

Die Forschungsfrage "Ist Demokratie gerecht?" hat in Karlsruhe eine achtköpfige Gruppe von Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse des Windeck Gymnasiums aus Bühl zusammen mit MitarbeiterInnen der Museumskommunikation des ZKM Karlsruhe bearbeitet.
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Das Team vom Windeck Gymnasium |
micro-fiction** - Die Schülerrecherche zur Forschungsfrage "Ist Demokratie gerecht?"
Hier können Sie sehen, was Nina und Sebastian von den micro-fictions erwarten.
micro-fiction** basiert auf der Idee, dass eine Chance der aktiven Mitgestaltung von Gesellschaft die Aneignung und Nutzung von Medien/-technologien sein kann. Doch die Herausforderung besteht nicht allein darin, einen kritischen Umgang mit medialen Inhalten zu erlernen, sondern auch Produktions- und Präsentationsformen selbst zu erproben, welche die Möglichkeit der Mitgestaltung, des Mitsprechens und Nachfragens zulassen.
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So sieht der micro-fiction-Bauwagen auf dem ZKM-Vorplatz aus |
Hören Sie selbst, wie Nina und Marie das Projekt erleben.
Eine Woche arbeiteten die SchülerInnen in und um einen Bauwagen, dessen temporärer Standort auf der Freifläche zwischen Bundesanwaltschaft, Agentur für Arbeit und ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie symbolisch die Schnittfläche zwischen Recht, Arbeit, Kultur, Bildung, Geld und Unterhaltung markierte. Nicht die großen Schlagworte des zu diesem Zeitpunkt ausgetragenen Wahlkampfes zur Bundestageswahl 2009 standen dabei im Mittelpunkt, sondern die Fragen:
Was hat Demokratie mit mir zu tun?
Wie taucht Demokratie als Praktik von Mit_Gestalten, Mit_Entscheiden und Mit_Streiten im alltäglichen Handeln jeder/s einzelnen auf?
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Die Arbeitssituation im Bauwagen |
In Diskussionen und Übungen wurde zunächst eine Beziehung zur Geschichte der Stadt Karlsruhe mit dem Ständehaus - als erstes deutsches Parlamentsgebäude - und als Sitz wichtiger Justizorgane hergestellt, als auch zu künstlerischen Projekten - wie zum Beispiel der Platz der Grundrechte von Jochen Gerz.
Nach einer inhaltlichen Annäherung an das Thema, galt es, in Einzelgruppen ein Konzept zu entwickeln, welches die Grundlage für die eigenen micro-fictions bildete und in Form von Audio-Collagen gestaltet werden sollten. Für die Durchführung der Interviews entwickelten die SchülerInnen ihre eigenen Fragen in Bezug auf Demokratie und Gerechtigkeit und konfrontierten die Karlsruher Bevölkerung z. B. mit den Fragen:
Wo begegnet ihnen Demokratie in ihrem Alltag?
Audio-Collage zu dieser Frage anhören
Wem wird (welche) Anerkennung zuteil?
Audio-Collage zu dieser Frage anhören
Haben Sie rassistische Erfahrungen gemacht?
Audio-Collage zu dieser Frage anhören
Die konzeptionelle Arbeit der Gruppenprojekte wurde von technischen Übungen zum Umgang mit Mikrofon und Aufnahmetechnik begleitet, als auch von einer Auseinandersetzung mit der Gestaltung von Interviewsituationen, wobei nicht nur Fragetechniken besprochen wurden, sondern auch Körper(-haltungen), Stimme und Auftreten. In daran anschließenden Experimenten mit dem Mikrofon wurde zudem über Machtverhältnisse und Selbstverständlichkeiten in Interviewsituationen nachgedacht und über Möglichkeiten gesprochen, wie diese aufgebrochen und künstlerisch verfremdet werden können.
"Ist Demokratie gerecht?" in Theorie und Praxis: Beobachten Sie den Verlauf der Präsentation der micro-fictions in der Karlsruher Innenstadt.
Ein wichtiger weiterer Aufgabenbereich der SchülerInnen war die Einarbeitung in ein Audioschnittprogramm, um die aufgenommenen Kommentare und Geräusche weiter zu bearbeiten und zusammen zu montieren. Zentral war in dieser Arbeitsphase, die Auseinandersetzung mit diesem Thema auch auf ästhetischer Ebene zu entwerfen und z. B. fiktionale Momente von Unbestimmtheit produktiv zu machen.
