen. Der Zusammenhalt wurde
durch das Brauchtum: Trachten, Faschingsbeerdigung, Plantanz und
Brautwerbung gepflegt.
Es gab das "Christkindgehen" in Hinfeld 1942/76/92 am 2.
Adventssonntag. Am Aschermittwoch dreht in Bedheim der Strohbär
seine Runden.
In Rieth gibt es die Eierwoche. Am Karmittwoch, blasen sie Eier aus,
essen und hängen sie am höchsten Punkt auf. Was nicht fest ist, wird
aufgeräumt.
In Schweickershausen gibt es ein großes Getreidelager.
Was fiel ihnen besonders auf?
Viele Kirchen, z. B. die Kirche von Schlichtsart, 1990 befanden sie sich in
einem sehr schlechten Zustand.
Es gab viele verfallene Häuser in den Städten, aber schmucke Dörfer.
Das Kriegerdenkmal in Rieth ließ man während der DDR–Zeit
verfallen.
Das Jagdschloss Seidingstadt, in dem Therese von Sachsen–
Hildburghausen (spätere Königin von Bayern) 1792 geboren wurde
(seit ihrer Heirat findet das Oktoberfest statt), wurde nach einem Brand
Ende der 70er Jahre dem Erdboden gleichgemacht.
Noch 1988 wurde das Schloss Schlechtsart zerstört
Die DDR–Bürger waren handwerklich sehr geschickt und so kann ich
mich an den Spruch erinnern: "Mit Hammer, Zange, Draht fährt man
mit dem Trabbi bis nach Leningrad".
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Zerstörtes Gebäude |
Welche Folgen ergaben sich für die Bewohner der grenznahen Gebiete?
Die ehemalige Firma Köberlein in Bad Königshofen war der größte
Arbeitgeber für 400 – 500 Beschäftigte. Da die grenznahe Förderung
wegfiel, zog sie nach Thüringen um.
Gedenkstätten in Zimmerau, Dürrnried, Schweickershausen wurden
geschaffen."
Die Jungforscherinnen und -forscher haben den Wissenschaftszug besucht. Dort konnten sie viele interessante Dinge herausfinden und die Frage ZUGeschaut! beantworten:
"Zum Wissenschaftsjahr 2009 tourt zurzeit der Ausstellungszug "Expedition Zukunft" durch Deutschland. Am Sonntag, den 20. September 2009, besuchten wir, die Klasse 6b, den Wissenschaftszug in Bamberg. Wir mussten ein paar Minuten warten, bis wir den ScienceEXPRESS mit dem Rucksack vor dem Bauch betreten durften. Der Zug hatte 12 Waggons.
Im ersten Waggon wurden Fragen über die Zukunft gestellt. Der Galaxiewaggon zeigte uns den Weltraum. Es wurde uns erklärt, dass Menschen versuchen werden, auf dem Mars zu leben.
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Schüler der Klasse 6b der Hauptschule Ebern im Waggon 4 (das Hirn – ein intelligenter Computer) des Wissenschaftszuges |
Danach wurden uns Möglichkeiten mit Hilfe der Nanotechnologie aufgezeigt, die sich mit sehr, sehr kleinen Längenmaßen in Milliardstelmeter beschäftigt. Das Gesicht von Günter Jauch verglichen wir mit einem Neandertaler. So konnten wir beobachten, wie sich die Menschen im Laufe der Zeit entwickelten. Anschließend wurde ein Modell eines Gebäudes vorgestellt, in dem so viele Lebensmittel produziert werden, dass davon 1.000 Menschen ein Jahr lang ernährt werden können. Danach führte uns unser Weg in einen Waggon, in dem viele bunte Quadrate hingen. In manchen sahen wir Mammuts und Neandertaler auf kleinen Bildschirmen. Es gab einen Waggon, in dem kleine VW–Käfer in verschiedenen Farben ausgestellt waren. Interessant war ein Spiel, bei dem ein Sitz mit einem Lenkrad gezeigt wurde. Dabei wurden Fragen zum benzineinsparendem Fahren gestellt. Leider war das Mitmachlabor schon belegt und wir konnten hier nicht aktiv werden.
