Jena

"Wie wird aus Licht Zukunft?" fragt der Treffpunkt der Wissenschaft "Zukunft Licht" in Jena im Wissenschaftsjahr 2009. Koordiniert wird der Treffpunkt Jena von OptoNet e. V., das als Netzwerk die Interessen der einzelnen Unternehmen und Forschungsinstitute auf dem Gebiet der optischen Technologien vertritt. Der Ausstellungszug der Max-Planck-Gesellschaft, die "Expedition Zukunft", hat vom 3. bis 5. Mai 2009 in Jena-Göschwitz Station gemacht.

Hier finden Sie die Informationen zum Jahresprogramm am Treffpunkt Jena.

Auch in Jena setzen sich drei Gruppen mit der Treffpunkt-Forschungsfrage auseinander: Schülerinnen und Schüler suchen nach einer Antwort auf die Frage "Wie wird aus Licht Zukunft?", unser Studententeam war vor Ort und Experten werden im Herbst das Thema Licht zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte machen.

Als Teil des Thüringer Technologiedreiecks ist Jena mit rund 100.000 Einwohnern eine "Stapelstadt des Wissens" mit der einzigen Volluniversität des Freistaates Thüringen und der größten Fachhochschule des Landes. Für ihr Konzept "Wissen und Wachsen. Made in Jena" hat die an der Saale gelegene Stadt 2008 – im Jahr des 450jährigen Bestehens der Universität Jena – den Titel "Stadt der Wissenschaft" des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft erhalten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war ein Dreigestirn ausschlaggebend für den Aufbruch Jenas ins Industriezeitalter: Mit Carl Zeiß, Otto Schott und Ernst Carl Abbe trafen an der Universität drei Wissenschaftler zum Thema "Zukunft Licht" aufeinander. Die Glas- und Optikindustrie prägte bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Arbeitswelt Jenas sowohl in Form des Laboratoriums Schott & Genossen, dem späteren Jenaer Glaswerk Schott & Gen, als auch des Kombinats VEB Carl Zeiss Jena oder der heutigen Jenoptik. Optik spielt bis heute eine tragende Rolle in der Wissenschaft und Forschung von Universität, Fachhochschule bis hin zum Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik. Mit dem Thema "Zukunft Licht" arbeiten zudem die Institute für Optik und Quantenelektronik, für Angewandte Optik oder auch der Studiengang Augenoptik/Optometrie und Laser- und Optotechnologien.

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Wie wird aus Licht Zukunft? – Wissenschaftsjahr-Flagge am Wissenschaftscampus Beutenberg in Jena

Die Eröffnung des Treffpunkts Jena

Der Treffpunkt der Wissenschaft Jena wurde am 4. Mai 2009 im Planetarium mit einer Kinderwissenschaftsshow eröffnet. 80 Schüler der 5. Klassen waren aus mehr als 800 Bewerbern ausgewählt worden, um gemeinsam mit dem Moderator Friedemann Ziepert dem Phänomen Licht auf die Spur zu kommen. Vor Beginn der Kinderwissenschaftsshow gab es im Foyer des Zeiss-Planetariums für die Schüler die Möglichkeit, sich selbst einmal aus einer ganz anderen Perspektive, mittels einer Wärmebildkamera, zu betrachten. Mit einer atemberaubenden Kuppelprojektion und spannenden Fragen startete dann die einstündige Show im Jenaer Zeiss-Planetarium ins Programm: "Warum ist das Meer blau?" und "Welche Farbe hat das Licht eigentlich?", "Was ist Licht überhaupt?" und "Welche Bedeutung hat es für unser Leben?".

