27 Nov 2009

…auch jedem Ende wohnt ein Zauber inne

Diese Forschungsexpedition begann an einem kalten, nassen Märztag, als ich mein umfangreiches Equipment abholen durfte. Nun habe ich es wieder zurückgebracht, die Kamera, das Stativ, das viele Zubehör und, natürlich, das stylische MacBook. Das Mikro konnte ich ich bis zum Schluss nicht lieb gewinnen, die Fotos entstanden mit meiner eigenen Kamera, die Videos, wie auch dieses letzte, das ich euch als  kleinen Abschiedshappen anbiete, habe ich in langen Stunden am Mac zuasmmengebastelt. Dabei habe ich natürlich  gelernt, wie man Videos schneidet und online stellt. Viel wichtiger waren die kleinen Reisen, die ich in den letzten Monaten unternommen habe. Das Kofferrollen, wenn man an einem Bahnhof ankam, die Überwindung, Menschen auf der Straße nach ihrer Meinung zu Fragen, die Nervosität vor einem Interview mit einem Porfessor, die vielen Ausstellungen und Diskussionen, die vielen interessierten Menschen, die ich getroffen habe. Ich habe in der Zeit meine Scheu vor dem Chemiehörsaal überwunden, mich tierisch über mich selbst geärgert, weil ich bei einem (sehr guten!!!) Interview vergessen hatte, das Rec-Knöpfchen zu drücken, ich habe Natalie und Helena in Jena getroffen,  mit Ridha einen stressig-aufregenden Tag in Darmstadt erlebt, und bin zwei Tage allein durch Dresden getigert.

Wann ist eine Expedition zu Ende? Wenn man die Kofferrollen der Ausrüstung zum letzten Mal gehört und sich der vielen Instrumente entledigt hat? Wenn man das Erlebte festgehalten hat? Wenn man ein halbes Jahr später die vielen Erkenntnisse in eine Form gebracht hat und sie der Welt präsentiert? Oder geht eine Expedition , die man einmal gestartet hat, einem vielleicht nie wieder aus dem Kopf?

Diese Expedition durch die deutsche Forschungslandschaft war adners als ich sie mir vorgestellt habe, anders als ich sie manchmal geplant habe und brachte überraschend unerwartete Ergebnisse mit sich. Aber wozu eigentlich so viel Text, wenn ein kleines Videostatement mein persönliches Fazit viel besser zum Ausdruck bringen kann:

16:57 — Tatjana
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25 Nov 2009

meine bescheidenen Antworten auf die großen Fragen

So unterschiedlich wie Fragen allgemein sein können, so unterschiedlich waren auch die 10 Fragen, die uns durch diese  Forschungsexpedition leiten sollten. Hielt man „Ist Demokratie gerecht“ im ersten Moment für eine rhetorische Frage, die keiner Antwort bedarf, entpuppte sich die Suche nach der Antwort für mich als die spannendste. Wie wird aus Licht Zukunft? Und wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten, da wurde eindeutig eine Bescheibung erwartet, während sich Bremen mit einem klaren Ja oder Nein auf die Fragen „Müssen wir umziehen?“ begnügte. Auch Heidelberg gab nur Ja oder Nein vor, und Aachen fragte immerhin, ob genug für alle da sei (von der Lebensenergie), Dresden und Nürnberg/Fürth/Erlangen wollten, dass wir uns darauf festlegen welchen Lebensraum und welche Materialien der Mensch braucht. Nur Darmstadt fiel aus der Reihe und fragte „Wohin?“.

Jetzt habe ich mir also fast acht Monate lang den Kopf zerbrochen über diese Fragen. Dieser Blog war an sich ein Antowrten in Progress. Es wäre an der Zeit für endgültige Antworten. Im vollen Bewusstsein seiner Unzulänglichkeit, wage ich einen Versuch:

Genug LebensEnergie für alle?

–> Sie reicht auf jeden Fall wenn wir uns die richtigen Quellen suchen und unsere Vorstellung davon, wie viel „genug“ ist, etwas überdenken.

Muss Bremen umziehen?

–> Ich hoffe nicht, schließlich hätte ich Interesse, mal dort zu wohnen. Leider konnte ich nicht hinfahren, obwohl ich es geplant hatte. Wie es manchmal so ist, auch bei echten Expeditionen, kommt einem eine rotznäsige Nebenhöhlenentzündung in die Quere schon muss die Reise abgesagt werden.  Beantworten kann ich diese Frage also nicht allzu fachmännisch, zum Glück können mir Helena und Natalie zur Hilfe eilen, die beiden waren schließlich vor Ort.

Wohin wandert Wissen?

