Schülerrecherche

Das Team

Mit der Forschungsfrage "Hat Gesundheit Zukunft?" setzt sich in Heidelberg die Klasse 8b der Theodor-Heuss-Realschule auseinander.

THG_Heidelberg

Das Team der Theodor-Heuss-Realschule

Die Herausforderung

Die Frage "Hat Gesundheit Zukunft?" hat die Klasse 8b im Rahmen eines Projektes im Fach Deutsch unter die Lupe genommen.

Ausgangspunkt des Projektes waren die Veranstaltungen in der Chirurgischen Klinik, die unter dem Motto "Medizin ist cool" am 4. Oktober 2009 für Schülerinnen und Schüler sowie Interessierte ihre Tore geöffnet hat und das "Wunder Mensch" greifbar machte.

Darüber hinaus hat das Jungforscherteam den Ausstellungszug "Expedition Zukunft" während seines Halts am Heidelberger Hauptbahnhof (4. bis 6. Oktober 2009) erkundet.

Am Anfang stand der Wissenschaftszug

Jean, Issa und Kevin berichten vom Start der Schülerrecherche am Treffpunkt Heidelberg: "Am Sonntag den 4. Oktober 2009 traf sich die Klasse 8b am Hauptbahnhof, um sich die Eröffnungsrede des Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner für den Science Express anzuhören, der im Rahmen der Forschungsexpedition Deutschland in Heidelberg Halt gemacht hat. Nach der Rede ging die Klasse, die von Frau Sailer und mehreren Eltern begleitet wurde, in die Chirurgie, um dort an verschiedenen Veranstaltungen, Vorträgen und Besichtigungen teilzunehmen."

Heidelberger am Zug

Das Team der Theodor-Heuss-Realschule vor dem Science Express mit OB Dr. Eckart Würzner

Mari, Vici und Sandra haben den Science Express ebenfalls besichtigt und genauer erklärt, was es damit auf sich hat: "Vom 4. bis 6. Oktober 2009 stand im Heidelberger Hauptbahnhof der Wissenschaftszug. An diesen Tagen konnte man ihn jeweils von 9:00 bis 17:00 Uhr besichtigen. Er fuhr in ganz Deutschland von Stadt zu Stadt, damit möglichst viele Leute den Zug anschauen konnten, und hatte 12 Wagons, in denen verschiedene Berichte zum Thema Wissenschaft ausgestellt waren. Man konnte an Führungen teilnehmen oder selbstständig durch die Abteile laufen. Es gab Themen wie zum Beispiel "Die Suche nach dem Ursprung" oder unter anderem auch "Die Zukunft des Menschen"."

"Medizin ist cool" in der Chirurgischen Klinik Heidelberg

Der Science Express war der Auftakt für die wissenschaftliche Erkundungstour der 8. Klasse aus Heidelberg, anschließend widmeten sich die Nachwuchswissenschaftler ihrem Hauptauftrag "Hat Gesundheit Zukunft?". Einen kleinen Überblick über die Veranstaltung "Medizin ist cool" in der Chirurgischen Klinik geben Mari, Vici und Sandra, die dort zusammen mit ihren Mitschülern dem Thema Gesundheit auf der Spur waren: "Ein tolles Highlight war die OP-Besichtigung, bei der Frau Waldemeier von der stellvertretenden OP-Leitung erklärte, was für Instrumente man zum Beispiel bei einem Baucheingriff benötigt oder wer überhaupt alles bei einer Operation im Raum ist.

Im Foyer der Chirurgie wurde unter anderem gezeigt, wie man eine offene Stelle am Körper wieder zusammennäht oder wie ein Ultraschallgerät funktioniert. Warum man sich in Krankenhäusern die Hände immer desinfizieren sollte, erklärte Frau Trierberger. Ein paar Stationen weiter konnte man selbst ein Schweineherz auseinander schneiden und genauer unter die Lupe nehmen. Die Vorträge zu den Themen "Blutvergiftung" oder "Warum schlafe ich ein, wie wache ich auf" fanden in den großen Hörsälen im Obergeschoss des Gebäudes statt. Man sah den Besuchern an, dass es ihnen gefallen hat. Falls die Chirurgie solch eine weitere Veranstaltung geplant hat, bleibt diese mit Sicherheit nicht unbesucht."

