"Planspiel Stadt" in Dresden

Idee
Ablauf und Dokumentation
Stadt Heidelberg

Planspiel Idee

Heidelberg wird zwei Themen im Rahmen des "Planspiel Stadt" am 9. Oktober 2008 mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern bearbeiten. Oberbürgermeister Dr. Würzner wird die Schülerinnen und Schüler im Heidelberger Rathaus begrüßen und auch dabei sein, wenn die Teams ihre Lösungen und Ergebnisse vor der Gesamtgruppe präsentieren.

Heidelberger Schloss

Wahrzeichen der Stadt - das Heidelberger Schloss

"Von der Grundfläche zur Solarstromanlage auf dem Dach"

Die Funktionsweise von Solarstromanlagen und die Auswirkungen von Himmelsausrichtung, Neigung und Verschattung auf den Anlagenertrag werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim "Planspiel Stadt" in Heidelberg zunächst bei einem Vor-Ort-Termin Anfang Oktober 2008 anhand der Solarstromanlage auf dem Dach der Sporthalle des Helmholtz-Gymnasiums erklärt.

Im Anschluss erfolgt die Berechnung einer Beispielaufgabe zum Thema "Von der Grundfläche zur Solarstromanlage auf dem Dach" in den Räumen des Heidelberger Rathauses. In einem ersten Schritt wird die Baudichte über die Ermittlung der Grundflächen für die einzelnen Baufelder bestimmt, anschließend werden die Geschossflächen für die einzelnen Baufelder und die wichtigsten Faktoren der Dacharten aus dem Bebauungsplan ermittelt. Im zweiten Schritt kann darauf aufbauend die Energieerzeugung und CO2-Einsparung durch Solarstromanlagen berechnet werden.

Folgende Fragen gilt es infolgedessen im Rahmen des "Planspiel Stadt" in Heidelberg unter anderem zu beantworten: Wie viel elektrische Energie kann pro Jahr in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden, wenn alle geneigten Dachflächen zur Solarstromerzeugung genutzt werden? Wie hoch ist die jährliche CO2-Einsparung, wenn pro erzeugter kWh 622 g CO2 eingespart werden? Der Stromverbrauch eines 4-Personenhaushaltes beträgt pro Jahr 4.430 kWh. Wie viele 4-Personenhaushalte können mit 100 % solar erzeugtem Strom versorgt werden, wenn alle geeigneten Dachflächen zur Solarstromerzeugung genutzt werden?

Das Planspiel "Von der Grundfläche bis zur Solaranlage" führen das Stadtplanungsamt und das Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie durch.

Barrierefreier Zugang zu einem öffentlichen Gebäude

Zunächst erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die Vorgaben der Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden. Im Anschluss testen die Kinder und Jugendlichen die realen örtlichen Gegebenheiten mit einem Rollstuhl und müssen die vorhandenen Barrieren ermitteln: Ist die Rampe zu schmal? Gibt es Hindernisse? Wie lässt sich die Tür öffnen? Wie ist die Pflastergestaltung im Außenbereich?

Es folgt das Ausmessen des Eingangs mit seinen Stufen und der vorhandenen Rampe sowie das Anfertigen einer Skizze. Schließlich müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim "Planspiel Stadt" in Heidelberg den barrierefreien Zugang zum Gebäude entlang der DIN-Vorgaben 18024 neu planen.

Das Planspiel "Barrierefreier Zugang zu einem öffentlichen Gebäude" wird vom Amt für Baurecht und Denkmalschutz durchgeführt.

Ablauf und Dokumentation

Mit zwei eigenen Projekten beteiligte sich die Stadt Heidelberg am "Planspiel Stadt", dessen Ergebnisse am Donnerstag, 9. Oktober 2008, von den beteiligten Schülerinnen und Schülern vorgestellt wurden. Insgesamt 33 Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren aus verschiedenen Heidelberger Gymnasien hatten wahlweise in den Projekten "Von der Grundfläche zur Solarstromanlage auf dem Dach" oder "Barrierefreier Zugang zu einem öffentlichen Gebäude" gelernt, dass die Mathematik in vielen Bereichen der Stadtverwaltung eine große Rolle spielt.