Wie die Zukunft sich entwickeln wird, bleibt spekulativ. Trotzdem war es sehr interessant, sich im Wissenschaftszug über die Entstehung des Lebens (Urknall) bis zu den Problemen der Zukunft, wie Krankheiten (Diabetes, Aids, Epidemien), Ernährung der ständig wachsenden Weltbevölkerung von 9 Mrd. Menschen, dem Abbau der vorhandenen Ressourcen, den Auswirkungen der Gentechnik, den Folgen des Klimawandels Gedanken zu machen.
Können sie gelöst werden mit Hilfe von Robotern, der weltweiten Vernetzung der Computer, der Nano– und Biotechnologie? Welche ethischen Fragen müssen gelöst werden?
Das Expeditionsteam besuchte gleich zwei Denkmäler: Den Judenfriedhof in Ebern und die Synagoge in Memmelsdorf. Dort konnten sie die Frage DENKmal! lösen:
Besuch des Judenfriedhofs in Ebern, Bericht von Marianne
"Die Schüler der 6. Klasse der HS Ebern besuchten den Judenfriedhof in Ebern. Die 13.259 m² große Anlage mit 1.083 Steinen liegt auf einem baumbestandenen hügeligen Hang. Die Steine sind alle nach Westen ausgerichtet.
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Ein Grabstein auf dem Judenfriedhof in Ebern |
Den Schülern, wobei die Jungen eine Kopfbedeckung trugen, fielen viele Symbole auf. Neben segnenden Händen und Schabbatlampen entdeckten sie auch Levitenkannen.
Ein Stein von 1825 trägt sogar drei Symbole: segnende Hände, Schofar und Beschneidungsmesser.
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Ein Grabstein auf dem Judenfriedhof in Ebern |
Nicht weit weg vom Eingang entfernt steht auch eine mit zwei Engelsköpfen geschmückte Stele. An einer Mauer befinden sich Kindergräber, an anderer Stelle mehrere Gräber von Wöchnerinnen.
In Ebern lebten, nach einer Vertreibung im 14. Jahrhundert, erst im 17. Jahrhundert wieder Juden, aber nur kurze Zeit. 1633 wurde das Gelände käuflich erworben und nach einer erneuten Vertreibung im Jahr 1639 von den umliegenden Gemeinden bis zum Jahr 1912 genutzt. Die Inschriften sind fast nur auf Hebräisch verfasst.
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Ein Jungforscher legt einen Stein auf eine Stele |
Mit dem Auflegen eines Steines auf einer Stele verließen wir den Judenfriedhof – ein Haus des Lebens (Gott wird die Toten wieder beleben).
Besuch der Synagoge in Memmelsdorf, Bericht von Simon, Marina und Marcel
"Am 6. Mai 2009 fuhren wir, die Klasse 5b der HS Ebern, nach
Memmelsdorf/Unterfranken zur Synagoge. Sie wurde 1728/29 als
Versammlungsraum der jüdischen Gemeinde erbaut, am 10. November
1938 innen zerstört und von 1995 bis 2004 renoviert. Wir gingen mit
Herrn Ulrich auf Spurensuche, der uns zuerst auf Besonderheiten
außerhalb der Synagoge aufmerksam machte. Es gibt an der
Synagoge einen Männer– und einen Fraueneingang. Beim
Männereingang war früher sogar ein kleines Häuschen vorhanden.
Es wurde abgerissen, aber man sieht noch gut die Umrisse in der
Mauer. Vor dem Regen schützte ein kleines Dach, und darunter stand eine Schüssel mit Wasser.
Darin wuschen sich die Männer die Hände, bevor sie die Synagoge betraten. Am Eingang musste man drei Stufen hochsteigen und dann erneut eine hinunter. Man ging immer in den Gebetsraum hinunter.
Auf dem Weg zum Fraueneingang sahen wir in der Wand einen
Stern in einem Kreis mit einem Quadrat außen herum. Das war
der Hochzeitsstern, auf dem in der Mitte "Mazal Tow" (Viel Glück)
stand.