TP Jena

Aus dem Planetarium am Treffpunkt der Wissenschaft Jena, Foto: Marko Schmidt

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern und den geladenen Experten versuchte der Moderator, Antworten zu finden und mit kleinen Experimenten anschaulich zu machen. Drei Studenten des Studienganges "Laser- und Optotechnologien" unterstützten ihn dabei, bauten mit den Kindern Wasserlupen, erklärten den Zusammenhang von Licht und Farben und demonstrierten, wie mithilfe von Licht Informationen übertragen werden können. Prof. Fleck von der Fachhochschule Jena beschrieb den Kindern, wie ein DVD-Brenner funktioniert und bewies mit einem MP3-Player aus dem Publikum, wie Laserlicht Musik übertragen kann. Neben Experimenten zum Mitmachen wurde das Thema Licht auch in eine eindrucksvolle Schwarzlicht-Performance des Moderators eingebettet. Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung war schließlich eine Scannerinstallation, welche es den Kindern ermöglichte, Hände, Gesichter und Gegenstände in Sekundenschnelle einzuscannen und dann an die Kuppeldecke des Planetariums projiziert zu betrachten.

TP Jena

Auftaktveranstaltung in Jena am 04.05.09 Foto: Marko Schmidt

Im Anschluss an die Veranstaltung wartete ein Shuttle-Bus auf die Schülerinnen und Schüler, der sie direkt zur Expedition Zukunft auf dem Bahnhof Jena-Göschwitz brachte. Hier konnten sie den 300 Meter langen Zug besichtigen und anschließend im Mitmachlabor an weiteren Experimenten teilnehmen, entdecken, lernen und staunen. Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Planetariums Jena, der Jenoptik AG und den Beteiligten der Fachhochschule Jena realisiert.

Download der Einladung zur Veranstaltung (PDF).

OptoNet veranstaltet Kinderwissenschaftsshow zur Langen Nacht der Wissenschaften in Jena

Unzählige Wasserlinsen, 100 selbstgebaute Kameras, Hunderte eingescannte Besucherhände, 4 Durchläufe der Kinderwissenschaftsshow: das ist unsere Bilanz der "Langen Nacht der Wissenschaften", die am 13. November 2009 in Jena mehr als 10.000 Besucher in ihren Bann zog.

OptoNet hatte gemeinsam mit weiteren Partnern das Abbe-Zentrum zur "Kinderinsel" erklärt und präsentierte neben der Kinderwissenschaftsshow "Das Wunder Licht", einen Stationenpark zum Basteln und Experimentieren. Schon im Eingangsbereich, wo sich teilweise lange Schlangen am Kartenverkauf bildeten, konnten die Besucher mit dem Licht auf Hautkontakt gehen. An einer Installation von yourarewatchingus mit mehreren Scannern konnten Hände, Gesichter und mitgebrachte Gegenstände eingescannt und in Sekundenschnelle projiziert werden.

Wasserlinsen und Zauberbrille

Die erste Station war den ganz kleinen Besuchern gewidmet, die in unerwartet hoher Zahl auf den Beutenberg gekommen waren. Am gut gefüllten Planschbecken konnten Wasserlinsen gebaut und andere optische Phänomene ausprobiert werden.

Jena Becken

Foto: OptoNet e.V.


Aus Plastikflaschen wurden kleine Mikroskope und mit Pappe und Haushaltsfolie entstanden handliche Linsen. Dass man mit Licht auch um die Ecke schauen kann, verblüffte nicht nur die kleinen sondern auch großen Gäste, die mit der "Zauberbrille" auf dem Kopf einen Text in Spiegelschrift zu entziffern versuchten.

Können Schweine fliegen?

Ein "unfassbarer" optischer Effekt erstaunte die Besucher gleich nebenan: Der Zauberspiegel besteht aus zwei gleichen Hohlspiegeln, die umgekehrt aufeinander gesetzt sind. In der Mitte des oberen Spiegels ist ein Loch und in der Mitte des unteren liegt ein kleiner Gegenstand – in unserem Fall ein kleines Schweinchen. Das rosa Tier erscheint als seitenrichtiges, 3-dimensionales Bild über der Öffnung. Wenn man danach greift, merkt man mit einem Schauern, dass es sich um ein perfektes Hologramm handelt.

Kann Licht Dunkelheit erzeugen?

