Idee
Ablauf und Dokumentation
Stadt Aachen
Im "Planspiel Stadt" in Aachen werden drei Schwerpunkte verwirklicht: Am 11. November 2008 werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Themen Archäologie, Bebauungspläne und Verkehrspläne mathematisch aktiv.
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Aachener Marktbrunnen auf dem Marktplatz |
Nach einer kurzen Begrüßung im "Technischen Rathaus" werden die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aktiv die Planungsprozesse nachvollziehen und nachrechnen. Der Schwerpunkt Planen und Bauen beinhaltet eine fulminante Bandbreite anwendungsbezogener Rechen(bei)spiele, die den Schülerinnen und Schülern zudem viel über die Stadt vermitteln, in der sie leben.
Am Beispiel der Wohnstandorte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden wesentliche Grundsätze der Stadt- und Verkehrplanung vorgestellt:
Flächenverbrauch / Anzahl der Geschosse: Einfamilienhäuser brauchen mehr Fläche als der Geschosswohnungsbau.
Klima und Energie: die Himmelsrichtung und die Lage des Gebäudes zur Sonne haben einen Einfluss auf die Helligkeit und die Belüftung der Räume sowie mögliche Wärmegewinnung.
Infrastruktur und Wege: Entfernungen zur Schule, zum Einkaufen und zur Natur können für den einzelnen Schüler sehr unterschiedlich sein.
Mit Hilfe von Bebauungsplänen, die auf diesen Elementen aufbauen, werden die Schülerinnen und Schüler wieder auf die allgemeine Ebene zurückgeführt.
Die verschiedenen Möglichkeiten, von A nach B zu kommen, haben ebenso unterschiedliche Auswirkungen auf die Stadt und ihre Nutzer. Diese komplexen Prozesse können mit Hilfe einer Verkehrssimulation erläutert werden. Anhand von beispielhaften Berechnungen werden die genannten Themen untersucht und damit auch vertieft.
Bei der Durchführung des "Planspiel Stadt" in Aachen arbeitet der Fachbereich Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten der Stadtverwaltung eng mit dem Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen zusammen.
Am 11. November 2008 trafen sich die Schülerinnen und Schüler der Profilklasse 8b des Geschwister-Scholl-Gymnasiums frümorgens in der Stadtverwaltung Aachen, um im Rahmen des "Planspiel Stadt" anwendungsbezogene Mathematik zu erleben und auch gleich auszuprobieren. Die Hochschulbeauftragte Monika Krücken stellte kurz die Themen und den Ablauf des Tages vor.
Das Thema Bauen und Planen sollte in Aachen in zwei Gruppen "Planung" und "Archäologie" mit inhaltsbezogenen Rechenaufgaben anschaulich gelöst werden. Nach der Frühstückspause, in der sich die Planspielenden auch im Geben von Radiointerviews erprobten, wurden die Gruppen gewechselt. So konnte jeder an beiden Gruppen teilnehmen.
Die Gruppe Planen unter der Leitung von Angelika Hildersperger und Suhal Roob nahm in einer ersten Phase die Wohnsituation der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf: In welchem Haustyp wohnst Du? Wie weit ist Deine Schule entfernt? Wie weit ist es zum Einkaufen und wie weit ist es zur Natur? Fährst Du mit dem Bus, mit dem Rad oder wirst Du mit dem Auto gefahren? Diese und andere Fragen verdeutlichten, dass relativ ähnliche Lebenssituationen zu ganz anderen Bedingungen, zu anderen Wegen und anderen benötigten Zeitfenstern im Tagesablauf führen können.
In drei Untergruppen legten die Schülerinnen und Schüler dann mit vorbereiteten Karten Modellstädte für die gleiche Anzahl Bewohner. Während das Modell der "amerikanischen Vorstadt" die zugängliche Fläche des großen Sitzungssaales des Rathauses abdeckte, konnten die Modelle der Zeilen- und Blockstruktur mühelos zusammen im kleinen Sitzungssaal zusammen aufgebaut werden. Anschließend wurden Flächen, Entfernungen und Zeiten berechnet. Für alle, die Lust haben, die Aachener Planspielaufgaben nachzurechnen - hier kann man sie herunterladen: Download Planspielaufgaben Aachen (PDF)
Aufgrund von Regen am Tag des Planspiels in Aachen, vermaß die Gruppe Archäologie nicht wie geplant das archäologische Fenster in der Rennbahn, sondern widmete sich der gut 1.000 Quadratmetern großen Grabungsstätte des zur Zeit überdachten Elisengartens. Hier hat es über mehrere Jahrhunderte keinerlei Wohnbebauung gegeben. Alles, was dort derzeit ans Tageslicht käme, sei wirklich alt, erklärte Stadtarchäologe Andreas Schaub den Planspielenden und erläuterte die Beschaffenheit der römischen Mauerreste. Mit Maßbändern und Nivelliergerät wurde anschließend ein Stein aufgemessen und zeichnerisch dokumentiert.
Beide Gruppen trafen sich gegen Mittag wieder im Verwaltungsgebäude, wo sie von der Baudezernentin Gisela Nacken begrüßt wurden. In einem Resümee standen hier nicht nur die Ergebnisse des Vormittags, sondern auch der Neubau des Aachener Fußballstadiums im Fokus. Das engagierte Mitmachen der Schülerinnen und Schüler wurde mit einer Formelsammlung und einem Buch über Stadtplanung belohnt.
Aachen in Nordrhein-Westfalen liegt unmittelbar an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Als die westlichste Stadt Deutschlands hat Aachen über 250.000 Einwohner. Karl der Große hinter- ließ in der Stadt seine Spuren und steht bis heute Pate für den Karlspreis, der an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Der Aachener Dom ist das erste deutsche Bauwerk der UNESCO-Liste bedeutender Kulturdenkmäler.
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Aachener Dom, Chorhalle |
Die 109 Schulen in Aachen werden von knapp 40.000 Schülerinnen und Schülern besucht. Vier Hochschulen mit insgesamt rund 40.000 Studierenden haben ihren Sitz in Aachen. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), eine der größten und traditionsreichsten Technischen Hochschulen Europas, ist Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Darüber hinaus ergänzen zahlreiche Forschungsinstitute und interdisziplinäre Zentren den Wissenschaftsstandort Aachen.
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