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Links: Die Schüler der 5b vor der Synagoge in Memmelsdorf |
Er hatte seinen Namen daher: "Das Brautpaar bekam nach der
Trauzeremonie ein Glas Wein, das sie austranken. Der Bräutigam
nahm das Glas und warf es gegen den Stern, wobei es zerbrach. Ihr kennt doch sicher das Sprichwort: Scherben bringen Glück."
Beim Fraueneingang weist eine kleine Vertiefung im Türstock
darauf hin, dass hier die Mesusa (Schriftrolle) mit Haussegen
untergebracht war. Wir gingen durch den Fraueneingang in den Informationsraum.
Früher war das die Wohnung des jüdischen Lehrers. Man nannte
ihn auch Vorleser oder Rabbi. Das Zimmer hatte nur drei Räume:
Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer. Das kleine Fenster
ermöglichte dem Rabbi einen Blick in den Betsaal. So konnte er
feststellen, ob zehn Männer anwesend waren und man mit dem
Gebet beginnen konnte.
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Ausstellungsstücke im Informationsraum: |
Dann gingen wir hinunter in den Männergebetsraum. An der östlichen Wand war ein steinerner Toraschrein befestigt. Herr Ulrich erklärte uns, wieso sich der Toraschrein immer an der östlichen Wand (Richtung Jerusalem) befand.
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Im Osten sagte man Orient zu Osten und Orient bedeutet "aufgehende Sonne". Danach stiegen wir zur Frauenempore und in den Dachboden hoch, wo der Platz nicht mehr verwendeter religiöser Gegenstände, die nach dem jüdischen Glauben nicht weggeworfen werden dürfen, der Genisa, zu sehen ist. Dieser wertvolle Fund war schon teilweise in Israel und den USA ausgestellt. Wir finden es gut, dass die Synagoge als Denkmal erhalten blieb."
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Grundriss der Synagoge in Memmelsdorf/Unterfranken |
Waagensammlung in Memmelsdorf, Bericht von Franz, Winfried, Sophia, Marcel und
Viktor
"Unsere Klasse empfing Herr Ulrich, als wir am 6. Juli 2009 am
Waagenmuseum ankamen. Die Schüler gingen in den zweiten
Stock, in dem die Waagen ausgestellt sind. Herr Ulrich ist 70
Jahre alt und sammelt schon seit 40 Jahren Waagen. Er hatte zu
Hause keinen Platz mehr für die vielen Waagen und gab diese mit
einem Vertrag an das KOMM weiter. Im KOMM sind die
Waagen jetzt in Glasschränken ausgestellt. Es waren sehr viele
alte Waagen, aber auch zwei Schränke mit neuen Waagen zu
sehen.
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Links: Herr Ulrich zeigte der 5b ein paar Modelle – Balkenwaage,
Gewichtswaage und Sternwaage |
Wir sahen eine Waage mit echten Edelsteinen, die genau messen
konnte. Es gibt eine ungleicharmige Waage aus dem Jahre 1822,
die von 25 kg – 100 kg wiegt. Die Tafelwaage hat den
Waagenbalken unten. Die Federwaage wird zum Beispiel für das
Wiegen von Fischen benutzt. Man hält die Waage in der Hand
und hängt den Fisch an den Haken und kann das Gewicht ablesen.
Weiterhin sahen wir noch Briefwaagen, Haushaltswaagen und
Babywaagen.
Bereits die Ägypter und die Römer besaßen schon Waagen. Auch
damals konnte schon das Gewicht ziemlich genau bestimmt
werden. Man benutzte die Waagen beim Zoll. Wenn jemand in die
Stadt wollte, um seine Waren auf dem Markt zu verkaufen,
musste er zuerst mit seiner Ware auf die Waage. Daraus
berechnete man damals den Zoll für die Handelsware.
Bei der Pendelwaage musste die rechte Seite mit der linken Seite
übereinstimmen. Dazu benutzte man verschiedene Gewichte von
einem Gramm bis zu einem Kilogramm, die auf eine Seite gelegt
werden und auf die andere Seite kommt das, was man wiegen
möchte.
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Herr Ullrich führt den Schülerinnen und Schülern Links eine Pendelwaage und Rechts eine Einarmwaage vor. |
Im Anschluss zeigte Herr Ulrich den interessierten Schülern eine
Einarmwaage.
