Mainz

"Wie wird man ein Volk?", fragt der Treffpunkt der Wissenschaft "Zeit Reise" in Mainz im Wissenschaftsjahr 2009. Die Koordination des Treffpunkts Mainz wird von der Abteilung Kommunikation und Presse der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Kooperation mit der Mainzer Wissenschaftsallianz geleistet. Vom 16. bis zum 18. Juni hat der Ausstellungszug "Expedition Zukunft" am Mainzer Hauptbahnhof Station gemacht.

Hier können Sie das Jahresprogramm des Treffpunkts Mainz downloaden (PDF). Den aktualisierten Veranstaltungskalender der Wissenschaftsallianz finden Sie hier.

"Wie wird man ein Volk?", fragen sich auch in Mainz drei Gruppen im Wissenschaftsjahr 2009: Schülerinnen und Schüler konnten sich an einem Landeswettbewerb beteiligen, das studentische Expeditionsteam war vor Ort und schließlich haben sich Experten in einer öffentlichen Debatte mit dem Thema auseinandergesetzt.

Als Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz ist Mainz mit seinen nahezu 200.000 Einwohnern eine Stadt mit einer wandlungsreichen Geschichte. Keltischen Ursprungs und später Teil des römischen Reiches, kam Mainz als Bischofsstadt eine prägende Rolle bei der Christianisierung und Machtverteilung jenseits der Alpen zu. Ihre zentrale Stellung innerhalb der Reichspolitik behielt sie, selbst unter Kaiser Barbarossa, auch in den Folgejahren. Infolge der französischen Revolution wurde Mainz einige Jahrhunderte später zur "Republik" und durch die 1793, unter Federführung der französischen Besatzungsmacht, erfolgten freien Wahlen sogar zur ersten Demokratie auf deutschem Boden.

Mainzer Dom

Wie wird man ein Volk – Wissenschaftsjahr-Flagge vor dem Mainzer Dom

Mit der Erfindung des Buchdrucks und seiner Gutenberg Bibel leistete der wohl bedeutendste Sohn der Stadt Mitte des 15. Jahrhunderts die Voraussetzungen für den Aufbruch der Stadt Mainz ins Medienzeitalter. Die Ansiedlung des ZDF im Jahre 1976 entspricht dieser Tradition der "Medienstadt". Auch das eigens der Druckkunst gewidmete Museum so wie die Johannes Gutenberg Universität tragen dem berühmten Sohn der Stadt Rechnung: Im Jahr 1946 von der französischen Besatzungsmacht neu gegründet, findet sich hier eine der wenigen Campusuniversitäten Deutschlands, auf dem auch das Max-Planck-Institut für Chemie und das Max-Planck-Institut für Polymerforschung angesiedelt sind. Mit 15 Prozent der 35.000 Studenten stellt die fünftgrößte Hochschule der Bundesrepublik darüber hinaus den höchsten Anteil ausländischer Studenten aller deutschen Universitäten und belegte so Platz 1 im Erasmus-Austauschprogramm von 2007.

Das Thema Geschichte ist Gegenstand des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften, dessen Perspektive von der Antike bis zur modernen Zeitgeschichte reicht und sowohl die byzantinische als auch die osteuropäische Geschichte mit einbezieht. Eine der aktuellen Fragen des Fachbereichs stellt zum Beispiel "Die Wiedervereinigung Deutschlands 1989/90" dar, die von Prof. Dr. Andreas Rödder, Institutsleiter für Neueste Geschichte, auch im Sinne einer aktuellen Positionsbestimmung Deutschlands diskutiert wird. So steht die im Oktober anlaufende Veranstaltungsreihe "Universität im Rathaus" unter dem Motto "Deutschland in der Welt. Weichenstellungen in der Geschichte der Bundesrepublik". Eine Frage nach der Verbindung von Geschichte und Gegenwart, welche die Stadt Mainz im Wissenschaftsjahr 2009 aufgreift, wird auch am Institut für Europäische Geschichte und an den zahlreichen Forschungsstellen innerhalb der Mainzer Museumslandschaft und besonders im Zusammenschluss aller wissenschaftlich forschenden Einrichtungen zur Mainzer Wissenschaftsallianz deutlich. Als Ort der Revolutionen, an dem sich überall Geschichte mit Gegenwart/Zukunft verbindet, scheint Mainz also ideal, um sich auf "Zeit Reise" zu begeben.

Begonnen hat diese Reise mit einem Pressegespräch zur Eröffnung des "Treffpunkts der Wissenschaft Mainz" im Mainzer Rathaus am 23. März 2009.

Das Video zur Pressekonferenz:

© Mainzer Wissenschaftsallianz, 2009

In diesem Rahmen wurde das Jahresprogramm des Treffpunkts vorgestellt: Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz Jens Beutel und die Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur von Rheinland-Pfalz Doris Ahnen haben den Treffpunkt gemeinsam eröffnet. Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, hat als Sprecher der Mainzer Wissenschaftsallianz deren Engagement und Ziele erläutert.

Das Thema des Treffpunktes sowie ausgewählte Programmpunkte aus den umfangreichen Jahresaktivitäten hat Univ.-Prof. Dr. Andreas Rödder, Leiter der Abt. IV: Neueste Geschichte (Historisches Seminar) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, vorgestellt. Insgesamt über 30 Einrichtungen erkunden und interpretieren ein Jahr lang in über 150 Veranstaltungen die Spuren menschlichen Denkens und Handelns, und das quer durch die Kulturen und Jahrtausende. Auf dieser "Zeit Reise" sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu Sonderveranstaltungen, Vortragsreihen und Podiumsdiskussionen, zu Präsentationen, Führungen und Ausstellungen bis hin zu Konzerten, Film- und Buchpräsentationen eingeladen.

Download der Pressemitteilung der Mainzer Wissenschaftsallianz zum Treffpunkt der Wissenschaft "Zeit Reise" (PDF).

Schulen ans Netz e. V. hat zu allen Treffpunkten der Wissenschaft Unterrichtsmaterialien zusammengestellt – so auch zum Treffpunkt Mainz. Hier finden Sie die Materialien.