Nils, Jasper, Thank-Mink und Veltin erklären, wie sie das medizinische Umfeld erlebt haben und was ihre Aufgabe war: "Am 4. Oktober 2009 ging die Klasse 8b der Theodor-Heuss-Realschule in die Chirurgie um dort die Schülerrecherche zum Thema "Hat Gesundheit Zukunft" zu machen. Die Klasse wurde in Gruppen eingeteilt, um Daten zu sammeln, damit sie später Berichte und Reportagen schreiben konnten. Unsere Gruppe ging in den OP. Dort musste man als erstes Schutzkleidung anziehen (grüner Mantel, Mundschutz und Haarnetz).

Heidelberger im OP

Die Nachwuchsforscher im OP

Im OP wartete ein Chirurg auf die Gruppe, um einen Vortrag zu halten. Dieser zeigte ihnen den OP, welcher über 2 Mio. Euro Wert ist. Außerdem zeigte er den Besuchern so genannte "Stents": das sind künstliche Blutbahnhilfen, die zum Beispiel aus Aluminium bestehen. Die Gruppe sah zwei Filme, wie man die Stents richtig einsetzt. Ihr Wert bewegt sich zwischen vier- und achtzehntausend Euro. Außer den Stents gab es noch eine luftabgeschlossene Kammer mit zwei Pinzettenzangen und einer verstellbaren Kamera zu besichtigen. Damit untersucht man normalerweise Gewebe, für die Führung mit Kindern und Jugendlichen hatte man allerdings Gummibären in der Kammer getan, die man mit den Pinzetten bewegen durfte. Nach dem Vortrag zogen die Besucher die Schutzkleidung aus und verließen den OP." Das war noch nicht alles, was die vier Forscher zu berichten haben, denn in einem nächsten Schritt erkundeten sie das Thema "Sepsis".

"Schön, dass ihr den Weg gefunden habt!"

"Mit den Worten "Schön, dass ihr den Weg gefunden habt!" eröffnete Dr. Thomas Boeker-Blum seinen Vortrag in der Chirurgie in Heidelberg im Großen Hörsaal über das Thema Blutvergiftung. Er sprach darüber, dass es circa 95.000 so genannte septische Patienten jedes Jahr in Deutschland gibt. Das verursacht natürlich Kosten, die gewaltig sind: Pro Person ungefähr 23.000 Euro. Insgesamt sind das bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr. Unter anderem beschrieb er die Symptome einer Blutvergiftung, die da sind: Hohes Fieber, Sauerstoffmangel, Herzrasen, niedriger Blutdruck und dass sich die Blutbahnen verbreitern und so rote Streifen auf der Haut entstehen. Außerdem zeigte er mit einer Statistik, dass Männer öfter Blutvergiftungen haben als Frauen. Um 14.00 Uhr war der Vortrag vorbei und die Besucher der Chirurgischen Klinik in Neuenheim konnten sich wieder den anderen Attraktionen der Klinik zuwenden. Die Atmosphäre der ganzen Veranstaltung war gut. Meiner Meinung nach war die Veranstaltung "Medizin ist cool" sehr informativ und interessant." Noch ausführlicher haben sich Marius, Sven, Finn, Alexi mit dem Thema Sepsis auseinandergesetzt:

Was ist eine Sepsis?

"Als die Schüler in den Hörsaal der Chirurgischen Klinik Heidelberg gelangten, waren sie gleich von der Größe und der Akustik dieses Raums fasziniert. Als die Klasse Platz nahm ging es auch schon mit der Präsentation über die Septische Erkrankung (Blutvergiftung) los. Eine Sepsis ist die übersteigerte Antwort des Körpers auf eine Infektion. Eine Infektion wird durch Erreger, so genannte "Mikroorganismen" (meistens Bakterien) verursacht, die in den Körper eindringen. Die Infektion kann auf bestimmte Körperregionen begrenzt sein, z.B. bei einem Zahnabszess, oder sich in der Blutbahn ausbreiten. Entgegen der oft vertretenen Ansicht ist ein roter Streifen, der sich von der Wunde in Richtung Herz ausbreitet, kein Anzeichen einer Sepsis, sondern einer Entzündung, die sich mit Antibiotika behandeln lässt.

Vortrag Sepsis

Was ist eine Sepsis?