Diese musste man aufhängen und dann konnte man mit Hilfe
eines Schiebers das Gewicht ermitteln. Die Waage wurde auf den
Märkten häufig benutzt. Am Schluss sahen sich die Schüler noch
eine Briefwaage an. Mit dieser konnte man auch die kleinsten
Dinge, wie zum Beispiel eine Briefmarke oder einen Brief
wiegen.
Der Besuch im Museum war für die Klasse sehr interessant. Die
Klasse 5b hofft, dass man weitere Expeditionen macht. Die
Klassensprecher bedankten sich für die Führung und gingen
anschließend in die Gemeindebücherei."
Friedrich Rückert, Bericht von Winfried, Lukas, Eva, Julian
und Simon
"Am Dienstag, den 19. Mai 2009, besuchte Herr Dold die Klasse 5b der
Hauptschule Ebern und erzählte den Schülern aus dem Leben
Friedrich Rückerts. Nach diesem sehr wichtigen deutschen
Dichter wurde das Gymnasium in Ebern benannt.
Geboren ist Friedrich Rückert am 16. Mai 1788 in
Schweinfurt und wuchs in Oberlauringen auf. Er studierte in Jena, als seine
Familie nach Ebern zog, da sein Vater hier als Amtmann eine
Anstellung erhielt.
In den Semesterferien besuchte Rückert als Student Ebern. Hier
begann seine Laufbahn als Dichter. Seine ersten beiden
Gedichtsammlungen haben unmittelbar mit Ebern zu tun und die
fünf Märchen für sein kleines Schwesterlein entstanden auch hier.
Agnes Totenfeier heißt sein erstes gedrucktes Werk, eine traurige
Geschichte.
Agnes Müller hieß das hübsche Mädchen, dem Friedrich Rückert die Gedichte gewidmet hat und das vielleicht seine erste große Liebe war. Die Kinder des Barons von Rotenhan in Rentweinsdorf sollten etwas lernen und da es damals nur eine Dorfschule gab (kein Gymnasium), stellten die Eltern Hauslehrer an. Die Kinder des Barons hatten vor– und nachmittags Schule. Die Bauernkinder mussten damals viel im Garten, Stall, Feld, Wald und auch bei der Hausarbeit mithelfen. Trotzdem durften auch Kinder aus dem Dorf an dem Unterricht teilnehmen, darunter war auch Agnes Müller. Der Zeichenlehrer hieß Herr Mäusel (das Zimmer im Schloss, in dem er wohnte, wird heute noch Mäuselstube genannt). Agnes Müller zog sich oft in ihr Zimmer zurück. Dort zeichnete sie schon mit elf Jahren mit einem Rötelstift eine wunderschöne Pfingstrose. Im Archiv des Schlosses Rentweinsdorf befindet sich eine Zeichnung dieser Pfingstrose von Agnes Müller.
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Pfingstrose, gezeichnet von Agnes Müller mit 11 Jahren |
Agnes starb schon sehr jung mit 16 Jahren an einem Blutsturz. Sie wurde in Rentweinsdorf beerdigt.
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Gedenkstein in Rentweinsdorf von Agnes Müller, der Friedrich Rückert seinen ersten Gedichtband widmete |
Marieluise Geuß aus Ebern war seine nächste große unerwiderte Liebe. Ihr widmete er seine zweite Sammlung von Gedichten: Amaryllis – "Ein Sommer auf dem Land". Er erfand auch gereimte Märchen für seine kleine Schwester. Von 1820 bis 1826 lebte Friedrich Rúckert als Privatgelehrter vor allem in Ebern und Coburg, wobei er teilweise den Koran übersetzte. Für seine Frau, Luise Wiethaus–Fischer, die er 1821 heiratete und mit der er zehn Kinder hatte, schrieb er den Gedichtband: "Liebesfrühling". Damit wurde er als Dichter bekannt. Als seine zwei Kinder innerhalb von 2 bis 3 Wochen starben, schrieb er "Die Kindertotenlieder", in denen er seine Gefühle über den schmerzlichen Verlust ausdrücken konnte und in denen er Geschichten über seine Kinder erzählte, wie nur er sie kannte. Diese "Kindertotenlieder" wurden von dem Komponisten Gustav Mahler vertont.