–> Zunächst war zu klären, ob es überhaupt wandert und was daran gut sein soll. Danach war allerdings klar: Wissen wandert von den diversen Quellen über die Hochschulen/ Forschugnseinrichtungen und andere Institutionen in Wirtschaft und in die Öffentlichlichkeit/an die Allgemeinheit. Und dort verbreitet es sich schlagartig (wenn auch nicht immer vollständig und erst recht nicht gleichmäßig. Das allerdings ist eine ganz eigene Frage wert).

Welchen NaturRaum braucht der Mensch?

–> Da habe ich lange überlegt und euch vor ein paar Tagen noch eine kleine Antwort auf diese große Frage geliefert. Letzendlich braucht jeder Mensch einen anderen Natur- und Lebensraum und wichtig ist, dass jeder von uns sich diesem idealen Raum so weit wie möglich zu nähern versucht. Sei es auf einer einsamen Insel, auf einem Baum, unter Wegvespen, Libellen, in riesigen Großstädten oder eben auch in der alten Arbeitersiedlung Ostheim. Interessant wäre auch zu klären, wer die besten Voraussetzungen dafür hat, sich seiner Idealvorstellung zu nähern, aber auch diese Frage führt uns zu weit und wäre eine ganz eigene Expedition wert.

Wie schafft Kommunikation Wirklichkeiten?

–> Wieder einmal ein wenig suggestiv. Als würde jeder zustimmen, wenn man fragt: Schafft Kommunikation überhaupt Wirklichkeiten? Aber nun gut, ich ging der Frage nach, ob wissenschaftlich, oder einfach frei nach Schnauze. Und heraus kam: auf sehr vielfältige Weise, indem unsere Erwartungen das Gegenwärtige interpretieren, indem die Wirklichkeit durch die Kommunikation überhaupt erst entsteht und vermittelbar wird, indem die Sprache das Medium des Denkens und somit die Quelle aller Einsicht ist, die wir über unsere Umgebung gewinnen können.

Hat Gesundheit Zukunft?

–> In Zeiten der Schweinegrippe und im Anbetracht der Tatsache, dass ich nicht geimpft bin, will ich das ganz fest hoffen. Verfolgt habe ich diese Frage auf diesem Blog nicht, deshalb hier die helfenden Beiträge der anderen. Ridha, Helena und Natalie haben sich Gedanken dazu gemacht und interessante Beiträge dazu verfasst. Lasst sie euch nicht entgehen.

Wie wird aus Licht Zukunft?

–> In Jena indem man die Jugend und den Nachwuchs für Optische Technologien interessiert und ihnen so eine optimale Zukunftschance gibt. Die Antworten können also ganz handfest sein, wie ihr seht.

Ist Demokratie gerecht?

–> Nein! Zumindest nicht von sich aus und ohne die korregierende Kraft der Gerichte, der Gesetze und der Grundsätze, die diese Demokratie leiten. Aus sich heraus kann Demokratie, auch eine noch so reine Demokratie, ungeheuer ungerecht sein. Das hat natürlich wichtige Konsequenzen für die Art und Weise, wie wir unsere Demokratie gestalten. Die “nackte” Demokratie allein ist kein Garant für Gerechtigkeit.

Wie wird man ein Volk?

–>„Ich wusste nicht, dass es unmöglich ist, also habe ich es getan.“ Wie meine fleißige Kommentatorin Jo sagte, haben viele junge Menschen heute gar nicht mehr das Gefühl, dass es zwei verschiedene Völker sind, die sich da begegnen. Und je mehr Zeit vergeht, desto offensichtlicher wird, dass die Unterschiede in Deutschland nicht nur zwischen Ost und West verlaufen, sondern an vielen unzähligen Konfliktlinien, die aus unserem Volk ein buntes Mosaik machen, das aus unerklärlichen Gründen von Weitem betrachtet und ohne kleinlichichem Blick ein großes wunderbares Ganzes ergibt.

Welche neuen Materialien braucht der Mensch?

–>Ich würde sagen, es sind nicht die Materialien, nicht die materiellen Dinge, die den Menschen ausmachen. Insofern ist die Frage nach den Materialien nachrangig und nicht weltbewegend. Das dachte ich, bevor ich wusste, was innovative Materialien alles können,  z.B. Leben retten und lebenswertes Leben ermöglichen. Insofern  ist und bleibt meine Antwort auf diese Frage:  KERAMIK!

13:16 — Tatjana
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19 Nov 2009

Fragen über Fragen

Fragen sind der Schlüssel zu unserem Wissen, nur über Fragen erschließt sich uns die Welt und das wissen wir nicht erst seit dem legendären „Wer Wie Was…Wieso Wehalb Warum… Wer nicht fragt bleibt dumm!“. Auch bei dieser Forschungsexpedition, die ich seit April unternommen habe und auf der ihr mich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen begleiten konnten, wurde ich von Fragen geleitet. 10 waren es genau, eine für jeden Treffpunkt in Deutschland. Aber eine Frage ist nicht gleich eine Frage. Am besten lassen sich Fragen danach unterscheiden, welche Antworten man auf sie erwartet.