Jedoch war die Produktion und Fertigstellung dieser Audio-Collagen nicht der Abschluss des Projekts und somit auch nicht das Ende der Auseinandersetzung um Demokratie und Gerechtigkeit. Denn neben der Frage nach Produktionsformen stellt gerade auch die Frage der Präsentation von Information und Wissen einen wichtigen Aspekt von Demokratisierung dar. So fragt der französische Philosoph Jacques Derrida nicht zu unrecht, "Gibt es Demokratie ohne Gegenseitigkeit?" und fordert in Bezug auf Medien die Möglichkeit des Antwortens und der Gegendarstellung zur Schaffung einer aktiven Öffentlichkeit ein.
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Eine der micro-fictions-Säulen wird vor dem Karlsruher Schloss zur Diskussion gestellt |
Inspiriert von dieser Idee wurde zum Ende der Woche mit dem Bau von Audio-Säulen begonnen, welche dann in der Karlsruher Innenstadt aufgestellt wurden. Für interessierte PassantInnen bot sich so die Gelegenheit die Audio-Collagen anzuhören, mit den SchülerInnen ins Gespräch zu kommen und auf roten Klebepunkten Kommentare zu hinterlassen. So wurde die Auseinandersetzung um Demokratie und Gerechtigkeit ausgehend von den entstandenen Audio-Collagen weiter geführt und die micro-fictions erweiterten sich weiter.
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BürgerInnen setzen sich mit den micro-fictions auseinander. |
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Die micro-fictions in der Ausstellung "Wahlheimat" in der Nancyhalle Karlsruhe. |
Vom 6. Juni bis 28. September 2009 sind die drei Säulen und Audio-Collagen im Rahmen der Ausstellung "Wahlheimat" in der Nancyhalle zu sehen - auch hier sind alle BesucherInnen eingeladen, die microfictions weiter zu entwickeln und ihre Stimme zum Thema "Ist Demokratie gerecht?" abzugeben.
Zum Abschluss: Ein Fazit!
Das sagt die Presse zum Projekt: Ka-News hat das Projekt dokumentiert und berichtet.
Am Windeck Gymnasium, das auf eine über hundertjährige Tradition zurück blicken kann, werden nahezu 1.000 SchülerInnen und Schüler aus Stadt und Umgebung von Bühl unterrichtet, sie arbeiten, lernen und spielen. Vielfältig sind auch die Angebote für die SchülerInnen außerhalb der Pflichtunterrichtsstunden. Aus zahlreichen Arbeitsgemeinschaften - wissenschaftlichen, sportlichen, schöpferischen kreativen - kann ausgewählt werden, was den Neigungen des Einzelnen entspricht. Die Schule erhält dadurch auch eine bemerkenswerte Bedeutung im kulturellen und sportlichen Leben der Stadt.
Das Gymnasium
ist ein allgemein bildendes Gymnasium mit einem naturwissenschaftlichen Profil (n-Profil) und einem sprachlichen Profil (s-Profil). Die beiden Profile tragen zur Stärkung der Naturwissenschaften bei gleichzeitiger Entwicklung des Fremdsprachenangebotes bei und werden sowohl den naturwissenschaftlich als auch den sprachlich begabten SchülerInnen gerecht.
vermittelt fundiertes Basiswissen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen, sprachlich-literarisch-künstlerischen und gesellschafts-wissenschaftlichen Aufgabenfeldern und bemüht sich dabei um eine anwendungsorientierte Vernetzung.
vermittelt umfassende Sprach- und Fremdsprachenkompetenz und bietet eine solide Grundausbildung in den Kommunikations- und Informationstechnologien. Das Einüben formaler und personaler Schlüsselqualifikationen sowie sozialer Handlungskompetenzen vertieft die Allgemeinbildung, garantiert den Zugang zu allen Studiengängen und ermöglicht den direkten Einstieg in das Berufsleben.
unterbreitet seinen SchülerInnen vielfältige Angebote, um ihre individuellen Begabungen, Interessen und Neigungen zur Geltung zu bringen. Es bietet seinen SchülerInnen breiten Raum, sich in den musischen und sportlichen Bereichen zu entfalten.
bekennt sich zu einem Erziehungsauftrag, der sich der kognitiven Auseinandersetzung mit erzieherisch relevanten Werten im Unterricht und der Schaffung entsprechender atmosphärischer kommunikativer Bedingungen, in denen Werterziehung stattfinden kann, stellt.