Begruessung Heidelberg

Begrüßung zum Planspiel in Heidelberg durch Oberbürgermeister Dr. Eckhart Würzner

Die Ergebnisse der Heidelberger Planspielenden verblüfften auch Oberbürgermeister Dr. Eckhart Würzner, der den Planspieltag eröffnet hat und auch die Abschlusspräsentationen beider Gruppen verfolgte. Beispielsweise fand eine der Solarstrom-Gruppen nach der Analyse von Dacharten, Ausrichtung, Neigung und Verschattung heraus, dass sich ihr Planviertel bei optimaler Nutzung der vorhandenen Sonnenenergie komplett selbst mit Strom versorgen könnte. Auch die Zeit, in der sich Anlagen verschiedener Stärken amortisiert haben, berechneten die Nachwuchswissenschaftler, wobei das Folgende gilt: Je höher die Leistung, desto schneller hat die Anlage das investierte Geld wieder eingespielt.

Heidelberg Solargruppe

Heidelberger Solar-Planspielgruppe

Ebenso enthusiastisch war die Gruppe am Werk, die sich mit der Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude beschäftigt hatte: "Wir hätten nicht gedacht, dass die Fortbewegung mit einem Rollstuhl so schwer ist", ziehen Marianna und Miriam (beide 15) ihr Fazit. Mit der Deutschen Industrie-Norm bewaffnet ging die Planspiel-Gruppe daran, Pläne für eine optimale Rollstuhlrampe zu entwickeln und diese mit den existierenden Rampen abzugleichen. Mit 4,3 Prozent Steigung besteht die Rampe des Technischen Bürgeramtes den Test. Wo sind jedoch die Handläufe an der Rampe am Rathaus? Melvin (14) bohrt nach, muss sich aber mit der Aussage, dass die Rampe älter sei als die DIN, zufrieden geben.

Heidelberg Vermessung

Vermessungen der Planspielgruppe zum Thema Barrierefreiheit

Auch Volker Fehrer vom Amt für Baurecht und Denkmalschutz sieht neben dem mathematischen Aspekt einen signifikanten weiteren Lerneffekt: "Die Schüler wurden für die Belange Behinderter dadurch sensibilisiert, dass sie einen ganzen Tag im Rollstuhl verbracht haben." Die Erkundung des Rathauses und der näheren Umgebung förderte tatsächlich eine Reihe kleiner Hindernisse zutage. Nicht nur erschwerte das Heidelberger Kopfsteinpflaster das Fortkommen; auch blockierten Fahrräder eine Rampe und der Aufzug im Technischen Bürgeramt erwies sich als zu eng.

Heidelberg Informationen

Informationsphase für die Heidelberger Planspielgruppen

"Sehr gut" - diese Note vergab Oberbürgermeister Dr. Würzner schließlich auch für die das "Planspiel Stadt" abschließenden Vorträge der Jugendlichen. Mit Flip-Charts und PowerPoint-Präsentationen machten sie auch die abstraktesten Vorgänge anschaulich. "All das sind Fragestellungen, die einfach Spaß machen", stellt der Oberbürgermeister fest. Oder, wie es Mario (15) auf den Punkt bringt: "Selbst wenn es nicht so interessant gewesen wäre - besser als eine Mathestunde ist es allemal."

Heidelberg Praesentation

Abschlusspräsentation beim Planspiel in Heidelberg

Stadt Heidelberg

Die baden-württembergische Universitätsstadt Heidelberg mit rund 145.000 Einwohnern liegt am Austritt des Neckars aus dem Odenwald in die Rheinebene. Mit dem Heidelberger Schloss gilt die Stadt als Inbegriff der Romantik. Neben Mannheim und Ludwigshafen ist Heidelberg eines der drei Oberzentren im Ballungsraum Rhein-Neckar. Im April 2005 wurde die Region Rhein-Neckar in den Kreis der Europäischen Metropolregionen aufgenommen.

Alte Brücke Heidelberg

Die Karl-Theodor-Brücke, in Heidelberg besser bekannt als "Alte Brücke"

Die derzeit 60 Schulen der Stadt werden von über 23.000 Schülerinnen und Schülern besucht. Heidelberg ist Standort der ältesten Universität Deutschlands, die im Oktober 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern als Elite-Universität ausgezeichnet wurde. An der 1386 gegründete Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg studieren knapp 27.000 Studenten, darüber hinaus ist die Universität der größte Arbeitgeber der Stadt. Acht weitere Hochschulen, darunter die Pädagogische Hochschule Heidelberg mit über 4.000 Studierenden und zahlreiche große Forschungseinrichtungen wie beispielsweise das Deutsche Krebsforschungszentrum, das European Media Laboratory, das European Molecular Biology Laboratory Heidelberg und vier Max-Planck-Institute haben ihren Sitz in Heidelberg.

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