Eine Sepsis ist vielmehr eine Entzündung des ganzen Körpers, die ohne sofortige intensivmedizinische Behandlung immer tödlich ist. Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze breiten sich bei einer schweren Sepsis unkontrolliert über die Blutbahn im ganzen Körper aus. Die Immunabwehr ist nicht mehr in der Lage, den Prozess zu kontrollieren und oder zu begrenzen. Grundsätzlich kann sich jede Infektion zu einer Sepsis entwickeln. Jährlich erkranken etwa 154.000 Menschen an einer Sepsis. Allerdings ist die Dunkelziffer sehr hoch, weil die Krankheit oft nicht als Sepsis erkannt wird. Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen. Das Durchschnittsalter liegt bei Rund 61 Jahren. Die Hälfte der Patienten, die eine Sepsis entwickeln, sind bereits wegen anderer Krankheiten in ärztlicher Behandlung. Patienten mit einer schweren Sepsis müssen auf der Intensivstation behandelt werden."

Einblick in die virtuelle Körperwelt

Eva, Katrin und Sun haben etwas über den "virtuellen Körper" gelernt: "Dr. Frederik L. Giesel hat einen Vortrag über den menschlichen Körper gehalten. In der Heidelberger Chirurgie sprach er von den einzelnen Bestandteilen des Körpers und erwähnte dabei auch Genaueres über das Gehirn. Durch eine Powerpoint-Präsentation konnte man verschiedene Röntgenbilder eines Gehirnes sehen. Es wurden unterschiedlich animierte Ansichten durch den Körper gezeigt.

Anschließend gab Dr. Giesel jedem eine 3-D-Brille, um den Einblick in die Körperwelt realer wirken zu lassen. Dadurch konnte man sich den Körper von innen besser vorstellen. Zum Schluss gab es noch Zeit, Dr. Giesel ein paar Fragen zu stellen. Auch wenn es zum Teil Wörter und Sätze gab, die nicht so verständlich waren, war es sicherlich für jeden interessant."

Von der Magnetresonanztomographie bis zum Schweineherz

Jean, Issa und Kevin haben nicht nur einen Vortrag zum Thema Magnetresonanztomographie besucht, sondern erläutern abschließend auch, was das Ziel der "Medizin ist cool"-Veranstaltung war: "Bei einem Vortrag wurde den Kindern zum Beispiel die Magnetresonanztomographie (MRT) näher gebracht und erklärt, wie sie funktioniert. Es gab außerdem Stände, an denen vorgeführt wurde, wie Ärzte nähen, oder an denen man ein Schweineherz sezieren konnte.

Schweineherzen

Medizin ist cool: Die Schüler beim Sezieren von Schweineherzen

Man durfte bei diesen Veranstaltungen also selbst mitmachen und bekam einen Stempel für ein Gewinnspiel, wobei man die Teilnahme an einer Forschungsexpedition gewinnen konnte. Es gab außerdem noch verschiedene Vorträge zu Themen wie "Anatomie" oder "Blutvergiftung", die jede halbe Stunde stattfanden. Das Ziel der Ärzte ist es gewesen, den Jugendlichen die Chirurgie näher zu bringen und ihr medizinisches Interesse zu wecken."

Die Schule

Das pädagogische Konzept der Theodor-Heuss-Realschule: "Die Gestaltung des Schullebens wird an der Theodor-Heuss-Realschule als eine gemeinsame Aufgabe von Unterrichtenden, Schülerinnen/Schülern und Eltern verstanden und gelebt. Die Beteiligung von Eltern wünschen und erwarten wir nicht nur bei Veranstaltungen der Schule, sondern auch in pädagogischen Diskussionen und Entscheidungen. Wir arbeiten bei der Ausgestaltung des Schullebens ebenso zusammen wie bei der Klärung und Lösung von Problemen. Dieses Verständnis von Elternarbeit bzw. Elternmitarbeit hat an unserer Schule Tradition und prägt unsere Schulwirklichkeit. Dies spiegelt sich in einer Reihe von Aktivitäten, die feste Bestandteile unseres Schulkonzepts sind. Die Theodor-Heuss-Realschule setzt im Rahmen des Bildungsplanes einen Schwerpunkt im Bereich der Entfaltung und Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen der Schüler/innen. Dies ist ein selbstverständlicher Auftrag für den Unterricht, wird aber durch außerunterrichtliche Veranstaltungen und Aktivitäten systematisch ergänzt. Vorträge, Gespräche und Diskussionen über Themen, die für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Realschulalter von Bedeutung sind, aber auch über aktuelle pädagogische Fragestellungen werden für Eltern und Lehrer/innen angeboten. Daraus ergibt sich eine Zusammenarbeit mit Heidelberger Institutionen, die wir bewusst pflegen, um die Verbindung von Schule und gesellschaftlichem Umfeld zu verdeutlichen und für Schüler erfahrbar zu machen."