Die nächste Station wurde von Hannes betreut, einem Studenten des Studienganges Laser- und Optotechnologien an der Fachhochschule Jena. Mit Hilfe eines Holzbaukastens hatte Hannes ein Interferometer gebaut. Interferometer werden für die Feststellung von Interferenzen (Überlagerungen von Lichtwellen) für Präzisionsmessungen genutzt. Einsatzfelder sind die Längenmessung, die Brechzahlmessung, die Winkelmessung und die Spektroskopie.

Kann ein Lichtstrahl zerbrechen?

Wie genau das Licht in seine Bahnen gelenkt wird, konnten die Besucher an der nächsten Station ausprobieren. Mit Hilfe eines Lasers und verschiedenen Linsen, Prismen und Spiegeln wurden Brechungsgesetz und Brechungswinkel anschaulich gemacht. Jeder konnte selbst ausprobieren, wie Kurz- und Weitsichtigkeit korrigiert werden können oder wie eine Kameralinse funktioniert.

Jena Lupen

Foto: OptoNet e.V.


Vorsicht, Spannung!

Licht, das ist nicht nur Helligkeit. Es gibt noch viele andere Eigenschaften des Lichts, viele davon sind auch für unser Auge nicht zu erkennen. Aber mit Spezialfolien, z.B. den Polarisationsfolien kann man sie sichtbar machen. Sie lassen nur Licht mit ganz bestimmten Eigenschaften hindurch, den Rest des Lichtes sperren sie aus. An der Experimentierstation konnte man so Spannungen in Kunststoffmaterialien aufspüren: in Brillengläsern, CD-Hüllen oder Linealen.

Achtung Kamera!

An der letzten Station war schließlich das Basteltalent der Schulkinder gefragt. Frau Budenz von den Buchkindern Weimar und Studenten der Fachhochschule bauten gemeinsam mit den Besuchern eine Camera obscura. Hinter diesem geheimnisvollen Namen verbirgt sich eine sogenannte Lochkamera, mit der man – ganz ohne Linsen und aufwändige Optik – Fotos schießen kann. Jeder, der sein Modell erfolgreich gefalzt, geschnitten und zusammengeklebt hatte, konnte gleich ein Foto machen und in der eigens eingerichteten Dunkelkammer entwickeln lassen.

Die Show zum Licht

Einmal pro Stunde ging im Stationenpark jedoch das Licht aus! Dann hieß es "Bühne frei" für unsere kleine Kinderwissenschaftsshow, die von Friedemann vom Kinderzirkus MoMoLo moderiert wurde.

Jena Show

Foto: OptoNet e.V.


Den ganzen Abend über hatten Kinder ihre Fragen zum Licht an eine große Tafel geschrieben: Wie entstehen Farben? Kann man Licht anfassen? Wie schnell ist Licht?. In der Show galt es nun, die Antworten darauf zu finden. Nach einer kurzen Showeinlage mit leuchtenden LED-Kugeln, begrüßte  Friedemann die prominenten Gäste: einen Doktor der Physik, Klaus Schindler, und einen Professor für Optik, Herrn Fleck. Beide standen Rede und Antwort und erläuterten verständlich alle Lichtphänomene. Prof. Fleck hatte sogar noch etwas mitgebracht: eine Musikmaschine, mit der man mit Hilfe von Laserlicht Musik übertragen kann. Die Showgäste konnten dies mit ihren mitgebrachten MP3-Playern gleich ausprobieren und mit einem Kamm zusätzliche "Klangeffekte" erzeugen. In jeder guten Show gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen! Jeweils vier Kinder versuchten mit leuchtenden LED-Lämpchen auf eine magnetische Zielscheibe zu treffen. Die Geschicktesten freuten sich über einen Experimentierkoffer zum Thema Optik.

Schulen ans Netz e. V. hat zu allen Treffpunkten der Wissenschaft Unterrichtsmaterialien zusammengestellt – so auch zum Treffpunkt Jena. Hier finden Sie die Materialien.