Idee
Ablauf und Dokumentation
Stadt Ulm
Das "Planspiel Stadt" in Ulm präsentiert das Ausstellungsprojekt "Goldene Schnittstellen", das sich auf die städtebauliche Architektur konzentriert und die Rolle der Mathematik anhand zahlreicher Beispiele erläutert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können unterschiedliche Aufgaben selbsttätig und mit anschaulichen Hilfsmitteln lösen. Die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert und im Zusammenhang städtebaulicher Planung diskutiert. Das Projekt wird in der Zeit vom 24. September bis zum 22. Oktober 2008 im Naturkundlichen Bildungszentrum der Stadt Ulm durchgeführt.
Der goldene Schnitt (lat. sectio aurea, stetige Teilung) teilt eine Strecke in einem bestimmten Verhältnis. Gegenstände, Bau- und Kunstwerke, die nach der Regel des Goldenen Schnitts geschaffen wurden, werden als besonders ästhetisch empfunden. Das wohl bekannteste Beispiel aus der Architektur ist das Parthenon, der Marmortempel der Athene Parthenos auf der Akropolis von Athen. Erstaunlich ist, dass auch in der Natur dieses "göttliche Naturgesetz" allgegenwärtig zu sein scheint.
Die interaktive Ausstellung richtet sich insbesondere an Schulklassen, die einen neuen Zugang zur Mathematik finden sollen, selbst entdeckend tätig werden und erkennen, dass der Goldene Schnitt ein interdisziplinäres Thema ist. Im Rahmen des "Planspiel Stadt" in Ulm werden einzelne Themen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad bearbeitet, wobei Aufgabenstellungen und Lösungsansätze im Rahmen der städtebaulichen Planung im Team gelöst werden können.
Das "Planspiel Stadt" in Ulm wird vom Naturkundlichen Bildungszentrum der Stadt betreut und in Kooperation mit der Universität Ulm, dem Verein zur Förderung mathematisch begabter Jugendlicher e. V. und dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Weingarten durchgeführt.
Die Sonderausstellung "Goldene Schnittstellen - Mathematik erleben am Goldenen Schnitt" war der Ulmer Beitrag zum "Planspiel Stadt" im Jahr der Mathematik. Die Eröffnung der Ausstellung fand am 24. September 2008 im Naturkundlichen Bildungszentrum in Ulm statt, bis zum 22. Oktober 2008 war die Ausstellung dort zu sehen.
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"Planspiel Stadt"-Banner am Naturkundlichen Bildungszentrum Ulm |
Prof. Dr. Uwe Schöning und Prof. Dr. Martin Bossert von der Universität Ulm sowie Alfred Böhm vom Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Weingarten eröffneten die Ausstellung und erläuterten den Zusammenhang zwischen dem goldenen Schnitt und der Mathematik. Der goldene Schnitt ist zugleich Faszinosum und Rätsel: Warum empfindet der Mensch bestimmte Proportionen, ein bestimmtes Verhältnis von Zahlen bzw. Größen als besonders ästhetisch?
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Der goldene Schnitt in der Architektur - Bastel-Ausstellungsexponat |
Inwiefern eine Ausstellung rund um das Thema des goldenen Schnittes auch als Planspiel verstanden werden kann, konnten die Besucherinnen und Besucher vor Ort erleben: Jeder Themenbereich der Ausstellung war mit spezifischen mathematischen Aufgaben versehen, die die Besucher lösen konnten. Dabei entdeckten sie, dass man bei der Berechnung von "Goldene Schnittstellen" nicht nur ein einfaches Teilverhältnis benötigt, sondern verschiedene Schemata und Rechnungen.
Eine Station beschäftigte sich zum Beispiel mit dem goldenen Schnitt beim Pentagramm, einem der ältesten magischen Symbole der Kulturgeschichte:
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Das Pentagramm - Aufgaben-Station in der Ulmer Ausstellung |
Insgesamt haben 27 Schulklassen die Ulmer Planspiel-Ausstellung besucht. Die Schülerinnen und Schüler erhielten jeweils zunächst eine kleine Einführung in das Thema und konnten anschließend die verschiedenen Stationen mit Hilfe eines Begleitheftes erkunden. Aber nicht nur Schulen interessierten sich für den Ulmer Beitrag zum "Planspiel Stadt", sondern auch Einzelpersonen oder Familien knobelten an den Planspiel Aufgaben.
Ob in der Natur, Kunst oder Stadtplanung: "Goldene Schnittstellen" sind überall zu finden. Selbst einige Lehrer waren überrascht über die Vielfalt und das alltägliche Auftreten des goldenen Schnittes.
Die Donaustadt Ulm liegt mit über 115.000 Einwohnern am südöstli- chen Rand der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg und bildet gemeinsam mit dem bayerischen Neu-Ulm eines der länderüber- greifenden Doppelzentren von Deutschland. Die Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt am gotischen Ulmer Münster ist die Geburtsstadt Albert Einsteins und seit 1967 Universitätsstadt.
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Ulm Blick auf die Donau |
An den 110 Ulmer Schulen lernen rund 28.000 Schülerinnen und Schüler. Mit dem Konzept der Wissenschaftsstadt wurde Raum für die Kooperation von Wissenschaft und Unternehmen geschaffen. Mehr als 10.000 junge Menschen studieren derzeit an der Universität Ulm und an den beiden Fachhochschulen in Ulm und Neu-Ulm. Eine Besonderheit der Fachhochschule Ulm ist das Studium nach dem Ulmer Modell: In Kooperation mit der IHK Ulm und der Berufsschule kann in einigen Bereichen ein Doppelabschluss (Diplom plus Facharbeiterbrief) erworben werden.
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