Beruflich war Friedrich Rückert Professor für Orientalische Sprachen in Berlin und Jena. Dabei übersetzte, lehrte oder beschäftigte er sich sprachwissenschaftlich mit 44 Sprachen. Es kam z. B. ein Mann zu Friedrich Rückert und wollte eine Sprache lernen. Friedrich Rückert vertröstete ihn auf ein halbes Jahr später, dann könne er sie ihm beibringen. Friedrich Rückert lernte in der Zwischenzeit die Sprache. Der Lehrberuf an der Universität gefiel Friedrich Rückert nicht, weil er immer wieder die gleichen Vorlesungen halten musste; es kamen ja immer wieder neue Schüler. Das war ihm zu langweilig. Deshalb setzte er die Termine für seine Seminare und Vorlesungen immer sehr früh oder sehr spät an. So blieben ihm die Studenten weg und er konnte sich mit dem beschäftigen, was ihn tatsächlich interessierte. So schrieb er z. B.:
Das sind die Weisen,
die durch Irrtum
zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
das sind die Narren.
(aus "Der ewige Brunnen")
Der Mann ist töricht,
der die Menge der Freunde zählt.
Ein Bündel Röhricht
Hilft dir nicht, wo ein Stab dir fehlt.
(aus Rückert, Friedrich: Haus und Welt, Piper & Co Verlag, S. 134)
Des Weiteren schrieb Friedrich Rückert:
- Griechische Märchen
- Irakische Lieder
- über 300 Gedichte, z. B.:
Barbarossa
Der alte Barbarossa,
Der Kaiser Friederich,
Im unterird´schen Schlosse
Hält er verzaubert sich.
Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
Er hat im Schloss verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.
Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit,
Und wird einst wiederkommen,
Mit ihr, zu seiner Zeit.
Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt:
Der Tisch ist marmelsteinern,
Worauf sein Haupt er stützt.
Sein Bart ist nicht von Flachse,
Er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen,
Worauf sein Kinn ausruht.
Er nicht als wie im Traume,
Sein Aug´ halb offen zwinkt;
Und je nach langem Raume
Er einem Knaben winkt.
Er spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh hin vors Schloss, o Zwerg,
Und sieh, ob noch die Raben
Herfliegen um den Berg.
Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muss ich auch noch schlafen
Verzaubert hundert Jahr.
(aus Rückert, Friedrich: Haus und Welt, Piper & Co Verlag, S. 24)
- oder Ägyptische Sagen, z. B.:
Der betrogene Teufel
Die Araber hatten ihr Feld bestellt,
Da kam der Teufel herbei in Eil´;
Er sprach: Mir gehört die halbe Welt,
Ich will auch von eurer Ernte mein Teil.
Die Araber aber sind Füchse von Haus,
Sie sprachen: die untere Hälfte sei dein.
Der Teufel will allzeit oben hinaus;
Nein, sprach er, es soll die obere sein.
Da bauten sie Rüben in einem Strich;
Und als es nun an die Teilung ging,
Die Araber nahmen die Wurzeln für sich,
Der Teufel die gelben Blätter empfing.
Und als es wiederum ging ins Jahr,
Da sprach der Teufel im hellen Zorn:
Nun will ich die untere Hälfte fürwahr.
Da bauten die Araber Weiz´ und Korn.
Und als es wieder zur Teilung kam,
Die Araber nahmen den Ährenschnitt.
Der Teufel die leeren Stoppeln nahm,
Und heizte der Hölle Ofen damit.
Er starb 31. Januar 1866 in Neuses bei Coburg. 1988 wurde Friedrich Rückerts zweihundertster Geburtstag gefeiert. Ihm zu Ehren wurden im Jahr 1988 in Ägypten Sonderbriefmarken gedruckt (nicht in Deutschland)."
Besuch des Heimatmuseums Ebern, Bericht von Simon, Eva, Julian und Marcel
"Heute am 30. April 2009 gingen wir, die Klasse 5b der Hauptschule
Ebern, ins Heimatmuseum in Ebern. Nach der zweiten Tür
erblickten wir rechts die Ausstellung zur Schule, wie sie früher vor
etwa 100 Jahren war. Hier konnten wir noch alte Tintenfässer,
Schreibfedern, alte Hefte mit sauberer Schrift, Schiefertafeln mit
Schwamm und Lappen, alte Schulbücher und Schülerarbeiten
sehen.