Es gibt freie Fragen, also offene Fragestellungen, bei denen keine Antwortmöglichkeit vorgegeben wird. Das birgt für den Fragenden das Risiko, dass die Antwort in eine völlig andere Richtung geht als man erwartet. Es gibt Fragen mit vorgegebenen Antworten, wobei die Ja-Nein-Frage eine klassische Alternativfrage ist. Da geht der Fragende kein Risiko ein, er bekommt auf jeden Fall eine eindeutige Antwort. Die Motivation für die Einschätzung erhält man so aber nicht. Bei mehreren Alternativen sieht es schon besser aus. Schließlich kann eine Frage auch eine Einschätzung mithilfe einer Skala fordern: „Inwiefern…“ ist da ein klassisches Fragewort. Schließlich gäbe es dann noch die Skalen-Frage, die Marktforscher sicher gerne haben, da kann man die Befragten auf einer Skala von 1 bis sagen wir 10 einschätzen lassen, wie gerne er Eis isst. Oder wie zufrieden er mit der Regierung ist. Blöd nur, dass da viele im unbestimmten „geht so“ zwischen 4 und 6 bleiben und sich so um eine klare Antwort stehlen. Und dann gibt es noch die Fragen, mit denen man eine Befragung gut zu seinen Gunsten beeinflussen kann, die Suggestiv-Frage: „Essen Sie etwa nicht gerne Eis?“ oder „Wie zufrieden sind sie mit der Regierung?“ – da fällt es einem doch manchmal schwer, ein „Ganz und gar nicht!“ herauszubringen.

Ach, und dann hätte ich sie fast vergessen, die Frage, die gar keine ist, die rhetorische Frage, ein beliebtes Stilmittel und manchmal etwas überbewertet, finden Sie nicht?

20:37 — Tatjana
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18 Nov 2009

Mein Viertel, meine Straße, mein Block

Ich habe das Thema aus Dresden ja aus der  Perspektive Stadt - Land - Fluss betrachtet und habe nach dem idealen Lebenraum für den Menschen gesucht. Dabei hat mich mein eigenes WG-Schicksal in ein Musterbeispiel städtebaulicher Visionen gebracht. Ich wohne seit November in einem kleinen Zimmer in einer Altbau-WG in der Kolonie Ostheim. Anfang des 20 Jahrhunderts entstand dieser Stadtteil am Reißbrett. Die Kolonie Ostheim sollte eine Arbeitersiedlung werden, in der die Menschen sich wohlfühlen, in den Häusern sollte eine überschaubare Anzahl von Partien wohnen, die Anordnung der Bauten sollte helle Zimmer und grüne Flächen entstehen lassen.

In den Eckhäusern wurden kleine Geschäfte angesiedelt, die die Versorgung sicherstellen sollten,  Ärzte und Hebammen wurden ins Viertel geholt, die Hinterhöfe boten Platz für Werkstätten und Kleinbetriebe.

Und auch heute ist die Kolonie Ostheim, vor allem an der Lukaskirche und in der Rotenburgstraße ein nettes Fleckchen zum Leben:

Google maps sagt: der nöchste dm ist nur 400m entfernt, das nöchste schwimmbad keinen kilomener, auf dem Weg zur Arbeit (ich kann laufen) liegt ein Bäcker, der wunderbaren Kaffee brüht, der nächste Supermarkt ist nicht weit und hat bi 22 Uhr offen. Die Straße ist gesäumt von Bäumen und ein Park ist in keine Richtung weit. Ach, und um die Ecke findet man noch den legendären Imbissladen Udo snack! Kurzum: wundervoll.

was sagt Wiki dazu?Quelle: Wikipedia.de

21:36 — Tatjana
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15 Nov 2009

Der etwas andere Tipp zur Wiedervereinigung

Wer die Fernseh- und Radioberichterstattung zum Mauerfall satt hat und die Augenzeugenberichte nicht mehr hören mag, dem empfehle ich hier ein leise Geschichte, mit der man dem Wiedervereinigungs-Hype auf andere Weise frönen kann. “Ein kleines literarisches Wunder”, nennt es die NZZ, und ich sage nur: dieser Wollsocken-Wende-Roman passt wunderbar in diese kalte Jahreszeit, in der man sich auch an den alten Kohleofen wünscht und darüber sinniert, wie es wohl gewesen sein muss, unmittelbar nach einer friedlichen Revolution, im grauen Berlin, in der bunten Torstraße.

Richard David Precht: Die Kosmonauten

Wollsocken-Wende-Roman

23:02 — Tatjana
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Fragen über FragenVerschiedenesWie wird man ein Volk?