Planspiele sind verwandt mit Rollenspielen, so auch das "Planspiel Stadt". Konkret geht es um das Nachspielen der Arbeits- und Planungsprozesse einer Stadtverwaltung. Die Teilnehmer am "Planspiel Stadt" üben sich im Planen, Errechnen und Abwägen: Wie muss man das stadtplanerische Ziel mathematisch formulieren und lösen? Wie ändert sich die ursprüngliche Berechnung, wenn man einen Kompromiss eingeht? Wurde bei einer Kalkulation richtig gerechnet?
Es sollten nicht mehr als 30 Personen an dem Spiel teilnehmen. Die Stadt gibt eine Fragestellung vor, die – je nach Umfang des Planspiels – entweder in der Gesamtgruppe oder aber in Einzelgruppen bearbeitet wird. Das Planspiel könnte folgendermaßen ablaufen:
Eine Stadt hat sich für den Schwerpunkt VERKEHR entschlossen. Die Teilnehmer lernen zunächst die Arbeit der städtischen Verkehrsbetriebe und deren mathematische Verfahren kennen. Der Gruppe wird erklärt, wie Fahrpläne berechnet werden, und anschließend erhalten sie eine Aufgabe. Denkbar ist z. B. die Neuanbindung eines Ortsteils an das bestehende Liniennetz, wobei die Teilnehmer die Auswirkungen auf den gesamten Liniennetzplan berechnen müssen.
In einem größer angelegten Planspiel wird die Gesamtgruppe in kleinere Arbeitsgruppen eingeteilt, die jeweils einen bestimmten Aufgabenbereich bearbeiten und von einem Experten betreut werden. Für die genannte Beispielaufgabe aus dem Verkehrswesen wäre folgende Einteilung vorstellbar: Die Gruppe FINANZEN berechnet die Kosten und die Auswirkungen auf den Haushaltsplan durch die Erweiterung des Verkehrsnetzes. Die Gruppe VERKEHR ermittelt die neuen Fahrzeiten durch die erweiterte Anbindung. Die Gruppe BAUEN behandelt die baulichen Fragen etc. In der Kleingruppe werden zunächst die Teilaufgaben gelöst und im Anschluss in der Gesamtgruppe diskutiert. Ziel ist die Lösung der Fragestellung in Form eines auch rechnerisch nachvollziehbaren Konsenses.
Die Broschüre zum "Planspiel Stadt" kann von den Städten als Leitfaden für die Realisierung des Planspiels verwendet werden. Sie kann aber auch im Schulunterricht eingesetzt werden, um auf das Planspiel vorzubereiten. Die Broschüre erläutert fünf Arbeitsbereiche einer Stadtverwaltung sowie den Einsatz von Mathematik im städtischen Arbeitsalltag: FINANZEN, BAUEN und PLANEN, VERKEHR, UMWELT und BILDUNG. Im Anschluss folgt ein Block mit Rechenaufgaben: Jeder der fünf städtischen Arbeitsbereiche wird anhand von zwei Aufgaben illustriert. Aufgabe I richtet sich an Schüler der 5. bis 7. Klasse, Aufgabe II an die Klassenstufen 8 bis 10. Die Lösungen zu den Aufgaben sind in Kürze unter www.staedte-im-wissenschaftsjahr.de abrufbar.