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Heft mit Schönschrift, Füllfederhalter, Schiefertafel mit Griffel |
Links befand sich ein Miniaturklassenzimmer. Wir schauten uns
auch das Klassenzimmer in Originalgröße an.
Gespannt lauschten wir den Ausführungen von Herrn Köhler.
Herr Köhler erzählte uns, dass jedes Dorf seine eigene Schule
hatte. Der Lehrer musste von der 1. bis zur 7. Klasse alle Schüler
zusammen in einem Klassenzimmer unterrichten. Man brauchte
deshalb viele verschieden hohe Bänke. Ganz vorne saßen die
Erstklässer, die Zweitklässer in der zweiten Reihe und so weiter
bis zur siebten Klasse. Die Jungen und Mädchen trugen damals Schürzen. In der Schule
wurde die Schönschrift mit Federhalter geübt, den man in ein
Tintenfass tauchte. Die Schüler schrieben auch mit einem Griffel
und rechneten auf einer Schiefertafel, denn Hefte waren viel zu
teuer. Zum Rechnen lernen gab es einen Abakus (einen
Taschenrechner kannte man noch lange nicht), das sind hundert
Holzkugeln, die jeweils in Zehnerreihen angeordnet waren.
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Links: Klassenzimmer mit Schiefertafeln, Schwamm, Topflappen und Griffel |
Er erzählte uns, dass das Lehrerpult normalerweise zwei Stufen
höher war, so dass der Lehrer alles im Blick hatte und auch gut sah, was die hinteren Schüler für Unfug trieben. Rechts war eine
Wand mit Bildern der alten Dorfschulen aus Jesserndorf,
Kraisdorf, Rentweinsdorf, Bramberg, Memmelsdorf und Gereuth.
Zum Waschen hatten die Kinder früher eine Waschschüssel, da es
noch keine Wasserleitung gab. Die Kinder mussten das Wasser
vom Dorfbrunnen holen. Auch ein Holzofen musste im Winter
erst früh angeschürt werden, wobei die Holzscheite von den
Schülern besorgt wurden.
Herr Köhler zeigte uns einen Holzstock,
der benutzt wurde, um auf den Landkarten etwas zu zeigen oder
um für Ruhe zu sorgen. Er wurde aber auch bei Ungehorsam und
Schlamperei zum Schlagen der Schüler verwendet. Die größte
Strafe war vor die Klasse zu treten und Schläge mit dem
Haselnussstock auf den Po zu bekommen oder sich hinten auf die
letzte Bank, die Eselsbank, setzen zu müssen. Wer nicht aufpasste,
keine sauberen Fingernägel oder Hände hatte, wurde mit dem
Stock auch auf die Finger geschlagen oder musste sich ins Eck
stellen. Gut, dass die Prügelstrafe heute verboten ist.
Herr Köhler erzählte auch, dass vier Finger auf der Bank liegen
mussten und der Daumen unter die Bank gehalten wurde.
Wenn man einen Film schauen wollte, musste jeder Schüler eine
Decke mitbringen, damit man die Fenster zum Verdunkeln
zuhängen konnte. Damals kannte man noch keine Rollos. Mit
einem alten Projektor wurde auf ein weißes Leinentuch projiziert.
Im Film gab es keine Sprache, nur Sprechblasen.
Danach sahen wir uns einen Schwarz–Weiß–Film an, der tonlos war.
Es ging um den Wettlauf zwischen Hasen und Igel, wobei der
Hase ganz schön reingelegt wurde und der Igel als Sieger
hervorging.
Es war ein sehr interessanter Ausflug in die alte Schulzeit. Ich
glaube, damals war es bestimmt auch schön, aber jetzt haben wir
halt viele Sachen, die uns das Lernen erleichtern."
Im Folgenden können Sie eine Auswahl der Presseberichte über die "Forschungsexpedition Stadt" in Ebern einsehen.
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