Göttingen

"Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten?" fragt der Treffpunkt der Wissenschaft Göttingen und widmet sich somit im Wissenschaftsjahr 2009 der "Perspektive Sprache". Die Koordination des Treffpunkts Göttingen erfolgt durch die Abteilung Germanistische Linguistik am Seminar für Deutsche Philologie der Georg–August–Universität Göttingen und in Kooperation mit dem Center for the Study of Language and Society der Universität Bern. Vom 11. bis 13. Juni 2009 hat die "Expedition Zukunft" in Göttingen Halt gemacht.

Das Jahresprogramm des Treffpunktes "Perspektive Sprache" können Sie hier downloaden (PDF).

Drei Gruppen setzen sich nun im Wissenschaftsjahr 2009 mit der Frage "Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten?" auseinander: Schülerinnen und Schüler forschen nach einer Lösung, unser studentisches Expeditionsteam begab sich auf die Suche nach einer Antwort vor Ort und auch einige Experten haben sich mit der Herausforderung "Perspektive Sprache" beschäftigt.

Mit 130.000 Einwohnern ist Göttingen eines der Oberzentren von Niedersachsen. Die Geschichte der "Stadt des Wissens", die bislang 44 Nobelpreisträger hervorgebracht hat, ist eng mit der Gründung der Georg–August–Universität (1734-1737) verbunden. Mit der Universität haben auch die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst sowie zahlreiche weitere Hochschulen und Institute, wie zum Beispiel das Max–Planck–Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethischer Gesellschaften, das Soziologische Forschungsinstitut, das Deutsche Primatenzentrum, die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung und auch das XLAB, das bundesweit führende Schülerlabor, zum Erfolg bei der Exzellenzinitiative 2007 beigetragen. Göttingen beherbergt die erste wissenschaftliche Universalbibliothek von europäischem Rang, die 1734 gegründet wurde.

Wie schafft Kommunikation Wirklichkeit?

Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten? – Wissenschaftsjahr-Flagge vor dem Neuen Rathaus in Göttingen

Die Gebrüder Grimm, sowohl der Universität als auch der Bibliothek verbunden, legten mit ihrer deutschen Grammatik oder auch dem Deutschen Wörterbuch einen Grundstein für die deutsche Philologie bzw. die Germanistik. Auch der interdisziplinäre Ansatz der Akademie der Wissenschaften und ihr Schwerpunkt "Europäische Jahrhundertwende: Literatur, Künste und Wissenschaften in grenzüberschreitender Wahrnehmung" belegen den Bezug Göttingens zur "Perspektive Sprache".

Am 16. April 2009 startete in der historischen Paulinerkirche die zentrale Veranstaltungsreihe zur "Perspektive Sprache". Der erste Termin der vom Seminar für Deutsche Philologie organisierten Vorlesungsreihe "Wissenszukunft – Zukunftswissen. Diskurse: gesellschaftliche Positionen und Gegenpositionen" bildete zugleich den offiziellen Auftakt des Göttinger Treffpunkts der Wissenschaft.

Die Veranstaltung wurde durch die Universitäts–Vizepräsidentin Prof. Hiltraud Caspar– Hehne eröffnet. Es folgten Begrüßungen des Leiters des Seminars für Deutsche Philologie, Prof. Albert Busch, sowie des Veranstalters der Vorlesungsreihe, Prof. Sigurd Wichter. Der Vortrag von Prof. Dr. Ingo Warnke (Bern) und Dr. Ulrike Gerhard (Heidelberg) befasste sich unter einem besonderen Gesichtspunkt mit der Göttinger Forschungsfrage, wie Kommunikation Wirklichkeiten schafft. Die Humangeographin und der Linguist widmeten sich dem Thema, "Wie Städte herbeigeredet werden – Die sprachliche Aushandlung von Architekturen und Stadtgeographien".

Perspektive Sprache

Die Veranstalter der Vorlesungsreihe "Wissenszukunft – Zukunftswissen": Prof. Dr. Sigurd Wichter mit Prof. Dr. Nina Janich (Vortrag am 23. April) und Prof. Dr. Ina Karg (Vortrag am 30. April).

Die beiden Referierenden sprachen über die Entstehung von urbanen Schauplätzen, die für zahlreiche Menschen zur alltäglichen Lebenswelt gehören. Ihr Vortrag beleuchtete das Wechselverhältnis von Sprache und städtischer Wirklichkeit. Anhand von theoretischen Bezugnahmen und praktischen Beispielen wurde der prägende Einfluss gesellschaftlicher Debatten auf das Bild, das Menschen von urbaner Geographie haben und wie sie diese erleben, aufgezeigt.

Bei den weiteren Terminen der Veranstaltungsreihe werden verschiedene Aspekte des Verhältnisses zwischen Sprache und Wissen beleuchtet werden. Das Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern Einblicke in wissenschaftliche Tätigkeiten zu verschaffen, die sich mit Sprache, Diskursen und deren Einfluss auf den Lebensalltag der Menschen beschäftigen. Hierzu werden weitere renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Göttingen und anderen Städten in Hinblick auf u. a. Bildung, Migration, Literatur, Gesundheit und das Internet sprechen.

Schulen ans Netz e. V. hat zu allen Treffpunkten der Wissenschaft Unterrichtsmaterialien zusammengestellt – so auch zum Treffpunkt Göttingen. Hier finden Sie die Materialien.